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Foto: pixabay Symbolbild

Gemeinden investieren in digitale Klassenzimmer

Wonneberg/Otting – Die Verabschiedung des Haushalts für das kommende Jahr stand im Mittelpunkt der Schulverbandsversammlung Wonneberg-Otting.


Die Grundschule Otting hat sich mit der Grundschule Wonneberg/St. Leonhard vor Jahrzehnten zu einer Verbandsschule zusammengetan, die neben deren Existenz auch gleich große Klassen sichern soll. Die Verabschiedung des Haushalts für das kommende Jahr stand im Mittelpunkt der Schulverbandsversammlung. Abgewickelt wird die Geschäfts- und Kassenführung des Grundschulverbands über die Verwaltungsgemeinschaft Waging am See. Kämmerer Bernhard Kraus erstellte das Zahlenwerk.

Das Gremium mit den beiden Bürgermeistern Martin Fenninger und Matthias Baderhuber sowie Georg Seehuber (Waging) und Christian Schnellinger (Wonneberg) fasste nachträglich einstimmig den Beschluss, zwölf Luftreinigungsgeräten für sechs Klassenzimmer in den Grundschulen Otting undSt. Leonhard zu kaufen. »Diese Geräte sind längst im Einsatz und laufen völlig störungsfrei während des gesamten Schulunterrichts«, betonte Schulleiterin Maria Hipf.

162.000 Euro für W-Lan und interaktives Display

Überdies wurde beschlossen, 162.000 Euro zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur bereitzustellen für flächendeckendes W-Lan in den Schulen und jeweils ein fest installiertes, interaktives Display für je ein Klassenzimmer. »Aber eine moderne IT-Ausstattung gewährleistet noch keinen pädagogischen Erfolg«, dämpfte Maria Hipf die Digital-Euphorie. »Auch die Lehrer brauchen und erhalten eine professionelle Schulung, um den versierten Umgang mit diesen Geräten zu erlernen.«

Für die Investitionen kann der Schulaufwandsträger Fördermittel über diebayerische Förderrichtlinie »Digitale Bildungsinfrastruktur an bayerischen Schulen« beantragen. Die Breitband-Anbindung der Gebäude gehöre aber nicht zum jetzt genutzten Förderprogramm, sagte Bürgermeister Martin Fenninger. Er machte deutlich, dass die Breitband-Anbindung des zentral gelegenen Schulhauses in Otting separat von der Marktgemeinde Waging über die Richtlinie »Schulen ans Netz« auf den Weg gebracht werde, wenn die umliegenden Häuser mit dem Anschluss an der Reihe sind. »Den Breitbandzugang erhält aber die Schule in St. Leonhard.«

Die Investitionen in die Digitalisierung der Schulen spiegeln sich im Vermögenshaushalt des Schulverbands wider. »Ein entsprechender Antrag auf Gewährung einer Zuwendung wurde bei der Regierung von Oberbayern eingereicht«, sagte Kämmerer Bernhard Kraus und bestätigte, dass bereits Fördermittel von knapp 45.000 Euro bewilligt wurden. Die Maßnahme könne bis Juni 2022 abgeschlossen sein. »Zur Finanzierung der vermögenswirksamen Ausgaben wird 2022 eine Investitionsumlage von 107.600 Euro erhoben.« Zur Deckung der übrigen Ausgaben nutze man die Rücklagen, so Kraus.

Schulverband hat 30 iPads angeschafft

In einer ersten Förderrunde zur Digitalisierung der Klassenzimmer hat der Schulverband 30 Tablets angeschafft. Der entsprechende Verwendungsnachweis ist vor kurzem bei der Regierung von Oberbayern eingereicht worden. Denn auch dafür sind Fördermittel aus dem Digitalpakt vorgesehen, die vermutlich im nächsten Jahr eingehen und im Verwaltungshaushalt 2022 gebucht werden. Dieser Teil des Haushalts erreicht ein Planvolumen von knapp 259.000 Euro, das damit gut 2000 Euro über dem diesjährigen liegt.

