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Kreditaufnahme in Höhe von 1,6 Millionen Euro geplant

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Das Biomasse-Heizkraftwerk ist der größte Kostentreiber bei den Gemeindewerken Waging. (Foto: Konnert)

Waging am See – Die wirtschaftliche Lage des Eigenbetriebs Gemeindewerke bleibt schwierig. Zum Ausgleich des Vermögensplans wird eine Kreditaufnahme in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro notwendig sein. Das Jahr 2020 wird auch mit einem Minus von rund 200 000 Euro abschließen.


Ein defizitärer Betrieb in genannter Größenordnung sei sicherlich alles andere als zufriedenstellend, so Bürgermeister Matthias Bader-huber bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans im Gemeinderat. Es sei jedoch lobend anzuerkennen, dass die Werkleitung mit erheblichem Arbeitsaufwand versucht, die schwierige wirtschaftliche Lage des Eigenbetriebs zu verbessern. Wenn auch nicht alles kurzfristig umzusetzen sei, so seien die Gemeindewerke doch auf einem guten Weg, wieder eine wirtschaftlich solide Basis zu schaffen.

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Zu geringe Abnahmevon Wärme

Hauptursächlich für das Betriebsdefizit ist die Sparte »Wärme«, wo die Erlöse aus Wärmelieferungen nicht zur Deckung der entstandenen Kosten ausreichen. Ein kostendeckender Preis ist laut der Leiterin der Gemeindewerke Patricia Hund am Markt nicht erzielbar. Besonders belastend sind die hohen Abschreibungen und Verzinsungen aus dem Neubau des Biomasseheizwerks in Tettenhausen. Die Abnahmemengen sind wegen der zu wenigen Anschlüsse zu gering, der aktuelle Preis von zehn Cent pro Kilowattstunde am obersten Ende der Preisspanne. Deshalb sucht die Werkleitung zur Zeit nach Lösungen, um die überschüssige Wärme sinnvoll zu nutzen und zu vermarkten. Eine Möglichkeit, die man zur Zeit prüft, ist die Errichtung einer Klärschlammtrocknung, die diese Wärme nutzt. Eine Machbarkeitsstudie wurde beim Projektträger Jülich eingereicht, der Vorbescheid ist positiv. Eine weitere Alternative zur Nutzung der Wärme zeichnet sich zur Zeit nicht ab. Es sei durchaus kritisch anzumerken, so Patricia Hund, dass die belastenden Defizite bereits bei dem Bau des Heizkraftwerks vorhersehbar gewesen wären, die Anlage sei von Beginn an überdimensioniert gewesen. Sollte man keine Lösung zur Wärmeverwendung finden, zeichne sich über lange Jahre ein defizitärer Betrieb ab.

Im Bereich »Abwasser« müssen die Gebühren erhöht werden, damit sich Einnahmen und Ausgaben die Waage halten. Nach ersten Schätzungen, so Hund, werde die Erhöhung rückwirkend ab dem 1. Januar zwischen 60 und 70 Cent pro Kubikmeter liegen. Grund dafür sind gestiegene Klärschlamm-Entsorgungs- und Personalkosten. Zudem stehen in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen an, die eine Erhöhung der Gebühren ab diesem Jahr unumgänglich machen. Der Marktgemeinderat hat bereits im November einen Beschluss gefasst, der diese Erhöhung möglich macht. Werkleiterin Hund wird dem Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen eine Abwassergebührenkalkulation vorstellen. Der Preis für das Frischwasser ist bereits 2020 von netto 50 Cent auf einen Euro je Kubikmeter angestiegen. Auch hier waren gestiegene Personalkosten und erhebliche Investitionen der Grund für die Erhöhung. Seit 2020 zeichnet sich eine Kostendeckung der Sparte ab.

Strompreise um zwei bis drei Cent erhöht

Ähnlich stellt sich die Situation bei der Sparte »Strom« dar. Zum 1. Januar waren beim Strom alle Produkttarife um netto rund 2,5 Cent erhöht worden. Es sei zu bemängeln, so Hund, dass eine Preisanpassung erst nach vier Jahren erfolgt ist, nachdem die erwirtschafteten Gewinne kaum mehr nennenswert waren. Die Kreditaufnahme wird heuer unter anderem auch wegen der Kosten für Erschließungen von Baugebieten notwendig. Diese Schulden werden aber über Beiträge und Gebühren refinanziert. Nach kurzer Diskussion beschloss der Gemeinderat einstimmig den Erlass des Wirtschaftsplans 2021 für die Gemeindewerke.

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