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Geschenke für die Gäste, Kreisfachberater Markus Breier (links) und Bürgermeister Matthias Baderhuber, überreichte die Vorsitzende des Waginger Gartenbauvereins, Annemarie Geierstanger, bei der Jahreshauptversammlung.

Jahresversammlung der Waginger Gartler: Den Garten für den Klimawandel rüsten

Waging am See – Bei der Jahreshauptversammlung des Waginger Gartenbauvereins erinnerte Schriftführerin Christine Heiß an die Vereinsaktivitäten seit der letzten Jahreshauptversammlung – Pflanzentauschmärkte, Lehrfahrten, die jährliche Spende von Adventskränzen für das Seniorenheim und Vorstandssitzungen.


Mit dem Kauf einer »Scharlachkastanie« leistete der Verein im Frühjahr 2021 einen Beitrag zur Umgestaltung der Grünfläche vor dem Meissner-Grundstück. Auch gestalteten Vorstandsmitglieder den westlichen Eingangsbereich der Waginger Grundschule neu. Der Rosenwildwuchs wurde vom Bauhof entfernt. In dem neuen Beet sind nun bienenfreundliche Pflanzen.

Den Bewohnern des neu erbauten Wohnheims der Lebenshilfe spendete der Verein zwei Obstbäume. Laut Lehrplan sollen Schüler Pflanzenarten des Lebensraums Hecke kennenlernen. Deshalb pflanzten Mitglieder der Vorstandschaft sechs heimische Heckenpflanzen. Im Juni nahm die Klasse 4b an dem Projekt »Wissen, wie's wächst und schmeckt« teil. Gemeinsam mit dem Gartenbauverein pflanzten die Schüler Salatpflanzen und Gemüse und säten Radieschen und Kresse. Zum Schuljahresende erfolgt dann die Ernte.

Weiter gab Kassier Stefan Thums einen ausführlichen Bericht über den Kassenbestand der Kalenderjahre 2019, 2020 und 2021. Bürgermeister Matthias Bader-huber würdigte die trotz der schwierigen Jahre geleistete Arbeit des Vereins, besonders die Aktionen an der Grundschule und bedankte die gespendete Kastanie. Er ermunterte den Verein, aktiv zu bleiben und wünschte den Anwesenden vor allem Gesundheit. Die Vorsitzende Annemarie Geierstanger überreichte ihm einen Geschenkkorb. Mit einem Blumenstrauß gratulierte er ihr nachträglich zur Amtsübernahme 2019.

Die Änderung der Vereinssatzung erläuterte Stefan Thums. Sie war jedem Vereinsmitglied fristgerecht zugeschickt worden. Der Name wird abgeändert in »Verein für Gartenbau und Landespflege Waging a. See«. Der Verein soll ins Vereinsregister eingetragen werden. Nach der Eintragung führt er den Zusatz e. V. Die Satzungsänderung wurde einstimmig angenommen. Höhepunkt des Abends war der Vortrag »Sommerglück und Gartenpracht – vom Umgang mit dem Klimawandel im Garten« von Kreisfachberater Markus Breier.

Durchaus positiv sei die längere Vegetationszeit. Wegen des früheren Frühjahrsbeginns blühten Obstbäume oft schon im März, seien dann jedoch Spätfrösten ausgesetzt. Breier riet, Aprikosen- und Pfirsichbäume an die Ostseite der Hauswand, eventuell sogar an die Nordwand zu pflanzen. Für die Südseite seien Kiwi und Feigen geeignet. Im Herbst könne man sich bei der Ernte mehr Zeit lassen. Lagergemüse sollte möglichst lange draußen bleiben. Salat könne bis in den November hinein angebaut werden. Herabgefallenes Laub sollte in die Beete gerecht werden.

Breier empfahl das Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern, die mit der Hitze gut zurechtkommen, wie Feldahorn, Speierling, Kornelkirsche, Sanddorn oder Schlehe. Auch die Pflanzung Schatten spendender Bäume sei das Gebot der Stunde. Während Katzenminze, Fetthenne, Lavendel, Agapanthus, Wolfsmilch oder Hauswurz keine Probleme mit trockenen Sommern haben, bevorzugten Farne, Funkien oder Astilben einen schattigen Standort. Eine dichte Bepflanzung verhindere die Ausbreitung von Unkraut. Wichtig sei das richtige Gießen: weniger, dafür durchdringend. Der Rasen sollte bei Hitze nicht zu kurz geschnitten werden. Ein Teil des Gartens als Blumenwiese zu belassen, böte Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge.

Die warmen Winter förderten die Zunahme von Krankheiten und Schädlingen. Auch der Eichenprozessionsspinner werde sich noch mehr ausbreiten. Wichtig sei es, Nützlinge im Garten zu finden wie Marienkäfer und Meisen als natürliche Waffe gegen Blattlausbefall. Als wirksames Mittel gegen Nacktschnecken hätten sich Laufenten bewährt. Tigerschnecken seien nützlich, da sie auch Nacktschnecken und deren Eier fressen. Für seinen Vortrag erhielt er großen Beifall. Geierstanger überreichte ihm einen Geschenkkorb.

Anschließend hieß sie die neuen Mitglieder willkommen und überreichte ihnen zum Einstand je eine Orchidee. Zum Abschluss durfte sich jeder Teilnehmer eine Topfpflanze mit nach Hause nehmen.

fb/red

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