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Kabarett, Musik und gute Stimmung

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Chris Boettcher, Entertainer und Radiomoderator, präsentierte sein neues Programm »s’Beste« und sorgte damit für unzählige Lachsalven, aber auch für nachdenkliche Momente. (Foto: Konnert)

Waging am See – Einen besonderen Auftakt der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr hatte sich der Festauschuss um Festleiter Alexander Ruschak ausgedacht: Mit Musik, Kabarett und Comedy konnten sich die Zuschauer am ersten Abend beim Auftritt von Chris Boettcher so richtig in Stimmung bringen.


Am heutigen Samstag wird im Festzelt weitergefeiert, am morgigen Sonntag schließen sich der Festgottesdienst im Kurpark und der Festzug durch die Gemeinde an.

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Chris Boettcher, Entertainer und Radiomoderator, präsentierte sein neues Programm »s’Beste« und sorgte damit für unzählige Lachsalven, aber auch für nachdenkliche Momente. Der Titel war Programm: eine Auswahl der besten Stücke und Einlagen aus vielen Auftritten der letzten Jahre als Musikkabarettist. Da wurden Persönlichkeiten aus der Welt der Politik, des Sports und des Showgeschäfts parodiert, genuschelt wie Udo Lindenberg, geblökt wie Herbert Grönemeyer, die Raute gemacht wie Angela Merkel oder der Macho herausgekehrt wie bei Putin und Trump.

Ihr Fett ab bekamen aber auch verschiedenste Fernsehsendungen, wie Kochshows, (»gibt es etwas blöderes als anderen Menschen beim Essen zuzusehen?«), Shopping Queen, Tatort (»Tote bringt Quote«) oder Bauer sucht Frau. Aktuelle Ereignisse wurden ironisch gestreift (»Ich bin nicht in der Stimmung für die Fußball-WM, wenn wir sogar gegen Österreich verlieren), deutsche Volkslieder perspektivisch umbenannt (»Dubaitaler« und »Mulladihia«).

Ein Lied für die Feuerwehr Waging

Die leicht ironischen Einlagen zum Mutter- und Vatertag, zu den Problemen mit den Kindern in der Pubertät und zum Komasaufen, zur Namensgebung, wenn die Kinder heute Shantal, Justin und Shakira heißen, waren nicht nur witzig, sondern auch aufrüttelnd. Und auch eine Weltpremiere gab es: das Lied für die Feuerwehr Waging, das der Künstler frisch geschrieben hatte und im Refrain gemeinsam mit dem Publikum sang.

Der vielseitige Kabarettist Chris Boettcher, blau-weißkariertes Hemd, Jeanshose, kann’s einfach: Stimmung machen mit feinem Humor und »Ohrwurmmusik«, unterlegt mit neuen Texten, den Saal mitreißen und Langeweile gar nicht erst aufkommen lassen. Genau beobachtet und auf den Punkt gebracht, nie überspitzt, stets mitreißend, immer am Puls der Zeit und abwechslungsreich ist sein Programm. Man hätte ihm gerne noch länger zugehört. Auch nach der letzten Zugabe mit seinem Wiesn-Hit »10 Meter geh’«.

Grund zum Feiern hat die Waginger Feuerwehr wahrlich genug. Denn neben ihrem 150-jährigen Gründungsfest, feiert auch die Jugendfeuerwehr ihr 50-jähriges Bestehen. Zudem besteht die First-Responder-Gruppe, das Bindeglied zwischen der Laienhilfe und der rettungsdienstlichen Versorgung, in Waging seit genau 20 Jahren. Wie viele Einsätze das aktive Waginger Feuerwehrteam (aktuell 54 Männer und drei Frauen) in den 150 Jahren zu bewältigen hatte, weiß man nicht genau. Es dürften aber schon einige Zehntausend gewesen sein. In den letzten fünfzehn Jahren waren es jedenfalls zwischen 233 und 319 pro Jahr.

»Wir holen das Oktoberfest nach Waging«

Die Arbeit der Waginger Feuerwehr beschränkt sich nicht nur auf Hilfe bei den verschiedensten Einsätzen. Der Feuerwehr-Verein ist auch aus dem Gemeinde- und Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. Gartenfeste, Feuerwehrkranzl im Fasching, Informationsveranstaltungen, Teilnahmen am Ferienprogramm sind fester Bestandteil des Waginger Veranstaltungskalenders. Um die Verbundenheit mit der Gemeinde und ihren Vereinen auszudrücken, hatte die Feuerwehr am Freitagabend zum »Tag der Vereine, Betriebe und der guten Nachbarschaft« ins Festzelt eingeladen unter dem Motto »Wir holen das Münchner Oktoberfest nach Waging«. Für »Oktoberfest- Stimmung« sorgte dann nicht nur das Schönramer Bier, sondern auch Walter Bankhammer und seine Niederalmer aus dem Salzburger Land. Sie haben bereits auf dem Nockherberg gespielt, sind seit vielen Jahren die Kapelle im Schützen-Festzelt auf der Wiesn und wurden wiederholt zur »besten Wiesn-Kapelle« gewählt. Karl Moik, der langjährige Moderator des Musikantenstadls, hat sie als »Österreichs beste Bierzeltkapelle« bezeichnet.

Die Feierlichkeiten setzen sich heute Abend um 19 Uhr fort mit einem Totengedenken im Kurpark. Dazu werden Abordnungen von Waginger Vereinen und von zahlreichen Feuerwehren aus dem Rupertiwinkel, dem Chiemgau und Österreich erwartet.

Anschließend wird im Festzelt bei zünftiger Musik weitergefeiert. Zuerst spielen die Musikkapellen aus Waging am See, St. Leonhard und Nußdorf am Haunsberg im Wechsel. Ab 21 Uhr werden dann die »Glorreichen Halunken« für Partystimmung sorgen. Der Höhepunkt des Festes wird am Sonntag um 10 Uhr der Festgottesdienst im Kurpark mit der Weihe der neuen Drehleiter und der anschließende, große Festzug durch Waging sein. Auch dazu werden wieder viele Feuerwehrler aus der weiteren und näheren Umgebung als Gäste erwartet. kon