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»Dort ist alles am Ende« – Ottingerin (82) verkauft auf Christkindlmarkt für Simbabwe

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Waging: Verkaufsstand der Simbabwe-Hilfe am Christkindlmarkt in Traunstein
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Rosa Blank aus Otting hat im Sommer für ihren enormen ehrenamtlichen Einsatz für die Simbabwe-Hilfe von Landrat Siegfried Walch das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten überreicht bekommen. (Foto: Landratsamt)

Waging am See – Die Adventszeit ist für Rosa Blank (82) alles andere als eine stade Zeit. Vielmehr steht sie seit Freitag – und das bis zum Heiligen Abend – an ihrem Stand auf dem Christkindlmarkt in Traunstein und verkauft Weihnachtsschmuck, Handarbeiten und Selbstgebasteltes für Simbabwe.


Die Ottingerin, die sich seit 30 Jahren mit Leib und Seele für dieses arme Land in Afrika engagiert, ist sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters nicht zu schade, Tag für Tag am Stand zu stehen und zu hoffen, dass sie einiges an Geld einnimmt. Die Not in Simbabwe, von der ihr fast wöchentlich in Briefen, Mails und Telefonaten berichtet wird, treibt sie zu diesem enormen Einsatz an.

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Container in Richtung Simbabwe geschickt werden ja keine mehr, weil sich niemand gefunden hat, der für Rosa Blank die Organisation dieser Großprojekte übernommen hätte. Dennoch hat sie es auch heuer wieder geschafft, rund 21.500 Euro nach Afrika zu senden – durch den Umsatz bei sage und schreibe 32 Flohmärkten pro Jahr in der ganzen Region, die sie nach wie vor weitgehend selbst wahrnimmt, sowie durch vielfältige, teils recht großzügige Spenden.

Die Lage in Simbabwe fasst die engagierte Frau wie folgt zusammen: »Dort ist alles am Ende. Es muss sich dort bald was ändern, sonst geht es nicht mehr weiter.« Neben den politischen Unsicherheiten ist das Land derzeit wieder von großer Dürre betroffen.

Zum Glück gibt es auch weiterhin eine Gruppe von Menschen, die Rosa Blank unterstützt, außer mit Spenden auch durch fleißiges Handarbeiten und Basteln. Bis vor kurzem war ihre Schwester eine der eifrigsten Helferinnen; aber auch die musste mit nunmehr bald 90 Jahren vor einiger Zeit ihre Mithilfe einstellen. Und Rosa Blank weiß, was sie an ihren Helfern hat, und versäumt es bei keiner Gelegenheit, allen, die an dem Projekt für arme Menschen in Afrika mitarbeiten, aus ganzem Herzen zu danken. Spenden sind übrigens weiterhin möglich auf das Konto der Simbabwe-Hilfe bei der VR-Bank Oberbayern Südost, IBAN DE32 7109 0000 0106 5152 58. Das Geld gibt Rosa Blank immer Besuchern mit, die aus Simbabwe kommen, meist Patern und Schwestern, die auf Heimatbesuch sind – um die Überweisungsgebühren zu sparen.

»Alles, was ich habe, muss sofort runter«, fasst Rosa Blank ihre Einstellung zusammen, und so hofft sie auf gute Erlöse beim Christkindlmarkt. Wobei aus den Einnahmen erst einmal die Standgebühr in Höhe von immerhin 490 Euro beglichen werden muss. Und trotz der Belastung, die es für sie bedeutet, ist sie froh, dass sie heuer erstmals einen Stand für die gesamte Dauer des Markts bekommen hat.

Eine Vertretung hat sie nicht; sie muss also ständig da sein – und dann braucht sie auch noch zu Beginn und zum Ende der Marktzeiten jemanden, der ihr hilft, die schwere Klappe des Stands hochzuheben beziehungsweise zuzumachen. Ihr ist einfach nichts zu mühsam, wenn es um Simbabwe geht. Und gesundheitlich geht es ihr, die vor einigen Monaten das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für langjährige hervorragende ehrenamtliche Tätigkeit überreicht bekommen hat, inzwischen auch wieder etwas besser, als noch vor einigen Monaten. he

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