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Lebenshilfe darf in Waging neu bauen

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Waging: Lebenshilfe darf neu bauen – Abriss und Neubau im Gemeinderat genehmigt
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Das alte Gebäude der Lebenshilfe an der Strandbadallee soll abgerissen und durch ein neues ersetzt werden. (Foto: Konnert)

Waging am See – Die Lebenshilfe Traunstein darf ihr altes Gebäude abreißen und ein neues errichten. Das beschloss der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Außerdem ging es um zwei Satzungsbeschlüsse zu Bebauungsplänen und mehrere private Bauvorhaben.


Die Lebenshilfe Traunstein beabsichtigt die Errichtung eines Neubaus für zwei Wohngruppen von je acht Personen. Dafür soll das Gebäude abgerissen und an seiner Stelle ein Bau mit zwei Vollgeschoßen und einem Walmdach errichtet werden. Für den zweiten baulichen Rettungsweg ist eine Außentreppe vorgesehen. Deshalb wurde auch ein Antrag auf isolierte Befreiung von den Abstandsfestsetzungen des Bebauungsplans gestellt.

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Da es sich nur um eine geringfügige Überschreitung der Baugrenzen handelt und diese für einen zweiten Rettungsweg notwendig sind, hat der Bauausschuss einstimmig für das gesamte Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen hergestellt. Bürgermeister Matthias Baderhuber wurde ermächtigt, weitere mögliche Befreiungen auf dem internen Verwaltungsweg zu entscheiden.

Zugestimmt wurde auch einem Antrag aus Zözenberg zur Umnutzung einer Garage in eine zweite Wohneinheit mit eigenem Zugang über eine Außentreppe. An das ehemalige Garagengebäude soll ein Carport angebaut werden. Ein zweiter Carport mit drei Stellplätzen soll auf einem gegenüberliegenden Grundstück errichtet werden.

Beide Antragsgrundstücke sind im Flächennutzungsplan als landwirtschaftliche Flächen dargestellt. Kritisch diskutiert wurde der geringe Abstand des Dreifach-Carports zur Straße, der nur einen halben Meter beträgt. Letztendlich hat der Bauausschuss dem Vorhaben aber das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Ausschlaggebend war die offene Bauausführung der beiden Carports, die so nicht sichtbeschränkend wirken sowie die Tatsache, dass die Anliegerstraße nur wenig befahren ist.

Um einen Carport und eine Türüberdachung aus Glas ging es auch bei einem Antrag aus Gaden. Der Carport soll zwischen der Garage und der Grundstücksgrenze errichtet werden, die Türüberdachung gleich an das Carportdach angrenzen. Im Bebauungsplan wäre ein Gründach vorgesehen. Dieses sei aber zu schwer und zu auffällig, heißt es in der Begründung des Antragstellers, der die Ausschussmitglieder durchaus folgen konnten. Ohne Gegenstimmen stellten sie das gemeindliche Einvernehmen her und stimmten der Abweichung von der im Bebauungsplan festgelegten Dachgestaltung zu.

Auch gegen einen Antrag auf Abbruch und Wiedererrichtung eines Wohnhauses in Otting gab es keine Einwände. Das geplante neue Wohnhaus fügt sich nach Art und Maß, Bauweise sowie überbaubarer Grundstücksfläche in die Umgebung gut ein. Die Abstandsflächen werden bei der Planung eingehalten.

Für den Bebauungsplan »Sondergebiet Einzelhandel /Gewerbegebiet an der Ottinger Straße« wurde das Bauleitplanverfahren mit dem Satzungsbeschluss abgeschlossen.

Er wurde mit zwei Gegenstimmen gefasst. Vorab schilderte Bautechniker Manfred Gries dem Ausschuss noch einmal die einzelnen Schritte des 2017 begonnenen Verfahrens und die vorausgegangenen Abwägungsentscheidungen in den Bau- und Werkausschusssitzungen.

Mit der Veröffentlichung des Satzungsbeschlusses im Amtsblatt tritt der Bebauungsplan in Kraft. Christine Rehrl, die dagegen gestimmt hatte, meinte, dass der Bau ein Fremdkörper für Waging sei. »Schöner ist Waging damit nicht geworden.« Auch der Bebauungsplan »Feichten« wurde für zwei Flurnummern geändert und als Satzung beschlossen. kon

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