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Vorerst kein Haus der Vereine in Otting

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An der Stelle, wo derzeit das alte Raiffeisen-Lagerhaus ist, sollte ein Haus der Vereine entstehen. Der Gemeinderat hat das nun abgelehnt. (Foto: Gemeindeverwaltung)

Waging am See – Angesichts der angespannten finanziellen Lage in der Marktgemeinde hat sich eine Mehrheit der Gemeinderäte gegen eine Weiterverfolgung der Planungen für ein Haus der Vereine in Otting ausgesprochen.


Grund dafür war auch die erweiterte Kostenschätzung, die sich unter Berücksichtigung der Abbruch- und Entsorgungskosten für das alte Raiffeisenlagerhaus und der aktuellen Baupreise auf rund 2,1 Millionen Euro belief. Im Juni 2019 lag die erste Grobkostenschätzung noch bei 1,4 Millionen. Schon damals hatten viele Gemeinderäte Zweifel an dieser Zahl und verlangten vor einer endgültigen Entscheidung eine Überprüfung sowie die Einbeziehung der Abrisskosten in die Kostenplanung.

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Dies habe man bei der neuen Berechnung getan, so Bürgermeister Matthias Baderhuber. Auch habe man inzwischen mit dem Landratsamt geklärt, ob die Bebaubarkeit gegeben sei, was dieses bejaht habe, da es sich um ein Mischgebiet handele. Auch beim Thema Immissionsgutachten sei man vorangekommen und wisse, dass im Falle der Realisierung zum Immissionsschutz keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich seien. Zudem liege für das Bürgerhaus in Wonneberg inzwischen der Förderbescheid vor mit 80 Prozent Förderung vor. Sollte man auch für die Ottinger Baumaßnahme diesen Fördersatz bekommen, was man hoffe, würden auf die Gemeinde bei diesem Projekt mindestens 470 000 Euro zukommen. Man benötige jetzt ein Signal seitens des Gemeinderats, so Baderhuber, ob ein in Kürze zu fassender Durchführungsbeschluss positiv ausfallen würde. Nur dann mache es Sinn, den Planer mit einer Detailkostenberechnung zu beauftragen, die für den Förderantrag notwendig sei. Für diese Berechnung würden einmalige Kosten von rund 50 000 Euro anfallen.

Andreas Barmbichler (CSU) erinnerte an die sehr angespannte finanzielle Lage der Gemeinde. Man sei sich im Finanzausschuss einig gewesen, dass nur dringend notwendige Maßnahmen, wie die Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen, realisiert werden könnten. So verlockend diese Maßnahme auch sei, sie sei nicht unter »dringend notwendig« einzustufen. »Im Moment gibt es wichtigere Projekte in der Gemeinde.«

Franz Schwangler (Grüne) sah sich in seiner anfänglichen Kritik bestätigt, dass die Kosten von Beginn an zu niedrig angesetzt worden waren. Jetzt sei dies eine realistische Planung, so Georg Huber (ÖDP/FPW), aber so seien die Kosten eindeutig zu hoch.

Magdalena Obermayer (CSU) und Stefanie Schmeiduch (Grüne) sowie Konrad Heigermoser (ÖDP/FPW) würden die Maßnahme zwar begrüßen, sehen jetzt aber einen schlechten Zeitpunkt für eine Realisierung. Maßnahmen zur Kinderbetreuung seien jetzt von dringender Notwendigkeit und hätten erste Priorität. Deshalb sei kaum Spielraum für weitere Projekte vorhanden. In diesem Zusammenhang stellte Schmeiduch auch den Antrag, die Maßnahmen für den Umbau der Touristinfo neu aufzurollen und auf ihre Notwendigkeit hin zu überprüfen. Ihr komme er geplante Umbau viel zu teuer vor. Deshalb müsse man ihn kritisch hinterfragen und eventuell neu planen.

Einen ganz anderen Aspekt brachte Uli Heigermoser (UGW) in die Diskussion. Alle Vereine hätten sich ihr Vereinsheim selbst gebaut, die Gemeinde nur durch Zuschüsse geholfen. Warum die Gemeinde jetzt für vier Vereine eine Ausnahme machen und eine so hohe Summe aufbringen solle, verstehe er nicht.

Zweiter Bürgermeister Martin Dandl (FWG) betonte, dass das Projekt zwar nicht von hoher Dringlichkeit sei, aber eine große Chance für Otting biete. Der Platz gehöre schon lange hergerichtet. »Mir als Ottinger ist es nicht egal, ob das Projekt realisiert wird oder nicht.« Es ginge hier nicht nur um ein Haus für vier Vereine, sondern um die dringend notwendige städteplanerische Ortsgestaltung. Wenn man jetzt nicht die Chance der hohen Förderung ergreife, würde das Projekt in den nächsten Jahren nicht realisiert werden können.

Trotz des Appells entschieden sich zwölf Gemeinderäte gegen die Fortsetzung der Planungen. Sechs waren dafür. »Das ist bitter, »aber wir müssen es akzeptieren«, sagte Bürgermeister Baderhuber abschließend. kon

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