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»Zeitlich sind wir mit den Baumaßnahmen voll im Zeitrahmen«

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Beppo Hofmann, der hier an der Kappsäge Holzbretter kürzt, kümmert sich als Projektleiter um den Bau des neuen Waldkindergartens am Waldrand bei Sprinzenberg.

Waging am See – Zum einen scheint naturnahe Pädagogik immer gefragter zu werden und zum anderen steigt der Bedarf an Kindergartenplätzen in Waging nach wie vor an. Um den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz erfüllen zu können, wird die Marktgemeinde Waging pünktlich zum 1. September den neuen Waldkindergarten in der Nähe des kleinen Weilers Sprinzenberg eröffnen. »Zeitlich sind wir mit den Baumaßnahmen voll im Zeitrahmen«, betonte der mit der Projektleitung betraute Beppo Hofmann in der jüngsten Gemeinderatssitzung, als er die Räte über den Fortschritt der Bauarbeiten informierte.


Wie Beppo Hofmann bei einem Rundgang mit unserer Zeitung auf der Baustelle informierte, ist es der Marktgemeinde wichtig, rechtzeitig zum Beginn des neuen Kindergartenjahres allen Buben und Mädchen einen Betreuungsplatz anbieten zu können. Da diese bereits in der Vergangenheit an ihre Grenzen gestoßen seien, habe sich der Marktgemeinderat im Frühjahr dazu entschlossen, ein gemeindliches Grundstück für einen Waldkindergarten bereitzustellen und die Einrichtung vom Traunsteiner Jugendhilfeträger »KoniS- Konzepte individueller Sozialpädagogik« betreiben zu lassen. KoniS sei auch Bauherr des neuen Gebäudes in Holzbauweise, in dem die Kinder dann betreut werden, wenn sie sich nicht im Wald aufhalten. Hofmann sagte auch, dass schon etwa 20 Kinder für die Einrichtung angemeldet sind. Der Projektleiter zeigte das neue Gebäude, das über etwa 100 Quadratmeter Grundfläche verfügt. »Davon dient die eine Hälfte als überdachter Terrassenspielplatz und die andere Hälfte als Innenraum, in dem die Kinder ebenfalls betreut werden und sich umziehen oder die Toiletten benutzen können.« Die beheizbare Einrichtung biete nämlich eine WC-Anlage mit Wasserspülung, für die Regenwasser benutzt wird. Zudem lasse man das Haus mit einer Stromversorgung ausstatten, die nicht nur für Licht sorge, sondern speziell auch für den Betrieb der Pumpe, die das Regenwasser fördert. Der Strom dafür stamme von einer kleinen PV-Anlage auf dem Dach des Hauses. Eine Zisterne für das Regenwasser mit einem Fassungsvermögen von zehn Kubikmeter sei mittlerweile ebenso angelegt, wie der Sammelbehälter für das Abwasser.

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»Nachhaltigkeit und Regionalität spielten beim Bau eine ebenso große Rolle wie die regionale Wertschöpfung«, hob Beppo Hofmann heraus. »Das hier verwendete Holz stammt ausschließlich aus Waging und der näheren Umgebung.« Beim Bau sei großer Wert auf umweltfreundliche und äußerst hochwertige Materialien gelegt worden. So sei bei der Gebäudehülle, dem Dach und der Terrasse nur bestes Holz aus Tanne zum Einsatz gekommen, die widerstandsfähiger sei als Fichte. Zum Dämmen der Wände und des Bodens verwende man nur Platten aus unbehandelten Holzfasern und als Fußbodenauflage heimische Eschenhölzer, die aus dem Ortsteil Gaden kommen.

»Es war mir, dem Bauherrn und der Marktgemeinde enorm wichtig, dass effizient und ressourcensparend gebaut wird. Nachhaltiges Handeln wird zwar oft gefordert und noch öfter wird darüber geredet, aber an der tatsächlichen Umsetzung hapert es meistens.« Zu einem rohstoffschonenden Bauen gehöre auch die gewerkeübergreifende Zusammenarbeit, daher habe er heimische Betriebe mit ins Boot geholt, denen man damit ebenfalls etwas Gutes tue.

Hofmann erinnerte daran, dass erst Anfang April der Startschuss per Gemeinderatsbeschluss fiel. Man sei dann aber schon Ende April mit der Fertigstellung der Pläne so weit gewesen, dass sie zur Baugenehmigung eingereicht werden konnten. Mit dem Errichten des Gebäudes, das mit dem Baurecht vereinbar sein müsse, habe man Mitte Juli angefangen. Nach dem derzeitigen Stand könne KoniS auch die berechneten Kosten einhalten. Die Baukosten inklusive Erschließung und Gestaltung der Außenanlagen lägen laut Berechnung bei etwa 150 000 Euro netto. ca

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