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Der 170 V war für Daimler-Benz das bei weitem wichtigste Personenwagen-Modell der Vorkriegszeit und sicherte der Marke Mercedes-Benz einen Spitzenplatz in der Mittelklasse. Mit einem solchen 170 V-Roadster des Baujahres 1939 waren Walter Schneider und Hans Irlacher aus Surberg in Plattenberg unterwegs. (Foto: Caruso)

Die Erwartungen deutlich übertroffen – Oldtimer-Treffen mit rund 500 Ausstellern

Wonneberg – Sie wirken wie ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit und doch kann sich kaum einer ihrem Charme entziehen – die Rede ist von Oldtimern. Während moderne Autos nahezu von allein fahren, erleben die Fahrer von Oldtimern ungefiltert die ganze Kraft des Automobils. Es gibt weder Servolenkung noch Einparkhilfe und das Navi sitzt in der Regel auf dem Beifahrersitz. Oldtimer sind Fahrzeuge mit einer eigenen Geschichte und einem eigenen Charakter. Man spürt in jeder Sekunde das Auto, man merkt die Beschleunigung und der Motor ist vergleichsweise laut. Was heutzutage wie ein Anachronismus wirkt, treibt Liebhabern so manches Mal die Tränen in die Augen.


So war das auch beim »Plattenberger Oldie Feeling«, bei dem sich auf dem Anwesen der Familie Huber eine Mischung aus Jung und Alt traf. Die Älteren kannten die Wagen, Zweiräder oder Traktoren noch aus erster Hand und die Jungen waren vor allem von den heutzutage ungewohnten Formen der Fahrzeuge fasziniert. Die standen liebevoll gepflegt in Reih und Glied und zogen die Blicke von Neugierigen auf sich.

Der Arbeiter- und Burschenverein Weibhausen-Wonneberg unter dem Vorsitz von Dominik Abstreiter hatte dieses Treffen zum zweiten Mal organisiert und konnte damit seinen Erfolg im Jahr 2019 nicht nur wiederholen, sondern noch deutlich übertreffen. Aufgrund von wesentlich mehr Exponaten und gestiegenen Besucherzahlen wurde es zu einem durchschlagenden Erfolg.

Ein Quäntchen Glück mit dem Wetter spielte heuer auch wieder eine Rolle, sodass die Veranstaltung mit ihren rund 500 Ausstellern und unzähligen Besuchern, darunter viele Familien mit Kindern, wohl als rundum gelungen bezeichnet werden darf. Es war eine Mischung aus Erfahrungsaustausch unter Veteranen und geselligem Beisammensein, bei dem es nur zufriedene Gesichter gab.

Ein besonders glückliches Gesicht machte Alois Mühlbacher sen., der Gewinner des Hauptpreises: ein 30 Jahre altes Herkules-Mofa, das neben anderen attraktiven Preisen verlost worden war. Alois Mühlbacher will das Mofa seinem einjährigen Enkel schenken.

Die Organisatoren des Treffens, Karl Glaner,und Dominik Abstreiter freuten sich auch, den Eicher-Tretbulldog, den es als zweiten Preis gab, an Lukas Fenninger übergeben zu dürfen. Der dritte Preis, ein Ster Brennholz, ging an Mattias Mader. Glaner ist Mitglied im Arbeiter- und Burschenverein und hatte einst die Idee, in seiner Heimatgemeinde ein Oldtimer-Treffen auf die Beine zu stellen

Zur Gemütlichkeit an den auf schattigen Plätzen aufgestellten Tischen und Bänken, wo sich den ganzen Tag über die Besucher auch zu Gruppen und Grüppchen zusammenfanden, trug vor allem auch die Blaskapelle St. Leonhard bei, die mit ihren stimmungsvollen Klängen alle bestens unterhielt.

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Der Buick Marquette (rechts im Bild) war eine Serie von Personenkraftwagen, die nur im Modelljahr 1930 von Buick in den USA gefertigt wurde. Daneben steht der Chevrolet »Independence«, der zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli im Jahr 1931, des Independence Day gebaut worden ist. Das Fahrzeug erinnert daran, was eigentlich das Versprechen des Automobils ist: Unabhängigkeit. Sowohl Anton Gnadl senior als auch der junior sind stolz auf ihre Fahrzeuge. Auf unserem Bild posieren (links stehend) Karl Glaner und (kniend) Dominik Abstreiter die Organisatoren des Treffens, mit Anton Gnadl jun. (Foto: Caruso)

Während die Erwachsenen fachsimpelten, genossen Buben und Mädchen »Fahrspaß« beim Probesitzen auf den Schleppern, drehten Runden mit dem Bobbycar oder hüpften munter in der Hüpfburg. Zudem ließ sich kaum eines der Kinder die Ausfahrt mit dem alten Feuerwehrauto entgehen, das alle mehrmals durch die Gegend kutschierte.

»Es war einfach eine wunderbare Veranstaltung, die unsere Erwartungen deutlich übertroffen haben«, zogen Karl Glaner und Dominik Abstreiter eine positive Bilanz. »Zum guten Gelingen haben vor allem auch die rund 60 Helfer und Helferinnen vom Burschenverein und aus der Dirndlschaft beigetragen.«

ca

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