weather-image
24°

»Der Garten ist ein Teil von unserem 'Dahoam'«

5.0
5.0
Ottinger Gartler: »Der Garten ist ein Teil von unserem 'Dahoam'« | Waging am See
Bildtext einblenden
Bürgermeister Matthias Baderhuber sprach dem Ottinger Gartenbauverein großes Lob aus, nicht zuletzt für dessen Jugendarbeit. Dafür überreichte er der Vorsitzenden Doreen Maierhofer Blumen, bekam aber auch postwendend selbst welche geschenkt. (Foto: Eder)

Waging am See – Auf ein ereignisreiches Jahr blickte Vorsitzende Doreen Maierhofer in der Frühjahrsversammlung des Ottinger Gartenbauvereins im Gasthaus Oberwirt zurück. »Wir machen immer mehr«, stellte sie fest und verwies nicht ohne Stolz auf die 533 Mitglieder, die der Verein inzwischen hat; 18 neue kamen allein im vergangenen Jahr dazu. Damit stehen die Ottinger an fünfter Stelle im Landkreis.


Von Bildern illustriert ließ sie die Angebote des Vereins im Jahr 2019 Revue passieren: einen Glasfusing-Kurs als »ganz neue Erfahrung«, einen Obstbaum-Schnittkurs, das Ramadama mit den Ottinger Schulkindern, Ausflüge an den Bodensee und auf die Insel Mainau sowie zum Bayerischen Obstzentrum in Hallbergmoos und nach Gars, den Kraut-und-Krempelmarkt im Pfarrstadel, die Mitorganisation des Lindenfestes der Pfarrei, die Aktion »Von Garten zu Garten«, bei der Gärten von Mitgliedern besucht wurden, außerdem das Projekt »Solawi« in Tettenberg, die Froschhamer Waldolympiade im Rahmen des Kinderferienprogramms, einen Grabschmuck-Steckkurs, die Pflanzung einer Felsenbirne bei der neuen Garage der DJK Otting und einen Besuch bei Ehrenmitglied Georg Blank zu dessen 90. Geburtstag.

Anzeige

Bürgermeister Matthias Baderhuber stellte in seinem Grußwort fest, ohne Gartenbauvereine wäre es »überall nicht so schön wie es ist«. Er lobte die Mitglieder für die viele, mit hohem Aufwand verbundene Arbeit, die sie auf sich nehmen – er sehe das auch an seiner Frau, die ja Mitglied im Vorstand des Gartenbauvereins ist. Aber das Ergebnis sei eben sehr schön. Außergewöhnlich sei beim Ottinger Verein die hohe Mitgliederzahl, vor allem aber die Anzahl der Jugendlichen: Laut der Statistik hätten die Gartenbauvereine im Landkreis rund 900 jugendliche Mitglieder, die Ottinger allein 90, also zehn Prozent. Das sei ein Verdienst der Jugendgruppe »Wilde Blumen«, die von Doreen Maierhofer und ihren Mitstreiterinnen geleitet wird: »Das ist etwas ganz Tolles«, betonte Baderhuber. Zum Schluss überreichte er an die Vorsitzende Blumen für ihren Einsatz – und bekam postwendend auch von ihr einen Blumenstock überreicht; den solle er seiner Frau geben, meinte sie dazu.

In ihrem Ausblick verwies Maierhofer auf bereits geplante Veranstaltungen, natürlich abhängig vom Verlauf der Corona-Krise: den Kunst-und-Krempelmarkt am 9. Mai, ein Zwei-Tages-Ausflug nach Graz und in die Steirische Apfelstraße am 27./28. Juni und einen Sensenkurs mit Richard Bals am 11. Juli. Weitere Angebote noch ohne festen Termin sind der Besuch einer privaten Orangerie in Kirchanschöring und im Herbst eine Schwammerlwanderung mit Till Lohmeyer.

Weiters kündigte die Vorsitzende an, dass man ab sofort für jedes neugeborene Kind im Einzugsgebiet einen »Geburtsbaum« spenden wolle – allerdings nur an Familien, die Mitglied im Verein sind beziehungsweise gleichzeitig dem Verein beitreten wollen. Ferner verwies sie noch auf die Gartenpfleger-Ausbildung und die Aktion »Naturgarten«. Der Ottinger Verein hat mittlerweile schon vier ausgebildete Gartenpfleger, die am ersten solchen Kurs des Kreisverbands teilgenommen haben: Hans Seehuber, Barbara Pflug, Kilian Sailer und die Vorsitzende selbst. Diese Gartenpfleger stehen bereit, die Mitglieder zu beraten oder auch mal Kurse abzuhalten. Die Auszeichnung »Naturgarten« erhält, wer in seinem Garten ohne mineralischen Dünger und ohne Pflanzenschutzmittel arbeitet und dort eine große Artenvielfalt aufzuweisen hat; Interessenten können sich bei Doreen Maierhofer anmelden.

Gärtnermeister Rainer Steidle, der bei der Stiftung Attl arbeitet, sprach zum Thema »Alles im Kasten«. Dabei zeigte er eine Vielzahl an Möglichkeiten auf, wie man Blumen, aber auch Gemüse in allerlei kastenähnlichen Gebilden ziehen kann: natürlich im Hochbeet, in Holzkisten, in Gefäßen und Töpfen, in Tischbeeten, in senkrecht aufgestellten Paletten, in Säcken, die auf Pfosten aufgerichtet sind, oder auch in Schubkarren, was den Vorteil hat, dass man den Blumenschmuck bei eventuellen Festzügen gleich mitführen kann.

Dabei komme es dann aber stark auf den richtigen Untergrund an. Steidle ist ein überzeugter Anhänger von Effektiven Mikroorganismen (E.M.); diese sollten seiner Empfehlung zufolge bei all den Anpflanzungen in besagten Kästen nicht fehlen. Die Erde selbst sollte mit Schafwolle und Bokashi versetzt sein, zusätzlich empfahl er – vor allem in Hochbeeten – Rossmist und Steinmehl und im Aufbau von unten her die Verwendung von feinem Draht und einem Vlies gegen bestimmte Insekten. Und zudem brach er eine Lanze für die Mischkultur: »Die Pflanzen brauchen gute Nachbarn«, so sein Credo.

Gerade Bokashi ist Steidle ganz wichtig. Das kann man entweder aus einer möglichst großen Vielfalt an Gräsern herstellen, ergänzt durch Steinmehl, E.M. und Streu, das dann etwa sechs Wochen luftdicht verpackt und damit fermentiert wird. Alternativ lasse sich Bokashi in ähnlicher Weise auch aus Küchenabfällen gewinnen. Zum Schluss wünschte der Referent allen Gartlern, dass sie sich in ihrem Garten wohlfühlen, denn »der Garten ist ein Teil von unserem 'Dahoam'«. he

Mehr aus Waging am See