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Kein »Zeltl'n«-Festival mehr in 2021

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Nächstes Jahr findet das »Zeltl'n« statt, 2021 erstmal nicht mehr. (Foto: Markt Waging)

Waging am See – Der Marktgemeinderat hat eine Weiterführung des »Zeltl'n« im Jahr 2021 bei sechs Gegenstimmen abgelehnt. Grund dafür sind die hohen Kosten, die die Veranstaltung für die Gemeinde verursacht und die in den letzten Jahren durch die Einnahmen nicht vollständig gedeckt werden konnten.


2019 haben 1597 Gäste das »Zeltl'n« besucht. Das von der Gemeinde zu tragende Defizit lag bei rund 20 000 Euro, da den Einnahmen von rund 41 000 Euro Ausgaben von rund 61 000 Euro gegenüberstanden. Noch nicht eingerechnet sind in dieser Summe die Kosten für den Einsatz von Personal der Verwaltungsgemeinschaft, der Gemeindewerke und des Bauhofs. Sie wurden von Kämmerer Bernhard Kraus aufgrund der geleisteten Stunden mit rund 4000 Euro benannt.

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In der Januarsitzung 2019 hatte der Gemeinderat eine Defizitobergrenze von 15 000 bis 17 000 Euro als noch vertretbar erachtet. Diese Obergrenze wurde somit deutlich überschritten. Und dies, obwohl im Vergleich zum Vorjahr 6400 Euro weniger ausgegeben wurden. Leider hat man im Vergleich zum Vorjahr auch rund 10 000 Euro weniger eingenommen.

Die Einnahmen könne man kaum beeinflussen, weil man die Nachfrage für die einzelnen Vorstellungen nur schwer einschätzen könne, so Bürgermeister Matthias Baderhuber. Beim letzten »Zeltl'n« seien zwei der fünf Vorstellungen mit weit unter 200 Besuchern nur schwach nachgefragt gewesen. Nur bei zwei Vorstellungen lag die Besucherzahl über 360.

Man sehe daran, so Andreas Barmbichler (CSU), wie wichtig die Auswahl der Künstler sei. Barmbichler wünschte sich, dass das »Zeltl'n« nicht stirbt, denn es habe für Waging doch viel Renommee gebracht und locke Besucher von weither an. Man müsse aber die Kosten insgesamt besser kontrollieren. Der Arbeitskreis »Tourismus und Veranstaltungen« der Marktgemeinde müsse sich bei der Auswahl der Künstler stärker einbringen. Zur Zeit obliegt die Künstlerakquise der Musikagentur Wimmer aus Waging.

Auch Josef Egger (FWG) fand die Veranstaltung zu teuer, wenn überall gespart werden soll. Dieser Meinung war auch Heinrich Maierhofer (Grüne), der meinte, man solle das Geld besser für die Jugendarbeit in der Gemeinde verwenden.

Georg Huber (ÖDP/PFW) schlug vor, das »Zeltl'n« 2021 erstmal für ein Jahr auszusetzen. Dann könne man immer noch entscheiden, ob man es jedes Jahr oder nur alle zwei Jahre organisieren möchte. Dass kulturelle Veranstaltungen Geld kosten, habe man gewusst, so Stefanie Schmeiduch. Die Frage sei, ob sich die Gemeinde so etwas leisten wolle oder nicht.

Im kommenden Jahr wird das Festival aber erst noch einmal stattfinden und zwar vom 24. September bis zum 3. Oktober. Die Eröffnungsvorstellung am 24. September mit »Ringlstetter & Zinner« ist bereits ausverkauft. Im Programm sind zudem noch die Wirtshausmusiker Tom und Basti, Rüdiger Hofmann und die Band Dreiviertelblut. Natürlich wird auch die beliebte Almkaserparty wieder stattfinden. kon

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