"Ladies in Red" – Frauen bei der Waginger Feuerwehr

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Feuerwehrfrauen FF Waging - Sandra Pirchner, Gina Parzinger und Laura Neumann Foto: Thomas Pfeffer, FF Waging am See
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Sandra Pirchner: Von klein auf fasziniert von der Feuerwehr ist Sandra Pirchner und seit 2009 im aktiven Dienst. Motivation ist für sie die Freude den Mitmenschen zu helfen, die tolle Gemeinschaft unter den Kameraden und natürlich auch weil Vater Andy Pirchner auch schon lange bei der Feuerwehr dabei ist. Foto: Thomas Pfeffer, FF Waging am See
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Laura Neumann: Mit der Feuerwehr „groß geworden“ ist Laura Neumann. Sie stammt aus einer „Feuerwehr- Dynastie“ mit Opa, Onkel und Papa. Daher findet man Laura im Einsatz im Regelfall im Hilfeleistungslöschfahrzeug oder im Tanklöschfahrzeug, stark vermummt mit dem Atemschutzgerät ausgerüstet. Im Feuerwehrverein ist sie als 1. Kassierin in der Vorstandschaft fest integriert. Foto: Thomas Pfeffer, FF Waging am See
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Tabea Domann: Tabea Domann ist seit 2017 bei der Feuerwehr mit dabei. Für das Interesse an dem Ehrenamt hat ihr Vater Martin Domann gesorgt, der selbst schon viele Jahre bei der Waginger Feuerwehr mit dabei ist. Als sie dann in der Firmgruppe mit dabei war, welche von der Feuerwehr betreut wurde, war ihr klar, dass sie bei der Feuerwehr unbedingt dabei sein will. Den „Truppmannlehrgang“, also die Grundausbildung hat sie mittlerweile erfolgreich bestanden und so rücken Tochter und Vater im gleichen Löschfahrzeug oder sogar in der Drehleiter gemeinsam aus. Foto: Thomas Pfeffer, FF Waging am See
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Gina Parzinger: Bestens vertraut mit allen Handgriffen, die im Einsatz benötigt werden ist auch Gina Parzinger. Ganz '“klassisch“ hat sie ihre Ausbildung in der Jugendfeuerwehr begonnen und ist seit einiger Zeit jetzt im Einsatzdienst. Foto: Thomas Pfeffer, FF Waging am See

Waging am See – Die Waginger Feuerwehr ist stolz, derzeit zwölf Frauen im Team zu haben. Die meisten sind aktiv in der Jugendfeuerwehr tätig. Ein Bericht von Thomas Pfeffer von der Freiwilligen Feuerwehr Waging:


„Lady in Red“... singt ja schon Chris de Burgh in einem seiner Hits. Vermutlich besingt er hier zwarnicht die roten Schutzanzüge der Feuerwehrfrauen der Waginger Feuerwehr, aber die Brandschützerinnen aus Waging haben in der heimischen Feuerwehr durchaus ihre Berechtigung. Bereits in früheren Zeiten des organisierten Brandschutzes in Deutschland war die „Frau“ keinesfalls völlig ausgeschlossen. Der Feuerwehr-“Mann“jedoch hatte grundsätzlich das Sagen, und die Frau war bestenfalls „Wasserträgerin“ im wahrsten Sinne des Wortes. Kein Wunder also, dass „Frauen in der Feuerwehr“ über lange Zeit hinweg kaum in Erscheinung getreten sind.

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Und trotzdem leisteten sie bereits einen nicht unerheblichen Teil im Bereich desdamals sich zu etablieren beginnenden organisierten Brandschutzes. Die Wasserträgerinnen beispielsweise hatten durchaus eine wesentliche Funktion während eines Feuerwehreinsatzes. Sie waren es, die der Feuerspritze das Wasser aus Brunnen und Gewässern zuführten. Ihrer Schnelligkeit war es nicht selten zu verdanken, dass die „Herren der Schöpfung“ einen Löscherfolg erzielen konnten. Auch in den Folgejahren – insbesondere in den Kriegsjahren – hatten Frauen immer wieder ihren Platz in den Feuerwehren. In den Nachkriegsjahren sowie dort, wo örtliche Feuerwehren tagsüber berufsbedingt von männlichen Kräften nicht besetzt werden konnten, richteten Frauen eigene „Frauenfeuerwehren“ ein.

Auch in Waging war zu den Zeiten des 2. Weltkrieges eine Frauenfeuerwehr im Einsatz. Die Ausbildung an der damals verfügbaren „Einheitsmotorspritze“ aus dem Jahr 1932 und diversen Kleinlöschgeräten fand in Waging und diverse Lehrgänge auch in Laufen statt. Zu Beginn der 1980er Jahre wurden in Waging die „Zeichen der Zeit“ erfolgreich erkannt und die ersten weiblichen Feuerwehrmitglieder nahmen ihren Einsatzdienst auf. Erst im notfallmedizinischen Bereich und später auch als Atemschutzgeräteträgerinnen und in Führungspositionen als Gruppenführerinnen und Ausbilderinnen. Nicht vergessen sind auch die „Feuerwehrfrauen“, welche zwar nicht im aktiven Dienst ausrücken, aber für Verwaltungstätigkeiten und auch im Vereinsleben ihren Ehemänner den Rücken „frei hielten“.

Im Jahr 1994 wurden dann auch die ersten Mädchen in der Jugendfeuerwehr aufgenommen. Zahlreiche Feuerwehren bemühen sich, Mädchen und Frauen verstärkt für ein ehrenamtliches Engagement im aktiven Dienst zu gewinnen. Ein freiwilliges und ehrenamtliches Engagement in einer Feuerwehr bedeutet heutzutage deutlich mehr als „Feuer löschen“. Sowohl das Einsatzspektrum als auch die Aufgaben allgemeiner Tätigkeiten hat sich wesentlich geändert und anforderungsgemäß ausgeweitet. „Frauen in der Feuerwehr“ sind heute unverzichtbar in einer Organisation, die sich den Schutz und die Hilfe für ihre Mitbürger zur vorrangigen Aufgabegemacht hat.

Derzeit sind 12 Frauen in der Waginger Feuerwehr mit dabei. Die meisten davon in der Jugendfeuerwehr. Für unsere „aktiven“ Damen im Einsatzdienst bedeutet es aber auch, sobald der Funkmeldeempfänger piepst oder die Sirene heult, eilen sie genau so wie ihre männlichen Kollegen zum Feuerwehrhaus und besetzten den Einsatzleitwagen, die Drehleiter oder auch die Löschfahrzeuge. Zu ihren Aufgaben gehört – wie auch bei den männlichen Aktiven - die Unterstützung der Einsatzleitung an der taktischen Führung, die Brandbekämpfung unter Verwendung von Atemschutzgeräten oder auch Tätigkeiten auf dem Feuerwehrboot.

Selbstverständlich sind sie auch als ausgebildete Sanitäterinnen bei der First-Responder-Gruppe mit dabei. Und das alles natürlich gleichberechtigt zu den Feuerwehr“Männern“.

fb/red

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