Neubau oder Sanierung der Kneippanlage günstiger?

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Die Kneippanlage am Seeleitenweg in Tettenhausen muss dringend erneuert werden. Nun stellt sich die Frage: Sanierung oder Neubau? (Archivfoto: Kleißl)

Waging am See – Die idyllisch in einem Waldstück gelegene Kneippanlage am Seeleitenweg in Tettenhausen ist in die Jahre gekommen. Das Becken ist undicht, sodass kein ausreichender Wasserstand zum Kneippen erreicht wird. Nun stellte sich im Waginger Marktgemeinderat die Frage: Neubau oder Sanierung?


Im Dezember hatte der Gemeinderat zunächst beschlossen, die Sanierung in diesem Jahr anzugehen, und dabei ein Sonder-Förderprogramm für Kneippanlagen zu nutzen, das vom Freistaat anlässlich des 200. Geburtstags von Pfarrer Sebastian Kneipp aufgelegt worden ist. Der Förderantrag wurde gestellt, die Maßnahme könnte jetzt begonnen werden, weil die Zustimmung der Förderstelle zum vorzeitigen Beginn vorliegt.

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Nun hat aber die detaillierte Planung durch das beauftragte Ingenieurbüro Kleißl ergeben, dass ein Neubau wirtschaftlich günstiger wäre als eine Sanierung. Für die Sanierung, bei der unter anderem der Boden komplett gereinigt und die Betonbereiche des Bodens und der Wände abgedichtet werden müssten, die Zu- und Abläufe neu gestaltet, neue Handläufe angebracht, Sitzmöglichkeiten geschaffen sowie das Umfeld entsprechend ausgestaltet werden müsste, wurden Kosten von rund 48.000 Euro errechnet.

Für einen Neubau mit gleicher Aufwertung des Umfelds würden jedoch nur Kosten von rund 33.500 Euro entstehen. Deshalb hat der Gemeinderat seinen Beschluss vom Dezember 2020 aufgehoben und bevorzugt jetzt den wirtschaftlicheren Neubau der Anlage an gleicher Stelle. Der Förderantrag muss jetzt neu gestellt werden. Die Maßnahme soll nur vorbehaltlich der Förderung durchgeführt werden.

Desgleichen muss mit dem Grundeigentümer ein entsprechender Vertrag zur Flächensicherung abgeschlossen werden, bevor der Neubau in Angriff genommen werden kann. In der Gemeinderatssitzung informierte Bürgermeister Baderhuber auch zu einem Vor-Ort-Termin bezüglich Hochwasserschutzmaßnahmen in Holzhausen. Dort soll auf der Siedlungsseite der Staatstraße soviel Rückhaltevolumen wie möglich geschaffen werden, um bei Starkregenereignissen wie 2019 und 2020 Zeit zu gewinnen, um Überschwemmungen vorbeugen zu können. Bis zur Aprilsitzung des Rats sollen die Planungen abgeschlossen sein, damit entsprechende Beschlüsse zur Umsetzung gefasst werden können. Auch über die Beteiligung der Gemeinde an der Finanzierung soll dann entschieden werden. Ab April diesen Jahres tritt nämlich ein neuer Fördertatbestand in Kraft, zu dem sich die Gemeinderäte der Verwaltungsgemeinschaft Waging am See in einer online-Schaltung zwischen Ostern und Pfingsten mit Bernhard Unterreitmaier vom Ingenieurbüro Aquasoli in Siegsdorf austauschen möchten.

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