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Wasserwachten, Feuerwehr und Ruderverein proben den Ernstfall

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Beide Seiten hatten ihren Spaß an der gemeinsamen Übung auf dem Waginger See, als Retter von Wasserwachten Ruderer aus vermeintlicher Seenot "retteten". Foto: Ruderverein Waging
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Foto: Ruderverein Waging

Waging am See – 26 Grad, Sonnenschein und spiegelglattes Wasser – welcher Wassersportler denkt da an einen Notfall? Doch was passiert, wenn ein Sportler bei derzeit 16 Grad Wassertemperatur kentert?


Solche und ähnliche Fragen nahm Michael Rosemann, stellvertretender Vorsitzender des Waginger Rudervereins, zum Anlass einer ersten gemeinsamen Rettungsübung.

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Für die Ruderer ist es wichtig, für ihr tägliches Training gewappnet zu sein, aber auch andere Wassersportler wie Kanu- und Kajakfahrer, Stand-up-Paddler, Segler, Schlauchbootfahrer und Surfer, die jetzt schon wieder zahlreich auf den Seen unterwegs sind, profitieren von dieser Übung.

In einem ersten theoretischen Teil stellte Roland Neumann, Ortsgruppenleiter der Wasserwacht Waging, den Weg der Alarmierung vor. Nach Absetzung des Notrufs 112 dauert es 10 bis 15 Minuten, bis eine der Wasserwachten bei einem Verunglückten ist.

Thomas Hilscher, Technischer Leiter, und Benny Betz von der Wasserwacht Tengling erläuterten Grundlagen der Ersten Hilfe. Häufige Gefahren wie Überhitzung und Unterkühlung wurden angesprochen. Anschließend wurden Beatmungs- und Reanimationstechniken sowie zusätzliche Hilfsmittel wie ein Defibrillator vorgeführt. Hilscher und Betz gingen auch auf das Thema Rettungswesten ein und demonstrierten deren Funktionsweise und Wirkung. Fritz Schittenhelm, Technischer Leiter der Wasserwacht Tettenhausen, und Fließwasserretter Heinrich Obermayer stellten die Ausrüstung vor, die die Wasserwachten in ihren Booten haben.

Holger Osterkamp, Vorsitzender des Waginger Rudervereins, präsentierte die Fahrt- und Ruderordnung der Ruderer. Anschließend erläuterte Michael Rosemann die Konstruktion der Ruderboote, und erklärte Rettungshilfsmittel wie Leuchtrakete, Rauchfackel und Signalhorn.

Im praktischen Teil übten Ruderer und Rettungskräfte verschiedene Szenarien wie die Rettung einer bewusstlosen Person aus dem Ruderboot und das Abschleppen und Bergen von Booten. Die Jugend des Rudervereins hatte sichtlich Spaß daran, einen Vierer per Gießkanne "absaufen" zu lassen, andere begaben sich mit Neopren ins kühle Nass oder ließen sich direkt aus dem Ruderboot herausheben.

Insbesondere den Erfahrungsaustausch empfanden beide Seiten als gewinnbringend. So war für manchen Ruderer neu, dass weite Teile des Ostufers für den Rettungswagen nicht erreichbar sind und daher eine Rettung von der Seeseite aus erfolgen muss. Den Ruderern wurde wieder bewusst, wie wichtig der Eigenschutz ist und die Rettungskräfte profitierten von der Übung direkt am Sportgerät.

Die zusammen rund 60 Teilnehmer waren sich einig: das war eine hervorragende Veranstaltung, die auf keinen Fall eine einmalige Sache bleiben sollte. Vielmehr sollte sie der Auftakt zu einem regelmäßigen Austausch und auch künftigen gemeinsamen Übungen sein – dann auch hoffentlich mit der Wasserwacht Taching, die zwar bei den Vorbesprechungen dabei war, am Übungstag aber leider kurzfristig verhindert war. fb