weather-image
18°

Zehn Meter Höhe waren dem Bauausschuss zu viel

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Neben der Aral-Tankstelle wollte ein Antragsteller ein rund zehn Meter hohes Gebäude errichten. Zu hoch, fand der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung. (Foto: Konnert)

Waging am See – Der Bauboom in der Marktgemeinde ist ungebrochen. In seiner jüngsten Sitzung lagen dem Bauausschuss wieder zahlreiche Vorhaben für An – und Umbauten zur Prüfung vor. Bis auf einen Fall wurde für alle Anträge das gemeindliche Einvernehmen hergestellt.


Zwei Anfragen gab es für zwei Neubauten an der Salzburger Straße, einen neben der Tankstelle, den anderen neben dem Betriebsgebäude der Firma VEWAG. Auf dem Grundstück zwischen der Tankstelle und der Staatsstraße möchte ein Bauherr ein Gebäude mit rund 300 Quadratmetern Grundfläche und einer seitlichen Wandhöhe von 10,5 Meter bauen.

Anzeige

Bau wäre nur zweigeschoßig möglich

Die Flächen im Erdgeschoß und ersten Obergeschoß möchte das Gesundheitszentrum Chiemgau beziehen, im zweiten Obergeschoß sind Arztpraxen geplant, im Dachgeschoß barrierefreie Wohnungen. Der Bauausschuss sah das Vorhaben wegen der Höhe kritisch. Der Bau könne nur zweigeschoßig errichtet werden. Zudem müssten genügend Stellplätze vorgewiesen werden.

Die Pläne für die Bebauung des zweiten Grundstücks an der Salzburger Straße mit einem Wohn- und Geschäftshaus mit zwei Vollgeschoßen, Dachgeschoß und Tiefgarage wurden bis auf eine Gegenstimme positiv gesehen. Franz Schwangler sah die seitliche Wandhöhe von 6,40 Metern kritisch, weil er die Beschattung der gegenüberliegenden Häuser befürchtet. In Gaden will eine Antragstellerin eine Maschinenhalle mit einer Grundfläche von rund 440 Quadratmetern bauen. Es handelt sich um ein privilegiertes Vorhaben im Außenbereich, das planungsrechtlich zulässig ist. Der Ausschuss hatte keine Einwände.

In Otting soll ein ehemals landwirtschaftliches Gebäude teilweise abgerissen und ein Neubau als Wohnhaus mit zwei Vollgeschoßen und Dachgeschoß errichtet werden. Das neue Wohngebäude soll rund 13,6 Meter lang, 8,3 Meter breit und sieben Meter hoch werden. Auch eine Garage soll entstehen. Das im Außenbereich liegende Vorhaben ist planungsrechtlich zulässig, der Bauausschuss hatte keine Einwände.

Ähnlich gelagert war ein Antrag aus Nirnharting. Auch hier soll der ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäudeteil abgerissen und als Wohnhaus mit zwei Vollgeschoßen und Dachgeschoß wiederrichtet werden. Zudem soll durch eine Nutzungsänderung das Betriebsleiterwohnhaus in zwei Wohnungen umgebaut werden.

Des Weiteren ist der Bau einer Garage geplant. Zu dem Vorhaben wurde genau vor einem Jahr ein Antrag auf Vorbescheid positiv beschieden. Auch die Untere Bauaufsichtsbehörde hat die Zulässigkeit des Vorhabens festgestellt. Auch diesmal gab es keine Einwände des Ausschusses.

Terrassenüberdachung und Wintergarten ok

Ein Wintergarten und eine Terrassenüberdachung sind bei einem Anwesen in Waging geplant. Der Wintergarten mit den Maßen von 5 mal 3 mal 2,80 Meter soll südlich angebaut werden, die Terrassenüberdachung ist mit einer Fläche von rund 9,40 Quadratmeter neben dem Wintergarten geplant. Dadurch möchten die Bauherren die Wohnqualität im Erdgeschoß verbessern.

Das im Geltungsbereich des Bebauungsplans Waging-Südost liegende Vorhaben hält mehrere Vorgaben nicht ein. So wird das festgesetzte Baufenster nach Süden überschritten, ebenso die Grund- und Geschoßflächenzahl. Die Ausschussmitglieder sahen darin aber kein Problem und folgten dem Argument der besseren Wohnqualität. Sie erteilten das gemeindliche Einvernehmen und die Befreiungen von den Festlegungen des Bebauungsplans.

Ebenfalls in Waging will ein Bauherr einen Carport und einen Geräteschuppen zwischen dem Wohnhaus und der östlichen Grundstücksgrenze bauen. Der Carport soll eine Grundfläche von 18 Quadratmetern, die Gerätehütte von 11 Quadratmetern haben. Das Gebäude soll mit einem Pultdach abgedeckt werden. Problematisch ist hier die Grenzbebauung, die nur auf 15 Metern Länge erfolgen darf. Da auf dem Grundstück bereits eine Grenzbebauung besteht, würde dieser Wert durch die neue Bebauung überschritten. Deshalb würde eine Abstandsflächenübernahme durch die Nachbarn notwendig, die noch nicht vorlag.

Darüber zu urteilen ist aber nicht Sache des Ausschusses sondern der Baubehörde. Der Bauausschuss sah das Vorhaben positiv, wies aber auf das Problem der Grenzbebauung ausdrücklich in seinem Beschluss hin.

Abstandsflächen zur Straße hin reichen nicht

Bei einem Antrag auf isolierte Befreiung von der Stellplatzsatzung für einen überdachten Autostell- und Holzlagerplatz in Nirnharting nahe der Ortsdurchfahrt konnte der Ausschuss aber nicht mitgehen. Hier gelten der Bebauungsplan »Nirnharting-Ost« und die Stellplatzsatzung der Gemeinde Waging.

In dieser Satzung wird der Mindestabstand zwischen öffentlichen Verkehrsflächen und offenen Garagen auf drei Meter festgelegt. Das Vorhaben grenzt aber unmittelbar an die Straße an, der Mindestabstand wird nicht eingehalten.

Durch die Lagerung einer größeren Menge Holz könnte der als Autostellplatz vorgesehene Teil weiter reduziert werden. Zudem liege das Vorhaben komplett außerhalb eines Baufensters.

Der Ausschuss verlangte von dem Bauherrn eine neue Planung, bei der der in der Stellplatzsatzung festgeschriebene Mindestabstand zu öffentlichen Flächen, wie hier der Ortsdurchfahrtsstraße, hin auf jeden Fall eingehalten wird. kon

Mehr aus Waging am See