weather-image
29°

Doppel-Geburtstag in Unterwendling

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Alois und Maria Maier-Fenninger feierten diese Woche beide Geburtstag, einmal 90. und einmal 85. (Foto: H. Eder)

Wonneberg – Zwei runde Geburtstage an zwei aufeinander folgenden Tagen: Beim Ehepaar Maier-Fenninger in Unterwendling in der Gemeinde Wonneberg wurde in dieser Woche gefeiert: Alois Maier-Fenninger wurde 90 Jahre alt, einen Tag danach beging Ehefrau Maria ihren 85. Geburtstag.


Zunächst wurde daheim zusammen mit Geschwistern und den Kindern gemütlich bei Kaffee und Kuchen gefeiert, abends stand dann beim Wirt in Weibhausen die große Geburtstagsfeier an. Bürgermeister Martin Fenninger kam in zweifacher Funktion zum Gratulieren: zum einen im Namen der Gemeinde und zum anderen als Neffe; Alois Maier-Fenninger ist ein Bruder von Martin Fenningers Vater Paul.

Anzeige

Mit verdünnter Kuhmilch aufgepäppelt

Der Jubilar kam am 26.  Februar 1929 als »Sieben-Monats-Kind« auf die Welt – damals überlebten viele dieser Frühchen nicht. Aber mit verdünnter Kuhmilch aufgepäppelt und immer nahe am warmen Ofen gelagert, wurde aus dem kleinen Würmchen ein gesunder Bub, der zusammen mit seinen drei Brüdern auf dem Moier-Hof in Plattenberg aufwuchs.

Als 20-Jähriger kam er auf den Wimmer-Hof in Unterwendling zu Onkel und Tante, die kinderlos waren. Von diesen wurde er adoptiert, kam damit zu seinem Doppelnamen Maier-Fenninger und übernahm schließlich im August 1959 den Hof. Die Kriegszeit hatte der junge Mann unbeschadet überstanden. Zwar war er im letzten Kriegsjahr als 16-Jähriger noch eingezogen worden und zur Ausbildung nach Berchtesgaden gekommen. Von dort aber konnten er und seine Kollegen Mitte Mai wieder in die Heimat zurückkehren – im Viehwagen eines Zugs.

Am 21. November 1959 heiratete Alois Maier-Fenninger Maria Mühlbacher vom Weimann-Hof in Gaden. Die beiden hatten sich ein halbes Jahr zuvor bei einem Dirndlkranzl im damaligen Gasthaus Stachei in Gaden kennengelernt. Maria war die älteste Tochter der Familie Mühlbacher, die zehn Kinder hatte. Von daher war sie von frühester Jugend an gefordert, vor allem im Haushalt, aber auch in der Landwirtschaft tatkräftig mitzuhelfen. Denn der Vater arbeitete beim Straßenbauamt, war doch das »Sache« mit den drei Kühen zu klein, um für den Lebensunterhalt einer so großen Familie auszureichen.

Auf Höfen in der Nachbarschaft geholfen

Dazu kam, dass die Mutter oft krank war und somit umso mehr Pflichten auf Maria und ihre vier Schwestern fielen. Um sich ein bisschen Geld zu verdienen, half sie im Sommer auf den Höfen der Nachbarschaft bei der Getreidearbeit.

Viel Arbeit gab es auch nach der Heirat auf dem Wimmer-Hof, der 21 Tagwerk Grund umfasste und auf dem 20 Kühe und ebenso viel Jungvieh zu versorgen waren. Aus der Ehe der Maier-Fenningers gingen fünf Kinder hervor. Inzwischen hat sich die Großfamilie um acht Enkel und vier Urenkel erweitert, ein fünfter ist unterwegs. Der älteste Sohn, Alois jun., übernahm im Jahr 1988 den Hof und führte die Milchwirtschaft bis vor gut einem Jahr weiter. Sein Vater, damals 59 Jahre alt, hatte wegen zweier Augenoperationen arbeitsmäßig kürzer treten müssen. Ansonsten ist das Geburtstagskind gesundheitlich noch sehr gut beieinander. Ehefrau Maria hat dagegen erhebliche Probleme mit ihren Knien, die ihr das Gehen sehr schwer werden lassen.

Bei dem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt blickte Alois Maier-Fenninger auch zurück auf die vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten, die er im Laufe all der Jahre ausgeübt hatte und für die ihm seine Frau Maria stets den Rücken freigehalten hatte. Nicht weniger als 72 Jahre lang war er Mitglied des Kirchenchors. 65 Jahre lang spielte er das Tenorhorn bei der Leonharder Blaskapelle, die er nach dem Krieg zusammen mit seinen Brüdern Peter und Paul und anderen wiederbegründet hatte, und ebenso lang war er auch bei Musikkapelle Surberg-Lauter mit dabei. Zudem war er ein gern gesehener Unterhalter bei vielerlei Veranstaltungen, wenn er mit seiner Gitarre auftrat und Volkslieder und Couplets vom Weiß Ferdl vortrug – garniert mit all den Witzen, die er gern erzählte.

In Vereinen aktiv mitgearbeitet

30 Jahre lang war er Vorstand der Jagdgenossenschaft, eine Tradition, die Sohn Alois jun. weiterführt: Er ist seit vielen Jahren bei der Jagdgenossenschaft Schriftführer. Auch im Gemeinderat war Alois Maier-Fenninger sen. sechs Jahre lang Mitglied, ebenso in fast allen Ortsvereinen. Auch Ehefrau Maria fand, wenn auch in bescheidenerem Rahmen, Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten. So war sie Mitbegründerin der Frauengemeinschaft und auch Mitglied im Pfarrgemeinderat.

Die Eheleute Maier-Fenninger sind kaum in den Urlaub gefahren – mit einer Ausnahme: Sie nahmen die Einladung von Konrad Mühlbacher, dem Bruder der Ehefrau, an, ihn in der Mission in Afrika zu besuchen, in der er jahrzehntelang tätig war. So kamen sie in Gebiete in Kenia und Uganda, die normalen Touristen nicht zugänglich gewesen wären. Und ein Höhepunkt war ein Fest, das die Massai ihren Besuchern gaben. Die Massai zeigten ihre traditionellen Tänze und Alois Maier-Fenninger führte einen Plattler auf. Daran erinnert sich der Wonneberger heute noch gerne. he