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Neben der Photovoltaikanlage auf dem Tettenhausener Kindergarten wird jetzt auch eine Anlage auf dem Dach der angebauten Kinderkrippe installiert. (Foto: Konnert)

Gemeinderat behandelt Energieeinsparung und neue Photovoltaikanlagen

Waging am See – In der jüngsten Sitzung des Waginger Gemeinderats ging es zum einen um erneuerbare Energien, zum anderen darum, wie Energie eingespart werden kann. Gemeinderat Georg Huber (ÖDP / Parteifreie Wähler) stellte einen Antrag, wonach in der Gemeinde »sofortige Maßnahmen zur Energieeinsparung, die mindestens bis zum Ende der kriegerischen Handlungen in der Ukraine beziehungsweise einer Lösung in der europäischen Energieversorgungssicherheit beibehalten werden sollen« zu ergreifen.


Konkret forderte er die »Reduzierung der Raumtemperatur in den öffentlichen Gebäuden der Marktgemeinde wie Rathaus, Schulen, Tourist-Information, Gemeindewerke um mindestens zwei Grad auf 18 Grad Celsius«. Ausgenommen sein soll das Seniorenheim. Eine zweite Sparmaßnahme bezieht sich auf die »nächtliche Abschaltung aller Straßenlaternen im Gemeindebereich von 24 bis 5 Uhr«. Huber bezog sich in seiner Argumentation auf eine Pressemeldung des Bundesumweltamts nach der rund zehn Terrawattstunden weniger Gas benötigt würden, wenn alle Haushalte die Raumtemperatur um ein Grad herunterfahren würden. Zudem wisse man aus Erfahrung, dass die Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad eine Energieeinsparung von circa sechs Prozent pro Jahr bringen würde, sagte Huber weiter. Die Abschaltung der Straßenbeleuchtung würde neben der Energieeinsparung und einem Beitrag zum Insektenschutz auch ein deutliches Zeichen eines Friedensbeitrags in Europa sein. Mit den beiden Maßnahmen könnte man sofort Energie einsparen und ein wichtiges Zeichen setzen, warb Huber um Zustimmung für seinen Antrag.

Es folgten mehrere Wortmeldungen der Gremiumsmitglieder, wonach ein Klimakonzept für die kommenden Jahre sinnvoll sei, etwa durch Claus Egger (CSU) und Heinrich Maierhofer (Grüne) und Markus Schneckenpointner (FW). Er sei dabei, erwiderte Georg Huber, und gerne auch bereit, sein Wissen und Engagement einzubringen, um Waging beispielsweise bis zum Jahr 2030 oder 2035 möglichst energieautark zu bekommen. Allerdings wisse er aus Erfahrung, dass das alles viel Zeit brauche. Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen könne man schon jetzt etwas tun.

Für die Umsetzung der beiden von Huber vorgeschlagenen Maßnahmen plädierte Walter Wimmer (Grüne). Zur Senkung der Raumtemperatur brauche es keinen Beschluss, so die Meinung von Martin Dandl (Freie Wähler), da könne jeder selbstverantwortlich handeln. Zudem müssten schnellstens alle Straßenlampen auf LED umgerüstet werden, auch das helfe Energie zu sparen.

Konrad Heigermoser (ÖDP/Parteifreie Wähler) schlug vor, schnellstens den Umweltausschuss einzuberufen, um das Thema voranzubringen. Dem konnte der Gemeinderat folgen. Der Umweltausschuss wird in den nächsten vier Wochen tagen. Zudem wurde beschlossen, dass spätestens bis Juli die Mitglieder des Gemeinderats Vorschläge zur Energieeinsparung vorlegen sollten. Das Thema soll in der Juli-Sitzung wieder auf die Agenda kommen.

Passend zum Thema Energie war auch ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen Freie Wähler und ÖDP / Parteifreie Wähler für die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf allen kommunalen Gebäuden, auf denen es technisch möglich ist, innerhalb von zwei bis drei Jahren. Der Antrag wurde mit einer Gegenstimme angenommen. Michael Lamminger (CSU) stimmte nicht zu, weil ihm Angaben zu den Kosten fehlten. Eine Kostenberechnung zum jetzigen Zeitpunkt sei schwierig, so Marcus Kleißl (FW). Dafür müssten zuerst alle Dächer kommunaler Gebäude auf ihre Eignung zum Aufbau einer Solaranlage hin überprüft werden. Man müsse den Antrag als Startschuss sehen, damit man sich des Themas annimmt, entgegnete Walter Wimmer (Grüne). Die Entscheidung, ob und wann eine Anlage dann tatsächlich installiert wird, trifft der Gemeinderat. Dabei würde natürlich auch der finanzielle Aspekt berücksichtigt, stellte Bürgermeister Matthias Baderhuber klar.

Schon jetzt installiert wird eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der neuen Kinderkrippe in Tettenhausen. Dieser Beschluss wurde in der Gemeinderatssitzung einstimmig gefasst. Technische und finanzielle Details wurden im nichtöffentlichen Teil diskutiert.

kon

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