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Schnelles Internet, Straßenausbau und Gewerbegebiet die Themen in Waging

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Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Waging am See – Für die vier Bürgerversammlungen in der Marktgemeinde in Waging, Otting und Tettenhausen hat Bürgermeister Matthias Baderhuber einen umfassenden Rechenschaftsbericht erstellt, mit Daten und Fakten zum aktuellen Stand in der Gemeinde. Dabei ging er unter anderem auf die Situation bei der Kinderbetreuung und den Schulen, das soziale Miteinander in der Gemeinde, Straßen und Verkehr, die Arbeit der Gemeindewerke und die Situation im Tourismus ein.


Das Jahr 2019 habe mit dem Ausscheiden des langjährigen Bürgermeisters Herbert Häusl, der Übernahme des Amts durch ihn und die Wahl von Martin Dandl zum zweiten Bürgermeister personelle Änderungen an der Gemeindespitze gebracht. Herbert Häusl sei aufgrund seiner Verdienste um Waging der Ehrentitel Altbürgermeister verliehen worden. Die Zusammenarbeit im Gemeinderat sei gut und respektvoll. Er wünsche und hoffe, dass dies auch nach der Kommunalwahl 2020 in der dann neuen Zusammensetzung des Rats so bleibe.

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Marktgemeinde weiter schuldenfrei

Als erfreulich bezeichnete der Bürgermeister die finanzielle Situation in der Marktgemeinde. So sei man auch 2019 schuldenfrei geblieben. Der Haushalt mit einem Planvolumen von rund 17,2 Millionen konnte ohne Fremdfinanzierung abgewickelt werden. Aufgrund der sparsamen und wirtschaftlichen Haushaltsführung verfüge die Marktgemeinde über Rücklagen von gut drei Millionen Euro. In den nächsten Jahren würden aber viele kostenintensive Investitionen anstehen, zum Beispiel für den Bau von Kindergärten oder die Schulaula, für die eine Fremdfinanzierung unumgänglich sei.

Zu wenige Krippenplätze

Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen steige in der Marktgemeinde weiter, so der Bürgermeister. Im Vorjahr seien noch ausreichend Kindergartenplätze vorhanden gewesen, bei den Krippenplätzen habe aber die Zahl der Anmeldungen die der Plätze um 19 überstiegen. Deshalb wurde im Kinderspielhaus am Strandcamping eine Übergangslösung geschaffen.

Eine dauerhafte Lösung wurde jetzt in der baulichen Erweiterung des Tettenhausener Kindergartens gefunden. Mit dem Erweiterungsbau wird in Kürze begonnen. Als nächstes soll ein Waldkindergarten in Betrieb gehen. Auch ein zusätzlicher sogenannter Hauskindergarten wird erforderlich sein. Zur Schaffung von weiteren Betreuungsplätzen in Otting ist zur Zeit die Umnutzung des Rosstalls im Gespräch.

Detailliert informierte der Rathauschef auch zum Stand der Verfahren bei den Baugebieten: Für das Gebiet »An der Geppinger Straße II« ist die Grundstücksvergabe bereits gelaufen. Im Herbst sollen die Erschließungsarbeiten beginnen. Für den Bereich »An der Geppinger Straße III« wurde der Aufstellungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan gefasst. Das Vergabeverfahren zur Planerstellung läuft. Für »Tettenhausen Ost« ist der Bebauungsplan gefasst. Sobald auch der Flächennutzungsplan geändert ist, wird er rechtskräftig.

Der Breitbandausbau in der Gemeinde schreitet voran, die zweite Ausbauphase ist mittlerweile abgeschlossen. Für die westlichen Gemeindeteile (Otting, Freimann) ist der Ausbauvertrag abgeschlossen worden, allerdings dauert die Bauzeit aufgrund von Kapazitätsengpässen der Baufirmen 48 Monate. In Kürze wird auch eine Ausschreibung für die östlichen Gemeindegebiete (Gaden, Nirnharting, Tettenhausen) erfolgen.

Straßenausbau und Verkehr bildeten einen weiteren Schwerpunkt in Matthias Baderhubers Ausführungen. 2019 wurden die Arbeiten an der »Alten Seestraße« fertiggestellt, in Aich bei Holzhausen die Gemeindestraße neu asphaltiert und der Geh- und Radweg von Seeteufel bis Krautenbach hergerichtet.

