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Radwege, Zeltln, Kreisverkehr und Tourismus

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Mittendrin unter den Besuchern stellte sich CSU-Bürgermeisterkandidat Matthias Baderhuber bei seinem »Stammtisch«-Termin im Gasthaus Unterwirt« einer ganzen Reihe von unterschiedlichen Themen und Fragen. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Ein ganz besonderes Veranstaltungsmodell hat CSU-Bürgermeisterkandidat Matthias Baderhuber gewählt: Bei seinen Wahlkampfterminen unter dem Motto »Eine Stunde Stammtisch« stellt er sich selbst knapp fünf Minuten lang vor, erzählt, dass er fast das gesamte vergangene Jahr Bürgermeister Herbert Häusl vertreten musste und dass er sich aufgrund dieser Erfahrungen das Bürgermeister-Amt durchaus zutraue: »Und ich möchte es auch ganz gerne machen.«


Dann gibt er sogleich das Motto aus »Feuer los!« und ermutigt die Besucher, ihm ihre Anliegen vorzutragen und Fragen zu stellen. Bei seinem Auftritt im Gasthaus »Unterwirt« ging es zunächst um das Thema Fahrrad. Gunter Worch kritisierte den »heruntergekommenen Radweg« an der Salzburger Straße, dessen Kennzeichnung kaum mehr zu erkennen sei und der zudem immer wieder mal zugeparkt sei. Das sei gerade für ältere Leute und Kinder sehr gefährlich.

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Ähnlich sehe es an der Scharnowstraße aus: Auch dieser Radweg, der noch dazu für viele Kinder der Schulweg sei, sei miserabel, und im Winter oft gar nicht befahrbar. Aber auch darüber hinaus könnte man in Waging noch viel mehr tun für Radfahrer, so Worch weiter, wie er es aus anderen Gemeinden kenne. Immerhin sei das Radfahren inzwischen zu einem Wirtschaftsfaktor geworden.

Baderhuber nahm die Beschwerden zur Kenntnis und fügte noch an, dass es einen Radweg zum Rewe-Rossmann-Komplex geben werde. Ein weiterer Radweg sei aus seiner Sicht noch vom Ottinger Bahnhof bis zum Gewerbegebiet notwendig.

Richard Tanner fragte sich, ob es Aufgabe der Gemeinde sei, eine Konzertreihe wie das Zeltln-Festival auszurichten und dafür ein Defizit von rund 15 000 Euro in Kauf zu nehmen. Baderhuber meinte dazu, auch ihm sei das ein Dorn im Auge, aber das Zeltln sei wichtig für den Bekanntheitsgrad von Waging. Für 2019 und 2020 sei die Durchführung des Festivals schon beschlossen, aber der Event-Arbeitskreis sei beauftragt, sich Gedanken zu machen, wie das Defizit verringert werden könnte.

Andreas Kronast, Inhaber des Unterwirts, hält das Zeltln auch für eine gute Werbung für Waging, weil viele Leute von weit her nach Waging kommen. Darauf entgegnete Tanner, dass sich daraus aber kaum Übernachtungen ergäben.

»Bewegung« bei Einmündung an Tankstelle

Kronast sprach die Einmündung bei der Aral-Tankstelle an der Salzburger in die Staatsstraße 2105 an. Hier gebe es, so Baderhuber, inzwischen einen fertigen Plan und Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt: »Da ist Bewegung da.« Ideal wäre ein Kreisverkehr, dazu sei aber Grunderwerb notwendig. Sollte dieser nicht möglich sein, gebe es aber auch einen Plan B.

Ein weiteres Thema war die Vergabe von Baugrundstücken: Das Nachfolgemodell des Einheimischenmodells erlebte ein potenzieller Häuslbauer so: Man darf kein Geld haben, um in den Genuss eines solchen Grundstücks zu kommen, soll aber trotzdem ein Haus bauen können – dieser Zwiespalt sei nicht gelöst. Dazu sagte Baderhuber: »Das Problem ist bekannt, aber eine Lösung kann ich nicht anbieten.«

Wo Baderhuber Waging in zehn Jahren sehe, wollte Kronast noch wissen – vor dem Hintergrund der Tatsache, dass der Tourismus in Waging »tot« sei, wenn man vom Camping absieht. Der Rückgang von über 3000 auf aktuell weniger als 1000 Betten müsse doch irgendwie ausgeglichen werden. Darauf hatte Baderhuber zunächst noch kein unmittelbar wirksames Konzept. Es gebe kaum Möglichkeiten, dem Bettenschwund entgegen zu wirken; allerdings könnte man darüber nachdenken, privaten Vermietern einen Zuschuss zu geben, damit sie die Vermietung aufrechterhalten.

Kritik übte Kronast an der Arbeit der Tourist-Information. Dort würden alle möglichen Projekte für die Waginger-See-Region und darüber hinaus erstellt, die aber keinen einzigen zusätzlichen Gast nach Waging brächten. Der Fokus der Arbeit müsse wieder vor allem auf Waging gelegt werden, schließlich zahle die Gemeinde die Tourist-Info ja auch.

Hans Wembacher stellte dazu noch fest, dass sich die Vermieter zunehmend schwer täten, da die Saison gerade mal auf zwei Monate beschränkt sei, oder auf nur vier Wochen, wie ein anderer Redner anmerkte. Da lohne es sich kaum mehr, für Sommergäste zu vermieten, und die Besitzer nutzten ihre Wohnungen anderweitig. he