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Die Tage des Birnbaums sind gezählt: Fällung beschlossen

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Wonneberg: Birnbaum muss gefällt werden – Standsicherheit durch Pilz und Alter gefährdet
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Die im vergangenen Jahr gepflanzte Esskastanie kann den mächtigen Birnbaum auf Jahre hinaus nicht annähernd vergessen machen.

Wonneberg – Ein markanter Punkt am südlichen Ortseingang von St. Leonhard wird bald Geschichte sein: Der mächtige Birnbaum im Jugendhaus-Garten, wohl an die 100 Jahre alt, muss gefällt werden, weil die Standsicherheit nicht mehr gegeben ist.


Die Kirchenverwaltung St. Leonhard und auch die Katholische Jugendstelle in Traunstein, die für die Belegung des Hauses zuständig ist, haben nach Eingang eines Sicherheitsgutachtens beschlossen, den Baum im Oktober umschneiden zu lassen.

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Im Gutachten von Markus Breier, dem Fachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Traunstein, wurden zwei mögliche Verfahren zur Wahl gestellt: entweder ein »Kronensicherungsschnitt«, bei dem das Volumen der Krone um etwa die Hälfte reduziert werden müsste, oder »die Entfernung des Birnbaums«.

Der Birnbaum ist demnach von einem Pilz befallen. An zwei größeren Ästen verfärbten sich bereits die Blätter. Das sei ein Anzeichen dafür, dass er nicht mehr gesund ist, so das Gutachten. Im Bereich des Stammkopfs, am Ansatzbereich der großen Äste, waren vor Jahren starke Äste entfernt worden, die wohl zur Infektion mit dem Schwefelporling geführt haben dürften. Eine Messung habe ergeben, dass die Ausfaulung mitten im Stammkopf weit fortgeschritten ist.

Weiter habe es Risse auf der Astoberseite der beiden untersten Äste gegeben. Breiers Fazit war: »Da die Hauptlasten der Äste«, gerade auch bei Wind, »im Stammkopf-Bereich am größten sind, wirken hier die stärksten Kräfte auf das Holz. Die bestehende Stärke der Fäule, die kräftigen Pilzfruchtkörper, der freie Standort des Birnbaums und die gebotene Verkehrssicherheit lassen nach meiner Einschätzung zwei Dinge zu« – nämlich entweder einen kräftigen Rückschnitt oder eben die Entfernung des Baums.

Selbst bei einem Kronensicherungsschnitt wäre die Zukunft des Baums unsicher, so Breier weiter. »Es dürften schon ein paar Jahre sein. Der Baum wird wieder austreiben an den Schnittstellen und ist dann regelmäßiger Pflege zu unterziehen.« Dann fügt Breier noch eine persönliche Bemerkung an: »Für das Umfeld wäre die sofortige Rodung bedauerlich, da kein anderer Baum die Schattenspenderfunktion und gestalterische Wirkung hat, wie dieser alte Baum.«

Ähnlich empfinden da wohl auch die vielen Jugendgruppen, die im Jugendhaus zu Gast sind. Denn die Gruppenbilder würden meist unter diesem mächtigen Baum gemacht werden, wie Gemeindereferent Martin Riedl weiß: »Viele Jugendliche verbinden damit gute Erinnerungen, weil sie zum Beispiel bei Jugendfreizeiten, bei Chorwochenenden, bei Gruppenleiterschulungen, bei Tagen der Orientierung oder bei spirituellen Tagen im alten Pfarrhaus St. Leonhard zu Gast waren.« Das alte Pfarrhaus in St. Leonhard, das zwischenzeitlich zum Jugendhaus geworden war, wurde laut Riedl 1925 gebaut. Und vermutlich sei um diesen Zeitraum herum auch der Birnbaum gepflanzt worden. Bei aller Nostalgie und bei allem Bedauern will die Kirchenverwaltung aber den sicheren Weg gehen und den Baum fällen lassen.

Im vergangenen Jahr war von der Gemeinde Wonneberg im Garten des Jugendhauses anlässlich der Aktion »Baum des Jahres« eine Esskastanie gepflanzt worden. Allerdings wird es noch eine ganze Weile dauern, bis aus dem kleinen Bäumchen ein großer Baum wird. So überlegt die Kirchenverwaltung, ob nicht an Stelle des Birnbaums nach dessen Fällung gleich ein etwas größerer Baum gepflanzt werden solle. Das werde die Kirchenverwaltung im September beschließen, kündigt Riedl an. he