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Zunächst einmal sollen die neuen Ampeln in Waging am See nachts nicht abgeschaltet werden. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Marktgemeinderat. (Foto: Konnert)

Straßen und Verkehr beschäftigten den Waginger Marktgemeinderat

Waging am See – Sollen die drei Ampeln an der Staatsstraße 2205 in Waging in der Nacht abgeschaltet werden oder nicht? Diese Frage beschäftigte den Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Auch das Thema »Tempo 30« in bestimmten Bereichen stand an sowie zwei Grundsatzentscheidungen zum Ausbau von Gemeindestraßen.


In der Novembersitzung hatte der Marktgemeinderat eine mögliche Nachtabschaltung der Ampelanlage an der Einmündung der Martinstraße in die Staatsstraße 2105 angesprochen. Eine Nachfrage beim Staatlichen Bauamt hat mittlerweile ergeben, dass eine Abschaltung möglich ist, wenn dadurch aufgrund der Unfallzahlen in der Vergangenheit kein erhöhtes Unfallrisiko zu erwarten ist. Allerdings muss laut Vorschrift an der untergeordneten Straße ein gelbes Blinklicht leuchten, um die Fahrzeuglenker auf die Vorfahrtsstraße hinzuweisen. Der Effekt der Stromeinsparung sei aufgrund der Erfahrungen an anderen Kreuzungen sehr gering. Außerdem wies das Staatliche Bauamt darauf hin, dass anzustreben sei, für die drei Ampeln an der Staatsstraße 2105 eine einheitliche Lösung anzustreben.

Bürgermeister Matthias Baderhuber informierte, dass die Verkehrsbehörde von einer solchen Abschaltung abrate, weil die Ampeln erst seit relativ kurzer Zeit installiert seien und sich auch ein gewisser Gewöhnungseffekt einstellen sollte. Der Gemeinderat hat nach kurzer Diskussion beschlossen, auf die Nachtabschaltung vorerst zu verzichten. Die Gemeinde wird somit den Antrag zur Nachtabschaltung beim Staatlichen Bauamt nicht stellen.

Die Fraktion ÖDP/Freie Wähler hat einen Antrag auf Begrenzung der Geschwindigkeit auf 30 km/h für die Martinstraße und die Weixlerstraße sowie den dazwischen liegenden Abschnitt der Bahnhofstraße beantragt. Als Begründung wird die Zunahme des Lkw-Verkehrs in diesem Bereich angeführt, was den Schulweg für Kinder und Jugendliche besonders gefährlich mache. Die Geschwindigkeitsbeschränkung sollte als Zwischenziel angesehen werden, langfristig müsste ein sicheres Radwegenetz für Schulkinder geschaffen werden. Die Gemeinderäte befürworteten den Antrag, regten aber auch an, prüfen zu lassen, ob nicht im gesamten Ortsbereich von Waging Tempo 30 eingeführt werden könnte.

Neben der Martinstraße ist die Gemeindestraße Waging – Otting die zweitwichtigste Zufahrtsstraße, vor allem auch für Lastwagen, nach Waging. Die Straße ist im Bereich des Weilers Plosau stark reparaturbedürftig. Der schlechte Zustand und die geringe Fahrbahnbreite erfordern an einzelnen Streckenabschnitten für eine zweispurige Befahrung ein besonderes fahrerisches Geschick. Beim landwirtschaftlichen Anwesen »Stöger« liegt die Straße bis auf wenige Meter an. Laut Straßenbaureferent Georg Seehuber kam es in der Vergangenheit schon zu diversen Unfällen mit unterschiedlichstem Ausgang.

Die Verbesserung der Situation gestaltet sich laut Verwaltung schwierig. So war eine bereits vor Jahren angedachte weiträumige Verlegung der Straße aus verschiedenen Gründen nicht realisierbar. Die Sanierung der alten Fahrbahn gestaltet sich auch sehr aufwändig, vor allem aber gibt es hier zu wenig gemeindlichen Grund für eine zukunftsfähige Instandsetzung. Die Verwaltung hat jetzt nach Lösungen aus dem Dilemma gesucht und dafür auch Vorgespräche mit dem notwendigen Grundeigentümer geführt. Am realistischsten erscheint derzeit eine Variante, die neben der Entschärfung der vorhandenen 90°-Schikane östlich des Weilers Plosau, ein mögliches Abrücken der Straße als Neubau in Richtung Süden auf einer Strecke von rund 500 Metern beinhaltet. Nach ersten groben Schätzungen, unter der Annahme »normaler Baubedingungen«, könnte eine solche Maßnahme die Marktgemeinde rund 680 000 Euro kosten. Der Gemeinderat beschloss, diese Variante weiter zu verfolgen.

Auch die Straße von Waging nach St. Leonhard, genauer gesagt zwischen dem Asphaltstockplatz bis zum Weiler Haslach, ist in einem schlechten Zustand und sollte, so der Vorschlag der Verwaltung, zwingend in den nächsten beiden Jahren im Zuge des Straßenleichtausbaus von Waging saniert werden.

Neben Senkstellen in der Fahrbahn und Ausmagerungen in der Deckschicht, haben die vermehrt auftretenden Starkregen regelmäßig großflächige Bankettschäden verursacht. Der Gemeinderat ist grund­sätzlich der Meinung, dass diese Maßnahme notwendig sei. Vorab müssten aber noch die Kosten und deren Bereitstellung geklärt werden.

kon

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