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Neugestaltung der Waginger Tourist-Info auf Eis gelegt

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Waging: Neugestaltung der Tourist-Info auf Eis gelegt | Waging am See
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Der Eingangsbereich der Tourist-Info sollte neu gestaltet, die Innenausstattung und die Beleuchtung modernisiert werden. (Foto: Konnert)

Waging am See – Die Neugestaltung des Eingangsbereichs der Tourist-Information beschäftigt den Gemeinderat seit gut zwei Jahren. Das Thema war wiederholt auf der Sitzungsagenda, ein Planungsbüro hat mittlerweile, auch wegen notwendiger Umplanungen, rund 480 Arbeitsstunden investiert. Die dafür entstandenen Kosten für die Gemeinde belaufen sich auf bis zu 40.000 Euro. Nun wurde das Projekt in letzter Sekunde gestoppt.


Ausgangspunkt dafür war ein Antrag von Stefanie Schmeiduch (Grüne) zur Überprüfung der geplanten Baumaßnahme aufgrund der geänderten Haushaltslage. Wegen notwendiger Sparmaßnahmen aufgrund der engen Kassenlage solle den Pflichtaufgaben Priorität eingeräumt werden. Dazu gehöre vor allem die Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen, so Schmeiduch.
Die Modernisierung der Tourist-Info sei jedoch als freiwillige Aufgabe einzustufen, ihre Durchführung zum jetzigen Zeitpunkt nicht prioritär. »Die Maßnahme ist in der jetzigen Situation überzogen, eine Fußbodenheizung zum Beispiel kann man den Bürgern nur schwer vermitteln.« Vereinzelt war bereits bei den Bürgerversammlungen Kritik an der Maßnahme hochgekommen.

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Vor der Abstimmung über die Fortführung oder den Stopp des Projekts gab Kämmerer Bernhard Kraus dem Gemeinderat einen kurzen Überblick über die einzelnen Entscheidungsschritte und den aktuellen Sachstand der Modernisierungsmaßnahme.

Die Entscheidung für das Projekt fiel bereits im Juni 2018. In einem ersten Entwurf war die Summe von netto 347.000 Euro genannt worden. Auch zu einer eventuellen Förderung durch das Programm »Röfe« wurde informiert. Es folgten die Beauftragung einer Firma zur Detailplanung, mehrere Änderungen mit dem Ziel der Kostenminimierung und im Dezember 2018 der Auftrag für die Kämmerei, einen Förderantrag bei der Regierung von Oberbayern einzureichen.
Die zu erwartenden Kosten wurden zu diesem Zeitpunkt mit 304.000 Euro netto angegeben. Unter Berücksichtigung einer circa fünfprozentigen Kostensteigerung müsse man aktuell mit Kosten von rund 322.000 Euro rechnen, so Kraus. Diese Kosten seien im Haushalt eingestellt worden.

Im Juni 2019 informierte die Kämmerei den Gemeinderat darüber, dass die Förderstelle dem vorzeitigen Maßnahmebeginn zugestimmt hat, und schlug die Ausschreibung vor. Dem hat der Rat zugestimmt. Ende Februar wurden deshalb die Eigenerklärungen an die jeweiligen Firmen bezüglich der benötigten Gewerke versandt, in unmittelbarem Anschluss sollten die Ausschreibungen erfolgen. Dazu kam es nicht mehr, denn aufgrund des Antrags von Schmeiduch mussten der Vorgang gestoppt und das Thema Tourist-Info erneut im Gemeinderat auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Kämmerer Kraus wies darauf hin, dass bei einer eventuellen Verschiebung der Maßnahme die jetzt zugesagte Förderung nicht zugesichert werden könne. Er befürchte, dass bei einem Stopp die Modernisierung des Eingangsbereichs der Tourist-Info langfristig nicht mehr erfolgen werde. Dies könnte sich auch negativ auf die Verlängerung der Zertifizierung auswirken, die 2021 anstehe.

In der Diskussion plädierten Karl Heinz Neumann (CSU), Georg Huber (ÖDP/PFW) und Magdalena Obermayer (CSU) für einen Stopp der Baumaßnahme. »Wir wissen nicht, was Corona uns bringt«, so Huber. Das Projekt sei für ihn nicht vom Tisch, aber vorerst nicht realisierbar. »Die Finanzlage ist zu unsicher«, meinte Magdalena Obermayer.

Anderer Meinung war Georg Seehuber (FWG), für den es wichtig ist, dass gerade jetzt, wenn den Firmen Aufträge wegbrechen, die Kommunen diese unterstützen, indem sie Aufträge vergeben. »Wir sind eine Touristengemeinde, die Tourist-Info ist unser Aushängeschild«, so die Meinung von zweitem Bürgermeister Martin Dandl (FWG). Deshalb könne man hier nicht nur von einer freiwilligen Maßnahme sprechen. Er sei deshalb für die Realisierung.

Bei der anschließenden Abstimmung stimmten 14 Gemeinderäte für einen Stopp der Maßnahme. Nur sechs waren dafür, die Maßnahme weiter zu verfolgen. kon

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