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»Finale« in der Suche nach einer Lösung für den Rossstall

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Waging: »Finale« Suche nach Lösung für Rossstall – Kirche bietet Grundstück für Kinderkrippe
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Die ungewisse Zukunft des einstigen Rossstalls der Ottinger Pfarrökonomie und die damit – aus Sicherheitsgründen – verbundene Absperrung ist den Bürgern ein Dorn im Auge. Jetzt liegt eine mögliche Lösung auf dem Tisch – in Verbindung mit dem Bau einer Kinderkrippe auf dieser Seite des Gebäudes. (Foto: Eder)

Waging am See – Seit Jahrzehnten ist in der Pfarrei Otting der alte Rossstall ein Thema: Was soll aus dem etwas maroden, aber doch noch recht standfesten Überbleibsel der einstigen Pfarrökonomie werden, das Anfang der 80er Jahre abgerissen worden ist? Abreißen geht nicht, der Bau steht unter Denkmalschutz.


Eine Nutzung, die sich aufdrängen würde, war – auch aufgrund der Umbaukosten – nicht in Sicht. Dann aber kam mit dem neuen Kirchenpfleger Heinrich Thaler ein Gedanke auf, der immer und immer weitergesponnen worden ist und jetzt, wie er selber sagt, schon fast »im Finale« steht: eine Kombination aus dem alten Rossstall und einer neuen Kinderkrippe. Mitmachen müsse nur noch die Gemeinde Waging.

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Diese Idee, die Thaler zusammen mit Pfarrer Andreas Ager und der Kirchenverwaltung entwickelte, wird nach langen, komplizierten Verhandlungen im Grunde auch vom Ordinariat beziehungsweise der Erzbischöflichen Finanzkammer mitgetragen.

Und darum geht es dabei: Das Rossstall-Grundstück mit seinen 620 Quadratmetern und ein daneben gelegenes Grundstück mit 860 Quadratmetern – auf dem einst der Kuhstall der Pfarrökonomie stand – sollen der Gemeinde Waging zu einem günstigen Erbpachtpreis angeboten werden. Ein entsprechendes Angebot der Finanzkammer des Erzbischöflichen Ordinariats haben Pfarrer Andreas Ager und Kirchenpfleger Heinrich Thaler inzwischen an die Gemeinde weitergereicht. Dazu kommt noch als weiteres Plus, dass Pfarrer Ager bereits mit den zuständigen Stellen im Ordinariat im Gespräch ist bezüglich der kirchlichen Trägerschaft einer Krippe in Otting. Da sich der hiesige Kindergarten bereits in kirchlicher Trägerschaft befindet, werde die Trägerschaft für eine neue Krippe seitens der Kirche ernsthaft in Erwägung gezogen, so Pfarrer Ager.

Der Gemeinderat hat das Thema auf der Tagesordnung seiner Sitzung am Donnerstag, 8. Oktober, um 19 Uhr in der Bergader-Sportarena. In der Pfarrei Otting hofft man sehr stark darauf, dass sich der Gemeinderat von diesem günstigen Angebot überzeugen lässt.

Der denkmalgeschützte Rossstall würde in diesem Fall von der Gemeinde übernommen und in seinem Bestand erhalten werden – mögliche Nutzungen hat das von der Gemeinde beauftragte Planungsbüro Blüml aus Tittmoning skizziert, und auch von Ottinger Seite gibt es dazu etliche Überlegungen.

Zum zweiten könnte die Gemeinde auf dem daneben gelegenen, 860 Quadratmeter großen Grundstück die dringend benötigte Kinderkrippe für Otting bauen – samt einer verbleibenden Gartenfläche und nicht weit vom Kindergarten entfernt. Ideal wäre aus Ottinger Sicht ein Zwischenbau zwischen dem alten Rossstall und der neuen Kinderkrippe mit einem gemeinsamen Aufgang und eventuell gemeinsam zu nutzenden Sanitäranlagen. In der jüngsten Pfarrgemeinderatssitzung hat Thaler diese Planungen zusammenfassend geschildert und dafür einhellige Zustimmung erfahren. »Jetzt hoffen wir, dass die Gemeinde einsteigt«, meinte er abschließend dazu. »Dann hätten wir alles im Griff im Dorf.«

Denn die Befürchtung geht dahin, dass – wenn der Deal mit der Gemeinde nicht zustande kommt – die Flächen anderweitig vergeben würden; Interessenten aus dem Investorenbereich hätten sich bereits gemeldet. Und damit sähe man große Probleme auf dieses einmalige Ensemble mit Pfarrhof, Pfarrstadel, Rossstall und Winkelstadel zukommen, in dem sich viel pfarreiliches und gesellschaftliches Leben abspielt.

Sollte die Gemeinde einsteigen, dann würde man in Otting eine »Dorfwerkstatt« ins Leben rufen. Interessierte Leute aus der Pfarrei sollten sich in regelmäßigen Treffen zusammensetzen und sich Gedanken machen um gestalterische Details, um mögliche Nutzungen des Rossstalls, um eine Belebung des Areals und darüber hinaus – hier »an der schönsten Lage in Otting« und nicht zuletzt gerade jetzt, da das auf der Fläche des alten Lagerhauses im nördlichen Bereich von Otting geplante Vereinshaus-Projekt auf Eis gelegt worden sei, so Thaler. he

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