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Ottinger Vereine diskutieren über Gemeinschaftsgebäude

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Auf der Fläche, auf der aktuell die beiden Gebäude des ehemaligen Raiffeisen-Lagerhauses stehen, soll in Otting ein Haus der Vereine gebaut werden. Nun soll eine erste realistische Planung erstellt werden – basierend auf den abgespeckten Wünschen von Ottinger Vereinen. (Foto: Georg Unterhauser/www.luftbild-traunstein.de)

Waging am See – Ein Haus der Vereine in Otting hätte wohl einen Raumbedarf von etwa 300 Quadratmetern. Bei einem Treffen im Rathaus mit Vertretern der Ottinger Vereine, der Fraktionen im Waginger Gemeinderat sowie den Planern Nikolaus Magg vom gleichnamigen Architekturbüro und Helmut Mühlbacher von Mühlbacher und Hilse stand der Raumbedarf im Mittelpunkt.


Schon Monate zuvor hatten die Vereine ihre Vorstellungen bei der Gemeinde abgegeben. Das würde aber ein Gebäude von 44 mal 11 Meter auf drei Stockwerken einschließlich Untergeschoß erfordern – eine Fläche, die den Platz des alten Lagerhauses auf dem rund 1500 Quadratmeter großen Areal neben dem Gasthof Oberwirt sprengen würde. Optisch, ortsplanerisch wie von den Kosten her wäre ein solcher Bau illusorisch, das war letztlich jedem klar.

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Beide Kapellen wollten einen eigenen Probenraum

Der Theaterverein Otting, der auch jetzt viele Requisiten im alten Lagerhaus gelagert hat, wollte einen Probenraum mit 100 Quadratmetern, Kostüm- und Technikraum mit 30, Werkstatt mit Materiallager 80, Lagerraum für Bühnenelemente 140 und ein Stühlelager mit 20 Quadratmetern.

Die Musikkapelle Otting wollte einen Probenraum mit 100 Quadratmetern und ein Lager mit 50 Quadratmetern. Die Blaskapelle Jung-Otting beantragte einen Probenraum mit rund 150 Quadratmetern, einen Notenraum mit 30 und eine Garage für einen Anhänger mit rund zehn Quadratmetern. Vergleichsweise kleinen Raumbedarf haben der Schützenverein (rund 40 Quadratmeter) und der Gartenbauverein angegeben (25 Quadratmeter).

Architekt Magg hatte – um den Gesamtbedarf optisch darzustellen – alles addiert und die gut 400 Quadratmeter in ein Gebäude planerisch eingegliedert. Dieser Entwurf war in jeder Hinsicht illusorisch, das war schnell klar, zumal dann auch nicht mehr genug Platz für die Parkplätze wäre. Daraufhin begannen die Überlegungen, wo man abspecken könnte.

Die Vertreter der Kapellen sahen schnell ein, dass zwei große Probenräume nicht möglich sind. Gleichwohl konnten sich Alfons Thaler für Jung-Otting und Sepp Rehrl von der Musikkapelle Otting nicht so recht vorstellen, wie man die gemeinsame Nutzung organisieren könnte. Denn beide Kapellen proben am Freitag – ein Termin, der den Möglichkeiten der Musikanten am besten entspricht.

Aktuell ist aber jede der beiden Kapellen versorgt

Andererseits ist aktuell jede Kapelle versorgt: Jung-Otting probt beim Oberwirt, die »Alten«, wie die Musikkapelle Otting oft genannt wird, in der Schreinerei Schreckenbauer in Dieperting. Daran werde sich auch kurzfristig nichts ändern – aber für die Zukunft wäre ein guter Probenraum schon eine gute Sache, hieß es. Allerdings brauche jede Kapelle mindestens eigene Lagerräume.

Anders sieht es beim Theaterverein aus. Dessen Requisiten lagern ja großteils schon im jetzigen Lagerhaus, von daher müsse dessen Platzbedarf auf jeden Fall berücksichtigt werden, wie Konrad Seehuber feststellte. Die kleinen Lagerräume für Gartenbauverein und Schützen sollten dagegen nicht das Problem sein, zumal Architekt Magg vorsichtig zu überlegen gab, ob es da nicht in anderen Ottinger Gebäuden oder Einrichtungen Platz dafür gäbe.

Im Hintergrund stand immer wieder auch das geplante neue Feuerwehrhaus; dies hat der Gemeinderat ja heuer in Aussicht gestellt, auch wenn die Verwirklichung noch Jahre dauern wird. Von daher steht eines Tages reichlich Platz im alten Feuerwehrhaus zur Verfügung. Allerdings sollte man, so ein Appell von Martin Dandl, die Vereine, die bisher schon im alten Lagerhaus ihren Platz haben, nicht »rausschmeißen«. Besonders Heinrich Thaler, der für das Gasthaus Oberwirt sprach, und Gemeinderat Beppo Hofmann, hätten es gern gesehen, wenn man das Haus der Vereine nicht separat sehen würde, sondern im Rahmen einer Gesamtschau. Das aber war mehrheitlich nicht gewünscht.

DJK und Gemeinde haben Wünsche zurückgenommen

Zweiter Bürgermeister Matthias Baderhuber konnte nach längerer Diskussion der Situation schon einiges Positive abgewinnen. »Das ist jetzt schon was«, meinte er angesichts der Tatsache, dass ein Probenraum wegfalle und einige weitere kleinere Raumwünsche wohl anderweitig erfüllt werden könnten. Auch ursprüngliche Wünsche der DJK und der Gemeinde, die dort eventuell Archivräume schaffen wollte, waren zurückgenommen worden. »Nun schaut es nicht mehr so schlecht aus«, so Baderhuber abschließend.

Nun soll Architekt Magg eine erste realistische Planung erstellen, damit das Förderverfahren beginnen kann. Denn die Gemeinde erhofft sich über das Eler-Programm einen Zuschuss von 60 Prozent der Nettobaukosten. Die von der Gemeinde in den Finanzplan eingestellten Kosten von 1,3 Millionen Euro seien ja, wie Kämmerer Bernhard Kraus betonte, nur eine Schätzung. Von daher müssten jetzt die Kosten genauer ermittelt werden, wobei laut Magg das Gebäude auf alle Fälle auch einen Aufzug bekommen sollte. he

 

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