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Unfallträchtige Stellen sollen mit Hilfe von Ampeln entschärft werden

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Eine Ampel soll die Ein- und Ausfahrt in die und von der Martinstraße künftig regeln.

Waging am See – Auf der Landkarte sehen die Ausfahrten von der Martinstraße und der Salzburger Straße in die Staatsstraße 2105 sowie von der der Staatsstraße 2104 von Petting kommend in die Umgehungsstraße ganz harmlos aus. In der Realität kommt es dort immer wieder zu Unfällen. Die Marktgemeinde Waging und das Staatliche Bauamt versuchen nun, diese Stellen mit Hilfe von Ampeln dauerhaft zu entschärfen.


Nicht genug Platz für Kreisverkehre

Mit den bislang noch nicht genehmigten Planungen des Staatlichen Bauamts wurden erste Möglichkeiten aufgezeigt, wie diese unfallträchtigen Stellen so gestaltet werden können, dass sich der Verkehr in alle Richtungen gleichsam sicher bewegen kann. Dafür kommen nach dem aktuellen Stand vor allem Ampelanlagen in Betracht, etwa weil entlastende Kreisverkehre nicht ausreichend Platz fanden.

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Diesen ersten Plänen zufolge sollen die Verkehrsführungen an den Einmündungen von der Staatsstraße 2104 und der Salzburger Straße in die Staatsstraße 2105 künftig vollständig mit Lichtsignalanlagen gesteuert werden. Überdies will das Bauamt von der Staatsstraße in die Salzburger Straße eine Rechtsabbiegespur erstellen lassen.

An einer weiteren Einmündung in die Staatsstraße 2105, an der Martinstraße auf Höhe des Discounters Lidl, soll ebenfalls eine Ampelanlage errichtet werden. Hier wird jedoch nicht nur der Fahrverkehr geregelt, vielmehr dient die Ampelanlage auf Wunsch des Markts auch als Fußgänger-Ampel, die manuell per Knopfdruck aktiviert werden kann, damit die Fußgänger die Staatsstraße sicher passieren können. Damit nutzt man die Stelle am Fuß- und Radweg auf der Seite des Wasserschutzgebiets, an der sich die Zufahrt zu den Brunnenhäuschen befindet und an der die Leitplanke zur Straße hin sowieso schon unterbrochen ist, als Punkt zum Überqueren der Straße. In der Fahrbahnmitte baut das Staatliche Bauamt einen Fahrbahnteiler ein, der zugleich den Fußgänger-Übergang bildet. Nachdem ein weiteres Queren über die Martinstraße vermieden werden soll, ist laut Plan entlang des Lidl-Grundstücks ein neuer Fußweg vorgesehen, der sich bis zum Zebrastreifen an der Martinstraße hinzieht.

Laut Planentwurf regelt eine weitere Ampel beim Lidl-Markt dann auch den entsprechenden Gegenverkehr aus Richtung Traunstein. Darüber hinaus soll die Martinstraße auf dem letzten Teilstück vor der Einmündung in die Staatsstraße eine deutlich gekennzeichnete Spur zum Rechtsabbiegen erhalten.

Der Marktgemeinderat hat dem Vorhaben jetzt grünes Licht erteilt. In der jüngsten Sitzung fasste er nämlich die Durchführungsbeschlüsse auf der Grundlage erster Planungen durch das Straßenbauamt. Diese Beschlüsse sind nicht nur Voraussetzung für den Bau einer Lichtsignalanlage an der Ausfahrt von der Martinstraße auf die Staats- straße 2105, zum Bau eines Gehwegs an der Martinstraße und zum Anlegen einer Rechtsabbiegespur beim Autohaus Aichhammer, sondern auch für die Genehmigung der Pläne durch die Regierung von Oberbayern und zum Stellen von Anträgen auf staatliche Fördergelder.

