Den Frieden bewahren

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Pfarrer Konrad Roider zelebrierte die Festmesse zum 101. Gründungsjubiläum der Krieger- und Soldatenkameradschaft Tettenhausen. (Foto: Albrecht)

Waging am See – Nur im kleinen Rahmen feierte die Krieger- und Soldatenkameradschaft Tettenhausen ihr 101. Gründungsjubiläum. Groß wollte man im vergangenen Jahr feiern, so Vorsitzender Hans Sommer, doch Corona machte alles zunichte. Klein, aber fein war dafür die Feier in diesem Jahr.


Der Patenverein, die KSK Lampoding, war zur Feier auf den festlich geschmückten Dorfplatz nach Tettenhausen gekommen. Für die Musik während des Gottesdienstes, den Pfarrer Konrad Roider hielt, sorgte die Musikkapelle Kirchanschöring. Gespielt wurde die »Deutsche Messe«. Der Einladung gefolgt waren auch die Feuerwehr Tettenhausen sowie der Schirmherr, Bürgermeister Matthias Baderhuber, und Ehrenvorstand Richard Eidenhammer.

In seiner Ansprache sagte Pfarrer Roider, alle seien dazu aufgerufen, Christus zu folgen, aber auch »Influencer« für unsere Umwelt zu sein. Nach dem Gottesdienst segnete der Pfarrer die beiden Fahnenbänder, die danach von den beiden Patenbräuten, Anna Stief und Sarah Pfaffinger, an die jeweilige Fahne des anderen Vereins gehängt wurden.

Wenn etwas 100 Jahre Bestand habe, sagte Schirmherr Baderhuber in seiner Ansprache, müsse es etwas Wichtiges oder Schönes sein. Bei der KSK Tettenhausen treffe beides zu. Als sie 1920 gegründet wurde, hätte sie als Selbsthilfegruppe bezeichnet werden können, denn die Gründer waren kurz davor aus einem schrecklichen Krieg zurückgekommen, und konnten ihre Erlebnisse durch den Zusammenschluss sicher besser verarbeiten als alleine.

Dass die Menschheit aber nicht daraus gelernt habe, zeigte nur wenige Jahre später der Zweite Weltkrieg. »Wir leben hier seit 76 Jahren in Frieden«, sagte Baderhuber, wenn man aber sehe, was derzeit in der Welt passiere, entstehe der Eindruck, die Schrecken eines Krieges werden sehr schnell vergessen. »Dabei gibt es am Ende eines Krieges nie einen wirklichen Sieger, nur Verlierer«, betonte der Bürgermeister. Deshalb sei es äußerst wichtig, sich immer bewusst zu sein, Krieg sei keine Lösung und alle Kräfte sollten dazu verwendet werden, ihn zu verhindern und den Frieden zu bewahren. Die KSK Tettenhausen sei ein Verein, der auch dank seiner Gedenkfeiern immer wieder ins Gedächtnis rufe, wie wichtig dieses Bewusstsein sei.

Der Verein sei aber auch schön, denn die Kameradschaft hilft, aus allem das Beste zu machen. Deshalb wolle er sowohl der Vorstandschaft, als der gesamten Mitgliedschaft für ihre Bemühungen danken, das zu ermöglichen. Mit einem Geschenk bedankte sich Bader­huber beim Vorsitzenden Hans Sommer.

Der Ansprache des Bürgermeisters und der Bayernhymne folgte der kurze Marsch zum Kriegerdenkmal, wo zu den Klängen des »Guten Kameraden« ein Kranz niedergehängt wurde. Bei einem gemütlichen Beisammensein klang die kleine Jubiläumsfeier aus.

al

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