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»Wir sind schon stolz, dass wir das alles geschafft haben«

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Kassierin Katja Stockhammer (von rechts) übergab Rosmarie Baumgartner, Vorsitzende der Kinderkrebshilfe, Selbstgemachtes zum Verkauf.

Waging am See – Jung, aufgeweckt und voller neuer Ideen – so beschreiben sich die Mädels der Dirndlschaft Waging. Bei einem Interview mit dem Traunsteiner Tagblatt blicken Vorsitzende Johanna Schuller und Schriftführerin Simone Fenninger auf ein Jahr Dirndlschaft zurück.


Seit Herbst 2019 ist die Dirndlschaft Waging ein eingetragener Verein. Erste Treffen und die Gründungsversammlung fanden aber schon 2018 statt, aber bis zur offiziellen Gründung war es dann doch ein langer Weg, erzählt Johanna Schuller. Schon im Vorfeld hatte sie die Vereinsgründung in die Hand genommen. »Bis die Vereinssatzung und das Protokoll vom Notar beglaubigt wurden, vergingen Monate«, erklärt sie. »Keiner von uns hatte da einen wirklichen Plan, was es alles für eine Vereinsgründung braucht«, so die Vorsitzende.

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Auch haben sich die Mädels lange nicht einigen können, wie sie sich nennen, erklärt Simone Fenninger. Denn nicht alle der 17 Mädchen, die bei der Gründung dabei waren, kommen aus Waging. Über den ganzen Landkreis verteilen sich die Mädchen, so kommen sie beispielsweise aus Anger, Lauter, Petting und Siegsdorf. »Doch der Hauptkern von uns kommt aus Waging und auch unser Vereinsleben wird sich dort abspielen, deswegen haben wir uns für den Namen 'Dirndlschaft Waging' entschieden«, so die Schriftführerin.

Einige von den Dirndln haben sich bei der Waginger Garde kennengelernt. »Wir haben damals schon viel bei den Waginger Märkten mitgeholfen und Aktionen geplant«, erklärt Simone Fenninger. Mit der Dirndlschaft haben sie sich neu zusammen gefunden und es sind noch einige dazu gekommen: Ihre Idee von der Dirndlschaft haben die Mädels in ihren Freundeskreisen verbreitet und so immer mehr Interessierte gefunden. Nach fast einem Jahr zählt der Verein nun 41 Mitglieder.

»Wir sind schon stolz, dass wir das alles geschafft haben«, sagt Johanna Schuller. »Wir sind bei Null gestartet.« Neben der ganz formellen Vereinsgründung beim Notar, kam noch einiges dazu: »Wir mussten ein Konto einrichten, haben uns Schürzen angefertigt und ein eigenes Logo entworfen.« Auch ein Fotoshooting haben die Mädchen gemacht. »Wir wollten richtig tolle Fotos für unsere Social-Media-Seiten«, erklärt Simone Fenninger.

Nach ihrer Gründung im Herbst vor einem Jahr wollten die Mädchen richtig los starten. Haben auch schon angefangen, Aktionen zu planen. Doch die Corona-Pandemie machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. So musste beispielsweise ein geplantes Treffen mit interessierten Neu-Mitgliedern im Frühjahr ausfallen. »Corona hat uns da eingebremst«, stellt Johanna Schuller rückblickend fest. »Dann war es auch schwierig, etwas zu organisieren, weil einfach die Sicherheit fehlte.«

Vor Kurzem haben die Mädels mit Unterstützung des Frauenclubs Taching Selbstgemachtes an die Kinderkrebshilfe gespendet, das dann beim »Kaufhaus für'n guadn Zweck« in Oberteisendorf verkauft wurde. Am Dienstag starteten die Dirndln eine Adventsaktion auf ihrem Account auf Instagram. An jedem Tag bis Weihnachten möchten die Mädchen eine gute Tat vollbringen und das Ergebnis mit einem Foto festhalten. Die Idee dazu kam Simone Fenninger, als sie mit dem Rad an der Traun unterwegs war. Dort fiel ihr der viele Müll auf, der sich über Monate dort angesammelt hat. So wollen die Mädels zur Weihnachtszeit beispielsweise an einem Tag Müll sammeln, alten Leuten beim Einkaufen helfen oder soziale Projekte unterstützen.

Auch für das nächste Jahr haben die Mädchen noch genug Ideen. Sie wollen ihren abgesagten »Mädchenflohmarkt«, eine Art Kleidertauschparty, wiederholen und bei den Märkten in Waging Selbstgemachtes wie Kekse, Marmelade, Stirnbänder und Socken verkaufen. Den Erlös möchten die Dirndln für soziale Projekte spenden. »Wir haben uns auch schon beim Bürgermeister vorgestellt und unsere Hilfe bei Festen oder Märkten angeboten«, erklärt Johanna Schuller.

Auch regelmäßige Treffen sollen, sobald es die Corona-Beschränkungen zulassen, nicht zu kurz kommen: Die Dirndlschaft Waging möchte vor allem eine Gemeinschaft sein: zusammen helfen, miteinander Zeit verbringen und neues erleben. aha

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