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Ein starker Eckpfeiler der Gemeinde feierte Geburtstag

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Die neue Drehleiter der Feuerwehr wurde im Rahmen des Fests gesegnet. (Fotos: Caruso)

Waging am See – Vor 150 Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr Waging am See gegründet. Am gestrigen Sonntag fand nun der Höhepunkt dieser Feierlichkeiten statt – mit einem Kirchenzug, einem Festgottesdienst im Kurpark, der Segnung der neuen Drehleiter und dem nicht enden wollenden, prächtigen Festumzug durch die Straßen der Marktgemeinde.


In aller Frühe weckten die Böllerschützen von der »Häg« bei der Thaddäus Kapelle die selig Schlummernden. Zugleich ertönte der musikalische Weckruf der Waginger Musikkapelle vor den Häusern des Vorsitzenden des Feuerwehrvereins, Andreas Ostermann, und seinem Stellvertreter Michael Baumgart; des 1. Kommandanten der Wehr, Helmut Huber; der Patenbraut Sabine Schmid und des 2. Bürgermeisters Matthias Baderhuber.

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Angeführt vom Patenverein, der Freiwilligen Feuerwehr Wonneberg, zogen dann eine stattliche Zahl an Feuerwehrvereinen, die Ehrengäste und weitere Gastvereine in Richtung Kurpark. Am Freialtar im Park, zelebrierte Pfarrer Andreas Ager im Beisein des liturgischen Dienstes die Heilige Messe. Der Gottesdienst wurde von der Musikkapelle Waging unter dem Stab von Helmut Huber und dem von Christine Hofmann geleiteten gemischten Chor »Vocalisten Plus« musikalisch umrahmt.

Im Anschluss weihte Pfarrer Ager die neueste Anschaffung der Feuerwehr, die deren Arbeit sicherer und effizienter machen soll: Die Drehleiter DLA(K) 23/ 12, mit der man auf dem neuesten Stand ist.

Schlüssel wurde übergeben

Magirus-Vertreter Christian Kliemann, dankte der Gemeinde für den Auftrag und übernahm die obligatorische Schlüsselübergabe an den Zweiten Bürgermeister Matthias Baderhuber, der sie dann an den Kommandanten weiterreichte. Es sei bedauerlich, dass Bürgermeister Herbert Häusl aus Krankheitsgründen nicht dabei sein könne an diesem Jubiläum, zumal er mit der Feuerwehr, die er als »wirklich tolle Truppe« bezeichnete, so eng verbunden sei.

Die Grüße des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein richtete Kreisbrandrat Christoph Grundner aus, der die Waginger Wehr für ihre Arbeit lobte. Diesem Lob schloss sich auch die stellvertretende Landrätin, Resi Schmidhuber an. Sie sagte, es sei heutzutage keineswegs selbstverständlich, sich ehrenamtlich zu engagieren. Anerkennend stellte sie fest, dass die Waginger sehr gute Jugendarbeit leisten.

Zum Ausklang der Feier im Kurpark lauschten die Gottesdienstbesucher dann den Klängen des Waginger Feuerwehrmarsches, der eigens für dieses Jubiläumsfest komponiert und getextet worden ist (siehe Kasten).

Den Festzug zurück zum Zelt führte Ehrenkommandant Alois Pfeffer und Ehrenmitglied Anton Schmid, sowie Ehrenmitglied Kurt Scheiblegger mit der historischen und kostbaren »Feuerfahne« an, einer Standarte, die aus der Zeit zwischen 1860 und 1870 stammt. Mit der wohl nicht minder wertvollen und gut erhaltenen Traditions-Feuerwehrfahne von 1896 folgten Klaus Faasch und Ehrenmitglied Otto Willmann. Getragen von Thomas Huber und begleitet von Maximilian Danzl und Paul Seehuber schloss die alte Feuerwehrfahne, die bis 1988 ihren Dienst tat, auf.

Das prächtige Bild dieses beeindruckenden Zuges rundeten insgesamt zwölf Musikkapellen und 82 Gastvereine ab. Das Heer an Kameraden und Kameradinnen war aus dem gesamten Rupertiwinkel, aus dem Chiemgau, aus der Stadt Salzburg, dem Land Salzburg und aus Oberösterreich angereist. Da an diesem Festtag die neue Drehleiter DLA(K) 23-12 im Mittelpunkt stand, gliederte man auch die älteren Modelle in den Zug ein. So durfte man die uralte Leiter des Modells »Balance Schiebleiter« von 1899 und die schon deutlich modernere Anhängeleiter AL16-4 von 1982 bewundern, die acht Jahre später an die Feuerwehr Ising abgegeben wurde. Für das Fest in Waging stellten die Isinger Wehr und die Gemeinde Chieming diese Anhängeleiter nun als Ausstellungsstück zur Verfügung. Bewundernde Blicke zog auch die Drehleiter DLK 18-12 CC aus dem Jahr 1990 auf sich. Diese Drehleiter war damals die Leiter der ersten Stunde, die über eine computerüberwachte Technik verfügte. Das zeigt wiederum, dass man vor 28 Jahren schon auf dem neuesten Ausrüstungsstand war.

Der Zug löste sich am Festzelt auf, in dem das Gründungsjubiläum mit viel Musik und bester Stimmung allmählich ausklang. Dazu trug neben der Musikkapelle Waging auch die Blaskapelle Jung Otting bei.

Party bis spät in die Nacht

Am Tag zuvor hatte man bereits einen gelungenen Festabend begangen. Dieser begann mit dem Empfang der Vereine auf dem Festgelände, wo sich alle zum großen Kirchenzug aufgestellt hatten. Danach zog der Jubelverein, die Musikkapelle Waging, die Blaskapelle St. Leonhard, die Trachtenmusikkapelle Nußdorf am Haunsberg sowie die 45 Gastfeuerwehren (darunter viele aus Österreich) und Vereine in den Kurpark, wo sich alle zum Totengedenken am Feldaltar versammelten. Die Andacht hielt Gemeindereferent Martin Riedl. Dabei hob er die Bedeutung des Erfahrungsschatzes der einstigen Feuerwehrmitglieder hervor, »auf dem auch der jetzige beruht«. Vor der Kranzniederlegung durch Helmut Huber und Michael Baumgart, erinnerte Andreas Ostermann daran, dass die Tradition, das Andenken an die Toten lebendig zu halten, nichts an Bedeutung verloren habe.

Zurück im Zelt, sorgten die drei Musikkapellen, die zuvor mitmarschiert waren, dafür, dass die Gäste gut blieben, während der Ansprachen und dem Überreichen von Geschenken. Der Vereinsvorsitzende der Röthenbacher, Michael Rösler, hatte ein gesticktes Erinnerungsbild mitgebracht. Und die Nirnhartiger Wehr lud die Waginger mit einem symbolischen Grill und einem Holzfass zu einer Grillfeier in ihren Heimatort ein.

Abgelöst wurden die Musikanten von den »Glorreichen Halunken«, die mit Alpenrock, bayrischem Rock’n'Roll und Austro-Pop bis in die frühen Morgenstunden Party machten. ca