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Langjährige Mitglieder ehrte die Krieger- und Soldatenkameradschaft Waging am See mit Anstecknadel und Urkunde. Unser Foto zeigt in der hinteren Reihe von links den zweiten Vorsitzenden Franz Christl, die Jubilare Willi Reiter und Josef Harbeck sowie den Vorsitzenden Robert Obermaier; in der vorderen Reihe von links die Jubilare Leonhard Mader, Benno Brunner und Karl Metzger. (Foto: Buthke)

Krieger- und Soldatenkameradschaft Waging ehrt Leonhard Mader für 50 Jahre Vereinstreue

Waging am See – Bei der Jahreshauptversammlung der Krieger- und Soldatenkameradschaft Waging am See im Gasthaus Seerose erklärte der Vorsitzende Robert Obermaier mit Blick auf die Ukraine, die Arbeit des Vereins, nämlich die Erinnerung an die Opfer der Weltkriege wach zu halten und für den Frieden einzutreten, sei wichtiger denn je.


»Wer hätte je geglaubt, dass ein Krieg vor der eigenen Haustür steht«, meinte er. Wladimir Putin sei ein besessener Machthaber, der ein anderes Land in Schutt und Asche lege. Aber niemand habe das Recht, die Freiheit eines Anderen einzuschränken. Ein Krieg sei mit keiner Begründung zu entschuldigen. Der Krieg kenne nur Verlierer. Im Donbas lägen heute noch Tote aus dem Zweiten Weltkrieg ohne Grab. Jetzt knalle es dort schon wieder.

Altbürgermeister Herbert Häusl sagte, man sei an einer Stelle, wo manche geglaubt hätten, ein dritter Weltkrieg könne kommen. Soweit sei es aber nicht oder noch nicht. Er sei aber nicht auszuschließen. Derzeit kämen Flüchtlinge in Massen. Deutschland müsse in der Hauptsache Frauen und Kinder unterbringen. Wenn die Marktgemeinde Waging wegen deren Unterbringung aufrufe, sollte man sich melden.

Er habe in der Bundeswehr gedient, als es mit dem Ostblock noch richtig ernst gewesen sei. »Viele Wehrdienstleistende haben gedacht, dass sie dort ihre Zeit 'verplempern' würden. Aber die Zeit ist nicht umsonst gewesen, weil Deutschland wehrhaft gewesen ist und sich keiner getraut hat, es anzugreifen«, betonte Häusl. Die Bundeswehr habe dem Land mit ihrer Friedenssicherung einen großen Dienst erwiesen, stellte er fest.

Der Krieger- und Soldatenkameradschaft Waging zollte er seinen großen Respekt dafür, wie es ihr gelungen sei, den Verein über die Corona-Krise hinweg zu »schaukeln« und ihn zusammenzuhalten.

Vorsitzender Obermaier sagte, wegen Corona seien die meisten Veranstaltungen »ins Wasser gefallen«. Sechsmal habe die Vorstandschaft Geburtstagsglückwünsche überbracht. Anlässlich seines 98. Geburtstags sei Franz Pirchner nicht nur wegen seiner 70-jährigen Mitgliedschaft geehrt, sondern auch zum Ehrenmitglied ernannt worden. »Franz Pirchner gehörte zu den Mitbegründern der Kameradschaft nach dem Zweiten Weltkrieg«, sagte Obermaier.

Anstelle der Heimkehrer Dank- und Friedenswallfahrt auf den Mühlberg habe der Verein eine Dank- und Friedensandacht in der Waginger Pfarrkirche St. Martin abgehalten. Das Interesse, sich für den Frieden einzusetzen sei leider sehr gering gewesen, bedauerte Obermaier. Die Gauversammlung habe im kleinsten Rahmen stattgefunden. Die monatlichen Stammtische im Gasthaus Alpenrose seien vorübergehend eingestellt worden.

Obermaiers Dank galt der Marktgemeinde Waging am See dafür, dass sie den Weg zum Fahnenraum hergerichtet und einen Zuschuss für den Blumenschmuck am Kriegerdenkmal geleistet habe. Sein Dank galt ebenfalls den Sammlern, die bei der Friedhofssammlung an Allerheiligen für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge knapp 920 Euro gesammelt hätten.

Erfreulich sei, dass der Verein wieder langjährige Mitglieder ehren könne, so der Vorsitzende. Seit 50 Jahren ist Leonhard Mader dabei, seit 40 Jahren Benno Brunner, Josef Harbeck, Martin Göstl, Rudolf Kreuzeder, Karl Metzger und Willi Reiter sowie seit 25 Jahren Georg Schuhegger, Nikolaus Frank junior und Johann Hofmann.

Bjr

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