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Defizit der Seebäder beschäftigt Waginger Gemeinderat - Neue Begrüßungstafeln

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Die Begrüßungstafeln in Waging sollen ausgetauscht werden. (Foto: Konnert)

Waging am See – Die Begrüßungstafeln an den Ortseingängen von Waging sind in die Jahre gekommen. Deshalb hat die Leiterin der Touristinfo, Eva Gruber, aufgrund einer Anregung aus dem Gemeinderat Vorschläge für eine Neugestaltung der Tafeln zusammengestellt. Aus diesen Vorschlägen hat sich der Gemeinderat für eine Variante mit einem Gerüst aus Stahl entschieden, ähnlich wie sie in einigen Nachbargemeinden, zum Beispiel in Fridolfing und Kirchanschöring realisiert ist. Das Gerüst wird fest, die eigentliche Tafel austauschbar sein. Darunter soll abgesetzt noch eine ebenfalls austauschbare schmale Tafel angebracht werden, auf der Infos zu aktuellen Themen stehen können. Nachdem nun die Grundsatzentscheidung gefasst ist, will der Gemeinderat in der nächsten Sitzung die inhaltliche Ausgestaltung und die grafischen Details klären. Man rechnet mit Kosten von rund 1000 Euro pro Tafel.


Kritisch sieht der Gemeinderat die Betriebsdefizite der beiden gemeindlichen Seebäder Seeteufel und Tettenhausen. Hintergrund der Diskussion war die im Gemeinderat gestellte Frage, ob die Bäder nicht attraktiver gestaltet werden können. Daraus ergab sich eine Diskussion, in welchem Umfang die Gemeinde für die Attraktivitätssteigerung investieren muss, oder ob bestimmte Aufgaben – zum Beispiel ein Kinderspielplatz – eigentlich in die Verantwortung des Pächters fallen. Kämmerer Bernhard Kraus erläuterte, dass die Seebäder als Betrieb gewerblicher Art geführt werden. Die Marktgemeinde verfolge dort eine nachhaltige wirtschaftliche Tätigkeit mit einer Einnahmeerzielungsabsicht aber keiner Gewinnerzielungsabsicht.

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Die Betriebe gewerblicher Art werden jährlich bilanziert, so dass für 2015 und 2016 klare Zahlen vorliegen. Die Bilanz für 2017 wird gerade erstellt. Demnach haben die beiden Bäder jährlich ein Defizit von rund 60 000 bis 70 000 Euro. Für 2019 sind im Haushalt für die Attraktivitätssteigerung 32 000 Euro angesetzt.

Kraus wies darauf hin, dass der Rat nun entscheiden müsse, ob diese Mittel ausgegeben werden sollen. Der Rat müsse sich bewusst sein, dass diese Ausgaben nicht refinanzierbar sein werden. Die anschließende intensive Diskussion führte zu keinem abschließenden Ergebnis. Während zum Beispiel Gemeinderätin Stefanie Schmeiduch der Meinung war, dass man dort investieren müsse, damit man die Bäder für Einheimische und Touristen attraktiver macht, beharrten Andreas Barmbichler und Wilhelm Reiter darauf, das nur das Notwendigste gemacht werden solle und dass auch der Pächter stärker in die Verantwortung genommen werden müsse. Es könne doch nicht sein, so Barmbichler, dass zum Beispiel ein Sonnenschirm über einem Sandkasten Sache der Gemeinde sei, zudem bei der vergleichsweise niedrigen Pacht, die bezahlt werde. Man müsse in Zukunft bei der Ausgestaltung der Pachtverträge besser auf solche Details achten und das Preis-Leistungs-Verhältnis entsprechend anpassen. Dem stimmten mehrere Gemeinderäte zu, allerdings wies Kämmerer Kraus darauf hin, dass Änderungen erst nach Auslauf des derzeitigen Pachtvertrags möglich sind. kon