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Neuer Waldkindergarten in Waging: Gemeinderat entscheidet sich für »KoniS«

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Waging: Anmeldungen für neuen Waldkindergarten möglich – Grünes Licht für »KoniS«
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Anna Bobenstetter bei ihrer Präsentation zum geplanten Waldkindergarten in Waging am See. (Foto: Konnert)

Waging am See – Der Bedarf an Kindergartenplätzen in Waging ist groß. Um den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz erfüllen zu können, soll ab September auch ein Waldkindergarten in Betrieb gehen. Fürs Erste sollen dort Plätze für 20 Kinder zur Verfügung stehen. Als Träger der neuen Einrichtung hatte sich der Gemeinderat für »KoniS« aus Traunstein entschieden.


Vier mögliche Bewerber waren von der Gemeinde angeschrieben worden, zwei davon hatten Interesse an dieser Aufgabe gezeigt. Der Jugendhilfeträger »KoniS – Konzepte individueller Sozialpädagogik« und die Gemeinde Waging haben nun für alle interessierten Eltern eine Infoveranstaltung »Ein Waldkindergarten für Waging« in der Offenen Ganztagsschule veranstaltet. Das Interesse seitens der Eltern war sehr groß, der Raum voll besetzt.

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Die Gemeinde wird für den Waldkindergarten das private Waldgrundstück bei Füging von dem Besitzer pachten und wie bei jedem regulären Kindergarten auch, anteilsmäßig für die Kosten aufkommen. Die weitere Finanzierung kommt aus Fördermitteln und Elternbeiträgen. Diese werden in gleicher Höhe wie bei den anderen Kindergärten im Gemeindegebiet sein.

Konrad Heigermoser von KoniS war zusammen mit seiner Mitarbeiterin Veronika Görlich gekommen und hatte sich als Unterstützung zwei Profis in Sachen Waldkindergarten mitgebracht, nämlich Anna Bobenstetter, Kindheitspädagogin und Leiterin des Waldkindergartens »Holzwurm« aus Eisenärzt, und Erzieherin Luise Sattler, die im Waldkindergarten Traunstein gearbeitet hat.

»Wir haben bei Füging das perfekte Gelände für einen Waldkindergarten gefunden«, freute sich Konrad Heigermoser. Dort werde noch ein Holzbau mit Vordach errichtet. Auch ein Sandkasten soll seinen Platz finden. Ob auch eine Feuerstelle eingerichtet werden kann, müsse noch geprüft werden. Man plane Öffnungszeiten täglich zwischen 7.30 und 14.30 Uhr und Buchungszeiten von sechs bis sieben Stunden. KoniS hatte bereits Anmeldebögen dabei, die die Eltern bei Interesse ausfüllen und bei Lisa Promper im Kindergarten St. Maria in Waging für KoniS abgegeben können. Dort sind auch Anmeldungen ohne ausgefüllte Bögen möglich.

Die Frage einer Mutter, ob das Personal eine spezielle Ausbildung für Waldkindergärten aufweisen müsse, wurde verneint. Man lerne vieles mit den Kindern zusammen, so Anna Bobenstetter, die die Kinderbetreuung und den Tagesablauf im Waldkindergarten Eisenärzt im Detail, untermalt mit Bildern, vorstellte. Für die Kinder biete das »Klassenzimmer Wald« Raum, Lernmaterial und Spielideen in Hülle und Fülle.

Ein Waldkindergarten stärke die Selbstständigkeit und die Gemeinschaft, fördere das Umweltbewusstsein und rege die Fantasie an. Kinder seien zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter gerne im Wald. Bei besonders kaltem oder unwirtlichem Wetter habe man einen geheizten Raum in der Hütte. Für Tage, an denen das Betreten des Walds verboten sei, zum Beispiel wegen Sturms, gäbe es einen »Schutzraum«. Wichtig sei für die Kinder die richtige Kleidung, dann würden sie nicht frieren, so Julia Weissinger-Lex, deren Kind einen Waldkindergarten besucht. »Wenn man hinter der Idee steht, stört auch die schmutzige Kleidung nicht, man nimmt sie in Kauf«, wusste sie zu berichten. Es gäbe auch in einem Waldkindergarten einen geregelten Tagesablauf sowie ein Regelwerk, das es zu befolgen gelte, so Luise Sattler.

Die Eltern hatten viele Fragen zu der neuen Einrichtung, zum Beispiel wie die Auswahl der Kinder bei mehr als 20 Anmeldungen getroffen werde. Das sei noch nicht im Detail geklärt, weil man erst sehen müsse, wie groß das Interesse sei. Grundsätzlich werde man bei der Auswahl auf die Ausgewogenheit der Geschlechter, ein gemischtes Alter und auch auf die Dringlichkeit des Betreuungsbedarfs achten. Erfahrungsgemäß könne man auch nicht mit 20 Kindern starten, so Veronika Görlich, sondern mit einer kleinen Gruppe, die man stetig erhöht. Die Eltern müssten mit etwa zwei Wochen Eingewöhnungszeit rechnen, von denen sie eine Woche effektiv im Wald dabei sein müssten, die zweite Woche müssten sie ständig erreichbar sein. kon

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