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Tourismus in Waging besser denn je: Auslastung im Juni »phänomenal«

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Tourismus in Waging am See besser den je: Auslastung im Juni »phänomenal«
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Campen ist heuer voll im Trend: Die Campingplätze in der Gemeinde Waging sind alle voll besetzt. (Foto: Tourist-Info/Scheuerecker)

Waging am See – Aufgrund von Corona kommen in diesem Jahr wesentlich mehr Gäste nach Waging als in den Vorjahren. So wurden, wie Tourist-Info-Leiterin Eva Bernauer informiert, im Juni schon fast so viele Übernachtungen registriert wie im August des vergangenen Jahres, obwohl der auch sehr gut gebucht war.


Vergleicht man die beiden Juni-Monate 2019 und 2020, liegt der prozentuale Unterschied bei den Ankünften bei annähernd 20 Prozent plus, bei den Übernachtungen bei fast 50 Prozent plus. »Das ist schon sensationell«, so Eva Bernauer, »und in erster Linie auf die Campingplätze zurückzuführen.«

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»Den Mai haben wir noch nicht gespürt«, so die Tourist-Info-Chefin weiter, »weil ja das Reisen erst wieder ab 30. Mai erlaubt war.« Aber seit dem 31. Mai sei Waging ziemlich voll, auch nach Pfingsten sei kein Rückgang spürbar gewesen. Anfragen könnten oft nicht mehr bearbeitet werden, da es keine entsprechenden Angebote mehr gibt, worauf die Anrufenden »oft sehr unentspannt« reagieren würden. Auch der Juli lag nach den vorliegenden Zahlen deutlich über dem Ergebnis von 2019. Und auch in der Gesamtbilanz von März bis Ende Juli war gegenüber dem Vorjahr ein Plus bei den Übernachtungen zu registrieren.

Dass die Auslastung im Juni so »phänomenal« war, ist laut Eva Bernauer eigentlich allein auf das Camping zurückzuführen. Bei den Bettenbetrieben hält sich das Ergebnis ungefähr die Waage zum Vorjahr. »Vom Wetter her war der Juni ja nicht so toll«, sagt Bernauer und fügt hinzu: »Wäre Corona nicht gewesen, hätten wir diesen Juni niemals die Zahlen gehabt – auch nicht beim Camping. Wir waren dieses Jahr etwa 14 Tage früher ausgebucht. Der Juli war auch bei den Bettenbetrieben besser als letztes Jahr und die Jahre davor. Bis zum Ende der bayerischen Ferien, glaube ich, dass wir ziemlich voll sein werden. Und auch Ende August Anfang September ist eigentlich alles voll.«

Tourist-Info-Mitarbeiterin Sylvia Promper fügt an: »Anfragen gibt es so viele, dass man die teilweise gar nicht mehr bedienen kann – auch im Umkreis von 40 Kilometern ist oft nichts mehr verfügbar, vor allem am Wochenende.« Ihre Kollegin Elli Rambichler stellt fest, dass »uns die Kleinstrukturierung in der Gastgeberlandschaft und die Campingplätze in Coronazeiten sehr zugute kommen. Denn die Gäste sind doch noch etwas ängstlich und wollen nicht unbedingt Buffets mit Selbstbedienung, volle Frühstückssäle und überfüllte Wellnesstempel.«

Und weiter: »Aber raus wollen sie. Und am besten direkt ans Wasser. Und wenn es nur ein Zeltplatz ist.« Umso trauriger sei es, dass man den Gästen ab Anfang Juli kaum mehr eine Unterkunft vermitteln konnte, weil alles belegt ist. Rambichler: »Ich weiß nicht, wie viel mehr Betten und Stellplätze wir bräuchten, um wirklich der Nachfrage in den Sommermonaten gerecht zu werden. Aber es sind sehr viele.« he

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