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»Ein wahres Kinderparadies«

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Waging am See: »Ein wahres Kinderparadies«
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Architektin Andrea Göttsberger (links) übergab symbolisch den Schlüssel – gebacken aus Brezenteig – an die »Käsemäuse«. Mit dabei (von links): Bergader-Chefin Beatrice Kress, Anja Preuster vom Mütterzentrum Traunstein und Kita-Leiterin Monika Hart. (Foto: san)

Waging am See – Mit ihren flexiblen Öffnungs- und Buchungszeiten ist die neue Kindertagesstätte »Die Käsemäuse« in Waging bayernweit Vorreiter. In der Betriebs-Kita können Mitarbeiter der Privatkäserei Bergader und Eltern aus der Marktgemeinde Waging ihre Kinder zwischen 5 und 22.30 Uhr betreuen lassen. Die offizielle Einweihung der Einrichtung war am gestrigen Mittwoch.


»Unsere Öffnungszeiten orientieren sich an der Lebenssituation berufstätiger Eltern«, sagte Bauherrin und Hausherrin Beatrice Kress. Nicht jeder habe das Glück, bei der Kinderbetreuung auf Oma, Schwester, Tante oder Nachbarn zurückgreifen zu können. Viele müssten »einen Kopfstand machen«, um überhaupt in die Arbeit gehen zu können, gerade Alleinerziehende und Schichtarbeiter. Ihren Mitarbeitern will Kress das nicht zumuten. »Wir wollen eine erstklassige Kinderbetreuung für sie. Sie sollen den Kopf freihaben in der Arbeit«, betonte die Bergader-Chefin.

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Bergader hätte das aber nicht alleine bewerkstelligen können, so Kress. Der 1,44 Millionen teure Neubau auf dem Firmengelände habe sich nur durch kommunale und staatliche Förderung realisieren lassen. Der zweite Waginger Bürgermeister Matthias Baderhuber hob hervor, wie wichtig die neue Kinderbetreuungseinrichtung für die Marktgemeinde sei. »Der Bedarf, gerade an Krippenplätzen, steigt stetig«, sagte er. In der Bergader-Kita gibt es 13 Krippen- und 25 Kindergartenplätze. Anja Preuster vom Mütterzentrum Traunstein, dem Träger der Einrichtung, unterstrich das. Gerade die Nachfrage nach der frühen Betreuungszeit ab 5 Uhr sei groß, inzwischen steige aber auch das Interesse an der Betreuung bis 22.30 Uhr. »Wir sind überzeugt, dass das die Zukunft ist«, betonte sie. Die drei Jahre von der Idee bis zur Eröffnung der Kita bezeichnete sie als »Kraftakt«.

Architektin Andrea Göttsberger erläuterte, dass ihr bei der Planung vor allem wichtig gewesen sei, dass den »Käsemäusen« große Bewegungsflächen zur Verfügung stehen. Auf 590 Quadratmetern gibt es neben den Gruppenräumen unter anderem einen Speiseraum, einen Matsch- und Malraum, einen Yogaraum, eine großzügige Terrasse und ein Elternzimmer. Den Kindern »das Von-oben-nach-unten-Kommen versüßen« soll laut Göttsberger eine in die Treppe integrierte Rutsche. Die Räume in dem Holzmassivbau sind hell, zum Heizen des Gebäudes wird die Abwärme der Käserei genutzt. Beatrice Kress sprach von einem »wahren Kinderparadies«.

Der katholische Pfarrer Andreas Ager und sein evangelischer Kollege Barthel Pichlmeier segneten die Räume der Kindertagesstätte und die Menschen darin. An der Einweihung nahm auch Beatrice Kress' Mutter und frühere Bergader-Chefin Charlotte Steffel teil; Mutter und Tochter erinnerten sich, dass sie als voll berufstätige Frauen die Kinderbetreuung damals noch privat organisieren mussten – »das war nicht ganz einfach«, so Beatrice Kress. Sie überreichte bei der Feierstunde auch einen Scheck über 500 Euro an den katholischen Kindergarten St. Maria in Waging. »Wer sich mal intensiv mit dem BayKiBiG (Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz, Anm.d.Red.) befasst, der weiß, wie schwierig eine Finanzierung der Einrichtungen ist.«

Die »Käsemäuse« stellten sich ihren Gästen mit dem Lied »Wir sind die Käsemäuse« vor. Die Kleinen sind bereits seit Oktober in der neuen Kita; die Einrichtung ist voll ausgebucht. san

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