Die Mittagsbetreuung konnte im letzten Jahr in die Räume des neuen Kindergartens umziehen. Mittlerweile werden dort zwölf Kinder betreut. Für die optimale Betreuung der Buben und Mädchen stünden zwei Betreuerinnen bereit. »Entsprechend hoch sind die Personalausgaben veranschlagt.« 2022 seien dafür rund 99.000 Euro eingestellt. »Die Ausgaben für das Personal machen rund 38 Prozent der Gesamtausgaben im Verwaltungshaushalt aus«, informierte der Kämmerer. Der Verwaltungs- und Betriebsaufwand sinke im Vergleich zu 2021 um 6300 Euro auf knapp 160.000 Euro. »Die Kosten für die Schülerbeförderung gingen um 10.000 Euro nach unten und schlagen jetzt mit 85.000 Euro zu Buche.« Im Haushalt des vergangenen Jahres habe der Schulverband die Mittel erhöht, um zusätzliche Busse zur Schülerbeförderung einzusetzen. »Die so entstandenen Mehrkosten waren erfreulicherweise mit rund 6500 Euro durchaus überschaubar«, sagte Kraus. Zudem seien diese Kosten vom Freistaat Bayern übernommen worden. »Für 2022 dürfte ein Mittelansatz von 85.000 Euro daher ausreichend sein.«

Laut Kraus sind zur Deckung des Aufwands eine Schulverbandsumlage von 178.700 Euro im Verwaltungshaushalt und 107.600 Euro im Vermögenshaushalt erforderlich, die von den Mitgliedsgemeinden nach einem fixen Verteilerschlüssel erhoben werden. Der orientiert sich an der Anzahl der Schüler einer Gemeinde. Die Gesamtzahl sei von 2020 auf 2021 um vier auf insgesamt 123 Schüler gestiegen (62 Kinder aus Waging, 61 aus Wonneberg). Pro Kind verlange der Verband 1452,85 Euro. In beiden Schulen gibt es jeweils drei Klassen. An Rücklagen verzeichne der Schulverband, der schuldenfrei ist, aktuell knapp 92.000 Euro.

Schulverbandsvorsitzende Fenninger bezeichnete die finanzielle Situation des Schulverbands Otting-Wonneberg als geordnet. »Ein besonderer Dank gilt der Schulleitung für den wirtschaftlichen und sparsamen Umgang mit den Haushaltsmitteln.« Das Planvolumen im Vermögenshaushalt des nächsten Jahres sei überdurchschnittlich hoch. Das sei einzig mit den Maßnahmen des Digitalpakts zu begründen. »Die Finanzierung ist aber durch das Erheben einer Investitionsumlage und einer Rücklagenentnahme gesichert.« Ab 2023 falle der Vermögenshaushalt daher wieder deutlich niedriger aus.

Martin Fenninger und Matthias Baderhuber erklärten, dass sowohl im Ottinger als auch in St. Leonharder Schulgebäude eine Lüftungsanlage eingebaut werden soll. In St. Leonhard ist eine zentrale Anlage mit Wärmerückgewinnung geplant und in Otting eine dezentrale, bei der die Geräte gezielt in einzelnen Räumen fix installiert werden. Die Installation einer zentralen Anlage gestalte sich in dem schon etwas älteren Ottinger Schulhaus schwieriger und aufwändiger, hieß es. Die Kosten dieser Maßnahmen entfallen aber auf die einzelnen Gemeinden und nicht auf den Schulverband.

»WCs müssen dringend hergerichtet werden«

Georg Seehuber bat Baderhuber, Geld zur Sanierung der Toiletten im Ottinger Schulhaus in den nächsten Haushalt der Marktgemeinde einzustellen. »Die WCs müssen dringend hergerichtet werden«, so Seehuber. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab 2026 sei beschlossen. Er werde schrittweise eingeführt, was bedeute, dass die Schulen ein Betreuungsangebot voraussichtlich bis 16 Uhr bieten müssen. Wie dies gehändelt werde, sei noch nicht klar, so Fenninger.

Maria Hipf erwähnte, dass die Pandemie den beiden Schulen anstrengende Phasen bescherte. Dies sei eine echte Herausforderung gewesen. Daher wolle sie Gabi Fenninger (Verwaltung) und Karin Kahnert (stellvertretende Schulleiterin) sowie dem gesamten Kollegium ihren Dank aussprechen.

Zu Beginn der Schulverbandsversammlung hatte Bernhard Kraus den Rechenschaftsbericht für das Jahr 2020 gegeben: Im Verwaltungshaushalt schloss das Jahr mit 228.556 Euro und im Vermögenshaushalt mit 42.067 Euro ab. Damit liegt der Gesamthaushalt bei 270.623 Euro. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt lag bei 9349 Euro. Für den Kauf von Notebooks und Tablets gab der Schulverband 30.364 Euro aus und der Rücklage führte er 11.703 Euro zu, sodass sich die Ausgabenseite im Vermögenshaushalt auf 42.067 saldiert. Auf der hohen Kante hatte der für Otting und Wonneberg zuständige bis dato schuldenfreie Zweckverband am Ende des vergangenen Jahres 92.000 Euro. Offene Forderungen gab es keine.

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