Den bewussten Umgang mit Lebensmitteln lernen

Den bewussten Umgang mit Lebensmitteln lernen
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Ein gute Bio-Milch sollte nicht alt, oxidiert oder kochig schmecken und riechen, sondern rein und milchig. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Waging am See – Woher die Milch kommt und wie sie zu unterschiedlichen Produkten weiterverarbeitet wird, sollen Schüler beim Milchprojekt der Waginger Landfrauen lernen. Das beschloss die Vorstandschaft des Ortsverbands der Landfrauen im Bayerischen Bauernverband (BBV).


Das Projekt »Milch« soll in Kooperation mit der Grundschule Waging durchgeführt werden. Die Landfrauen möchten damit den Schülern Milch und Milchprodukte als gesunde, schmackhafte und nährreiche Nahrungsmittel näher bringen. Durch die Verkostungen von Milchprodukten sollen die Schüler die feinen Geschmacksunterschiede und die Vielfalt dieser Lebensmittel kennenlernen. Letztendlich sollen die Schüler für eine gesunde Ernährung und den bewussten Umgang mit Lebensmitteln aus der Region sensibilisiert werden.

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Ortsbäuerin Christine Schuhegger hat den Kontakt mit der Grundschule Waging bereits aufgenommen und ist bei den Lehrern auf Interesse gestoßen. Jetzt hoffen die Landfrauen auf eine Öffnung der Schulen, damit sie ihr Projekt bald umsetzen können.

Die Gelegenheit beim Schulbesuch möchten die Waginger Landfrauen auch nutzen, um die Lehrer auf die Initiative »Lernen fürs Leben« aufmerksam zu machen. An bayerischen Schulen sollen nämlich nach einem Beschluss des Kultusministeriums die Schüler in unterschiedlichen Projektformen »fürs Leben« lernen: Ernährung und Landwirtschaft, Gesundheit, Verbraucherverhalten, Umweltverhalten und Haushaltsführung gehören dazu. Die Landfrauen können sich vorstellen, im Rahmen dieses Programms auch in der Marktgemeinde Waging gemeinsam mit den Schulen Aktionstage zu diesem Thema zu gestalten.

Um die Gemeinschaft zwischen den Landfrauen nach den vielen Wochen ohne persönlichen Kontakte während des Lockdowns wieder aufblühen zu lassen, plant die Vorstandschaft im Frühjahr ein Landfrauenfrühstück im Freien. Ausdrücklich begrüßt haben die Landfrauen die im Rahmen der Aktion »Bauern für Bauern« vom BBV-Kreisverband Garmisch gestartete Aktion »Schweinehälften«. Grob zerlegte Schweinehälften aus bäuerlicher Landwirtschaft können von Mitgliedern des Verbands erworben werden, um den stark zurückgegangenen Absatz an Schweinefleisch wieder anzukurbeln. Die Waginger Landfrauen wollen aktiv Werbung für diese Aktion machen und damit ein Zeichen des Zusammenhalts innerhalb der Bauernschaft setzen.

Der Vorstandschaft der Landfrauen Waging gehören zwei Biobäuerinnen und vier klassische Bäuerinnen an. »Wir sitzen alle im selben Boot, unabhängig von der Bewirtschaftungsform«, so Ortsbäuerin Schuhegger, die auch stellvertretende Kreisbäuerin im Landkreis Traunstein ist. »Wir helfen einander und stehen zueinander.«

In diesem Zusammenhang kritisierten die Bäuerinnen eine Aussage der Landtagsabgeordneten Gisela Sengl, wonach sie italienische Bio-Produkte den Produkten aus regionaler klassischer Landwirtschaft vorziehen würde. Die Waginger Landfrauen distanzierten sich klar von dieser Aussage. »Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren« so das Fazit der sechs Vorstandsmitglieder.

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