Mehr Übernachtungen trotz kurzer Saison

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Die Region um den Waginger und Tachinger See bleibt vor allem wegen der Campingmöglichkeiten ein Tourismusmagnet. (Foto: M. Konnert)

Waging am See – Trotz einer verkürzten touristischen Saison, die nur von Mai bis Oktober dauerte, wurde in Waging im vergangenen Jahr ein deutliches Plus bei den Übernachtungen verzeichnet. In jedem Monat gab es einen neuen Rekord. »Camping ist gefragt«, so das Fazit von Evi Bernauer, Leiterin der Waginger Tourist-Info bei der ersten Online-Vermieterversammlung. Waging verstehe sich als naturnahe Genussregion und werde auch als solche wahrgenommen.


In ihrem Bericht ging Evi Bernauer detailliert auf die vergangene Saison ein und zeichnete aktuelle und mittelfristige Ziele für den Tourismus in der Region auf. Wichtig war ihr auch, dass sich die Gastgeber selbst aktiver einbringen und am Tourismusgeschehen beteiligen, unter anderem durch regelmäßige Kontakte mit der Tourist-Info, die Nutzung der zahlreichen Schulungsangebote und Informationsmöglichkeiten, den Eintrag in das digitale Vermittlungssystem IRS18 oder schlicht durch gute telefonische Erreichbarkeit.

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Insgesamt habe es 2020 zwar einen leichten Rückgang von rund 5,4 Prozent bei den Ankünften gegeben, so Bernauer, dafür aber sind die Übernachtungen um rund zehn Prozent gestiegen, eine Entwicklung, die man als sehr positiv bewerten könne. »Der Gast bleibt länger bei uns. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist von 6,1 Tagen in 2019 auf 7,0 Tage in 2020 angestiegen«.

In konkreten Zahlen wurden im Vorjahr allein in Waging 68 421 Ankünfte und 482 214 Übernachtungen registriert. Vor allem die Monate September und Oktober stachen mit einem saftigen Plus gegenüber 2019 hervor. Die meisten Gäste kamen aus Bayern (rund 26 000), Baden-Württemberg (rund 20 000) und Nordrhein-Westfalen (knapp 15 000). Einen deutlichen Zuwachs gab es bei den Gästen aus Hamburg und Bremen. Rund 4,4 Prozent der Gäste kamen aus dem Ausland, vor allem aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Hier wurde allerdings gegenüber den Vorjahren ein starker Rückgang verzeichnet, möglicherweise durch die Reise-Einschränkungen wegen der Pandemie.

In der Region Waginger See hatte im Vorjahr Kirchanschöring den größten Zuwachs an Übernachtungen (+ 27 Prozent), während Wonneberg mit minus 30 Prozent den größten Rückgang verzeichnete. Insgesamt wurden in der Region rund 643 700 Übernachtungen gezählt bei rund 101 000 Ankünften.

Ein Wermutstropfen ist der anhaltende Rückgang der Gästebetten in Waging und in der Region. In Waging gibt es jetzt nur noch 1044 Betten – dies entspricht einem Rückgang von 42 Prozent innerhalb von elf Jahren. In der Region beträgt der Rückgang im selben Zeitraum rund 20 Prozent. Insgesamt gibt es in Fridolfing, Kirchanschöring, Petting, Taching, Tittmoning, Waging und Wonneberg 2265 Gästebetten bei 240 Vermietern. Nur bei 82 Vermietern kann man auch online buchen.

Durch Corona habe sich bei den Menschen eine neue Verbindlichkeit des Denkens und Fühlens eingestellt, so Bernauer, die sich auch auf das Urlaubsverhalten auswirke. Der Trend gehe eindeutig weg vom Spaß- und Massentourismus, wie zum Beispiel bei Kreuzfahrten, hin zu einem nachhaltigen, individuell gestalteten Urlaub. Ökologie, Natur, Genuss, Gesundheit, Selbstfindung, mobile Arbeit seien gefragt.

Für Waging und die Region sei dies ein Glücksfall, denn mit Themen wie Kulinarik, Natur, echte Erlebnisse für den Gast, Nachhaltigkeit und Werte wie Natürlichkeit, Authentizität und Geborgenheit sei man in der touristischen Ausrichtung genau auf dem richtigen Weg. Viele der Projekte, die in Angriff genommen wurden oder in Planung sind, orientierten sich an dieser Philosophie. Als Beispiele nannte Bernauer unter anderem »BIOS erleben« und die Plattform »Findet Naturabenteuer«.

Der Präsentation schloss sich eine kurze Diskussionsrunde an, in der Gastgeber Fragen stellen konnten. Im Anschluss an die Versammlung fand ein digitaler Austausch in lockerer Runde im »meetingland« statt.

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