In diesem Jahr sollen die Straße in Steppach, die Straße bei Schuster am See (Richtung Wonneberg) und bei Angerpoint sowie der Geh- und Radweg Richtung Mühlberg instandgesetzt werden. Zur besseren Verkehrsregelung wird an der Lidl-Ausfahrt, beim Aichhammer Richtung Petting und an der Kreuzung nach Tettenhausen jeweils eine Ampelanlage installiert. Um den Geschwindigkeitsüberschreitungen Herr zu werden, wird jetzt aufgrund eines Gemeinderatsbeschlusses auch der fließende Verkehr in Waging durch die kommunale Verkehrsüberwachung kontrolliert.

Stromzähler werden Zug um Zug ausgetauscht

Zur Sicherung der Stromversorgung haben die Gemeindewerke 2019 weitere Trafostationen an der Ottinger Straße und im Gärtnerweg in Betrieb genommen. Zur Zeit werden die circa 3200 Stromzähler im Netzgebiet Zug um Zug durch neue ersetzt. 2019 wurden die Hauptwasserleitung teilweise erneuert und Schäden im Leitungsnetz behoben. Derzeit stehen umfangreiche Sanierungs- und Ertüchtigungsmaßnahmen in den Einrichtungen zur Wasserversorgung an. Man gehe davon aus, dass diese auch zu einer Gebührenerhöhung führen werden, die Höhe stehe allerdings noch nicht fest.

Und auch bei der Abwasserbeseitigung sei einiges zu tun. So müsse zum Beispiel die wasserrechtliche Erlaubnis neu beantragt werden, eine Klärschlammtrocknungsanlage sei in Planung, der Schmutz- und Mischwasserkanal muss an einigen Stellen saniert werden. Zufrieden zeigte sich der Gemeindechef auch mit der Arbeit des Seniorenheims, das auch 2019 eine optimale Pflege für die Bewohner und ein positives Wirtschaftsergebnis erzielt habe.

Tourismus eine wichtige Säule

Der Tourismus ist für Waging eine wichtige wirtschaftliche Säule. Leider sei die Zahl der Gästebetten innerhalb der letzten zehn Jahre laufend auf jetzt nur noch 1078 zurückgegangen. Bei den Übernachtungen habe man aber den Rekordwert vom Vorjahr nocheinmal leicht übertroffen.

Sehr wichtig für Baderhuber ist das soziale Engagement der Bürger in der Gemeinde, zum Beispiel bei den fünf Feuerwehren oder in den gut 70 Vereinen. Auch wenn im vorigen Jahr keine großen Vereinsjubiläen stattgefunden hätten, so habe es doch viele schöne Veranstaltungen gegeben. Einige davon, wie das Maibaumaufstellen oder das Kalkbrennen, ließ der Bürgermeister in Bildern Revue passieren. Auch gemeindliche Veranstaltungen, wie das Zeltl'n oder die Waginger Filmtage fanden Erwähnung. Mit der neu geordneten Bücherei und dem modernisierten Bajuvarenmuseum hätte Waging zwei attraktive Einrichtungen bekommen, die gut angenommen werden.

Abschließend bedankte sich der Bürgermeister bei allen, die sich für das Gemeinwohl eingesetzt haben, sowie bei den gemeindlichen Einrichtungen und Vorständen der Vereine für die gute Zusammenarbeit. »Packen wir's gemeinsam an, denn nur wenn wir zamhoitn bewegen wir auch was.«

Waging in Zahlen

Einwohner mit Hauptwohnsitz: 7054, Geburten 77, Sterbefälle 89, Zuzüge 427, Wegzüge 392

Schülerzahlen: Grundschulen: Waging 167 Schüler, Otting-Wonneberg 107 Schüler (davon 49 aus Waging), Grundschule Taching 97 Kinder (davon 28 aus Tettenhausen), Mittelschule Waging am See 227 Schüler (davon 140 aus Waging)

Kindergärten: Waging 131 Kinder, Otting 46 Kinder, Tettenhausen 21 Kinder, Bergader Käsemäuse 37 Kinder, MüZe Piraten (Campingplatz) 9 Kinder

Tourismus: Übernachtungen 440.022

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