Freistaat und Gemeinde teilen sich die Kosten

»Maßnahmenträger rund um den Einmündungsbereich in die Martinstraße ist der Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt Traunstein. Die Planunterlagen wurden der Marktgemeinde schon heuer im Februar im Staatlichen Bauamt vorgestellt«, erklärte Geschäftsleiter Franz Röckenwagner. Bis dato liege jedoch noch keine Berechnung über die zu erwartenden Kosten der Maßnahme vor. Nach einer ersten Schätzung gehe man bei den Vorhaben an der Martinstraße von 280 000 Euro brutto aus. Davon entfielen 210 000 Euro auf die Lichtsignalanlage und rund 70 000 auf den Bau des Gehwegs. »Die Kosten sollen entsprechend den Fahrbahnbreiten geteilt werden, wonach überschlägig zwei Drittel der Kosten der Freistaat Bayern trägt und ein Drittel die Marktgemeinde.« Aufgrund der Verkehrsbedeutung reiche die Marktgemeinde bei der Regierung von Oberbayern einen Antrag auf Gewährung einer Zuwendung ein. Um ins Förderprogramm aufgenommen zu werden, müsse der Antrag jedoch spätestens bis Ende August dem Staatlichen Bauamt vorliegen. Die Behörde werde diesen Antrag dann bei der Regierung von Oberbayern bis Ende September vorlegen. »Bei Nichteinhaltung der genannten Fristen kann die Maßnahme nicht mit ins Förderprogramm für das Jahr 2021 aufgenommen werden.«

Eile geboten wegen Fördergeldern

Bei mehrheitlicher Zustimmung zur Durchführung und Kostenbeteiligung würde das Bauamt nach Vorlage einer Kostenberechnung eine entsprechende Vereinbarung über die Kostenbeteiligung vorbereiten. »Aufgrund des zeitlichen Drucks kann die Beschlussfassung leider nicht bis zum Vorliegen einer Kostenberechnung aufgeschoben werden«, bat Bürgermeister Matthias Baderhuber um Zustimmung für die Vorhaben im Bereich des Lidl-Markts. Darüber hinaus bat er auch darum, den Bau einer Rechtsabbiegespur an der Einfahrt von der Staatsstraße 2105 in die Salzburger Straße zu bejahen. »Diese zusätzliche Spur bedeutet eine Verbesserung des Verkehrsablaufs. Man kann die Rechtsabbieger extra regeln und somit die Leistungsfähigkeit der gesamten Lichtzeichenanlage verbessern.« Eile sei geboten, damit die notwendigen Fördergelder noch heuer beantragt werden können, sonst verliere man wieder ein Jahr und damit wertvolle Zeit bis zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Maßnahmenträger sei auch bei diesem Kreuzungsumbau der Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt Traunstein. Wie auch an der Martinstraße muss sich der Markt beim Umbau mit der Lichtsignalanlage im Bereich der Abbiegung in die Salzburger Straße an den Kosten beteiligen. Lediglich der Umbau mit der Ampel an der Einmündung der Staatsstraße 2104 beträfe ausschließlich den Freistaat. Auch hier liegt derzeit noch keine Kostenberechnung vor. »Eine erste Grobkostenschätzung ergab Gesamtkosten für die Rechtsabbiegespur von etwa 50 000 bis 60 000 Euro brutto.« Auch diese Kosten würden aufgeteilt werden.

Einige Gemeinderäte äußerten Bedenken

Die Beschlüsse zum generellen Durchführen der Maßnahmen fanden im Marktgemeinderat die erforderliche Mehrheit. Die Rechtsabbiegespur in die Salzburger Straße stieß aber bei einigen Gemeinderäten auf wenig Gegenliebe, sodass es zu drei Gegenstimmen kam. So erachteten Dr. Stefanie Schmeiduch, Walter Wimmer und Georg Huber diese Spur als wenig sinnvoll. Walter Wimmer machte zudem deutlich, dass die Ampel auf der Staatsstraße 2104 (von Petting kommend) zu einem Rückstau führen kann. Der eine oder andere nutze daher wohl die Abkürzung über Aglassing, wie dies auch jetzt öfters vorkomme. »Das gilt es aber auf jeden Fall zu vermeiden.« ca

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