weather-image
15°

Waginger Bauhof an Kapazitätsgrenze – große Jubiläen in den nächsten Jahren

3.5
3.5
Waginger Bauhof an Kapazitätsgrenze – große Jubiläen in den nächsten Jahren
Bildtext einblenden
Bauamtsleiter Konrad Posch (Mitte stehend) rief die Vereinsvertreter dazu auf, ihre Festtermine etwas zu »entzerren«, weil sonst der Bauhof an die Grenzen seiner Kapazität komme. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Große Jubiläen standen in diesem Jahr in der Marktgemeinde Waging nicht an, aber viele Feste – so viele, dass Bauhofleiter Konrad Posch bei der Terminabsprache der Vereine bat, die Veranstaltungen etwas zu entzerren.


»Wir tun’s ja gern«, sagte Posch und meinte damit die Arbeiten, die notwendig sind, um Feste vorzubereiten, vor allem um jeweils die Bühnen aufzubauen. »Aber im Juli war’s grenzwertig. Wir sind an die Grenzen unserer Kapazität gekommen, haben teilweise sogar am Samstag die Bühne umgebaut. Zu unseren eigentlichen Aufgaben sind wir in der Zeit kaum mehr gekommen«, sagte er beim Treffen im TSV-Heim.

Anzeige

Vor allem sei es schwierig gewesen, die Vorbereitungen für die Sommernacht und das Marktfest, die nacheinander praktisch an einem Wochenende stattfanden, organisatorisch zu bewältigen. Posch stellte in Aussicht, mal auch einen Bühnenaufbau abzulehnen, »wenn wir’s zeitlich nicht mehr packen«. Er rief dazu auf, dass doch die veranstaltenden Vereine auch selbst dabei mithelfen sollten, vorzugsweise »mit jüngeren Leuten, nicht nur mit Rentnern«. Diesen Vorschlag griff Vereine-Referent Schorsch Seehuber gerne auf und ermunterte die Vereine, dafür Teams zur Verfügung zu stellen: »Möglichst immer die gleichen, damit die dann schon eingearbeitet sind«.

Auch Florian Mühlbacher vom Ordnungsamt war zu der Terminabsprache der Vereine gekommen. Ihm war es ein Anliegen, darauf hinzuweisen, »das bisserl Bürokratie, das hinter den Festen steht«, zu beachten. Jede größere Veranstaltung sei zu melden, mahnte er, was im Allgemeinen in Waging aber gut funktioniere. Spätestens eine Woche vorher, besser noch ein paar Wochen davor, sollten die Veranstaltungen im Ordnungsamt gemeldet werden. Andi Ostermann von der Waginger Feuerwehr ergänzte, dass Vereine, die die Feuerwehr für Absperrungen benötigten, dies zunächst beim Ordnungsamt anmelden müssten. Dies sei wichtig vor allem wegen des Versicherungsschutzes.

Ostermann übte auch Kritik an der Waginger Gastronomie. Die Marktgemeinde sei schließlich ein Ort, der vom Tourismus profitiere, auch von den Leuten auf den Campingplätzen. Wenn diese aber in den Ort heraufkommen, wüssten sie kaum mehr, wo sie noch zum Essen hingehen könnten. Inzwischen komme auch fast keiner mehr in den Ort, weil dort abends überall »die Bordsteine hochgeklappt sind«; anderswo hätten die Gaststätten sieben Tage pro Woche offen.

»Absolut traurig« ist seinen Worten zufolge auch das Marktfest abgelaufen; obwohl es laut Ankündigung bei jedem Wetter stattfinden sollte, hätten wegen des Regens alle zugesperrt, außer der Stand des Kindergartens: »Die haben dann ihren Reibach gemacht.« Wenn das alles so weitergehe, »ist Waging in zehn Jahren kein Tourismus-Ort mehr.«

Bei Bürgermeister Matthias Baderhuber, der an der Veranstaltung auch teilnahm, wurde nachgefragt, ob das im vergangenen Jahr diskutierte und dann abgelehnte Bierfest vielleicht doch noch eines Tages kommen würde. »2020 sicher nicht«, gab Baderhuber zur Auskunft. Dieses Bierfest sei vom Gemeinderat abgelehnt worden, weil im Falle von schlechtem Wetter eine Ausfallbürgschaft von bis zu 80.000 Euro im Gespräch gewesen sei. Insgesamt fand der Bürgermeister, dass in Waging »gscheit vui los« sei; am übernächsten Sonntag beispielsweise fänden gleichzeitig fünf Veranstaltungen statt: Herbstzauber, Flohmarkt, Ruderregatta, Offene Türen bei der Feuerwehr und Spendenlauf der Kolpingjugend. Daher sei es eine gute Sache, die Termine gemeinsam vorab zu besprechen.

Nach einer Dreiviertelstunde Debatte über die allgemeine Situation ging es dann an die Termine des Herbstes und des kommenden Jahres. Im Gegensatz zu diesem jubiläumslosen Jahr 2019 wird nächstes Jahr der 100. »Geburtstag« der KSK Tettenhausen gefeiert: vom 10. bis 13. September mit Kabarett (Helmut Binser), Volksmusik, Weinfest und Festsonntag, wie Vorsitzender Hans Sommer informierte.

Im Jahr 2021 – so ein Ausblick in die weitere Zukunft – steht ein Jubiläum der Musikkapelle Otting auf dem Programm, und 2022 wird, wie Vorsitzender Alfons Thaler schon mal ankündigte und dafür um Mithilfe bat, Jung-Otting ihr 50-jähriges Bestehen zusammen mit dem Bezirksmusikfest begehen. Noch eine weitere große Veranstaltung könnte im übernächsten Jahr in Waging stattfinden: das Rupertigau-Preisschnalzen, um das sich der Trachtenverein beworben hat. Allerdings ist die endgültige Vergabe erst im November, wie Vorsitzender Hofmann informierte.

Das Wirte-Thema kam nochmals bei verschiedenen Veranstaltungen zur Sprache, vor allem bei denen der Feuerwehr und des Trachtenvereins; denn in deren bisherigem Veranstaltungsort, dem Unterwirt, werde wohl der Saal in naher Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die vier traditionellen Bayerischen Abende des Trachtenvereins finden kommendes Jahr alle am Campingplatz Schwanenplatz statt, wie Vorsitzender Franz Hofmann noch ankündigte. Jugendpfleger Samuel Bienzle lud all die Vereine, die sich am Kinderferienprogramm beteiligt haben, zum gemeinsamen Abschlussessen ein, das am Montag, 21. Oktober, um 19 Uhr im Gasthaus Oberwirt in Otting stattfindet. Und die Kurpark-Weihnacht ist am Samstag und Sonntag, 14. und 15. Dezember. he