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Heinrich Obermayer, Vorstand der Wasserwacht Tettenhausen, machte der Gemeinde ein Kompliment für die gelungene Erneuerung des Uferbereichs im Strandbad. Er müsse aber im Flachwasserbereich zwei tiefe Löcher bemängeln, die dringend mit Kies aufgefüllt werden müssten. Er befürchte sonst die Gefahr des Ertrinkens für Kinder. (Foto: Babl)

Bürgermeister Mathias Baderhuber informiert über die Geschehnisse in der Verwaltungsgemeinschaft

Waging am See – Bei der sehr gut besuchten Bürgerversammlung in Tettenhausen informierte Bürgermeister Mathias Baderhuber über die Geschehnisse in der Verwaltungsgemeinschaft Waging am See während der vergangenen zwei Jahre.


Er berichtete über die Fertigstellung des Kinderkrippen-Neubaus in Tettenhausen und die Neugestaltung des Spielplatzes in dessen direkter Nachbarschaft. Thema war auch der Brandschutz in der alten Schule in Tettenhausen, der der aktuellen Nutzung angepasst wurde. Hier sind Eltern-Kind-Gruppen untergebracht, Lagerräume für Vereinsutensilien und seit April werden die Räume als Unterkunft für Schutzsuchende aus der Ukraine genutzt.

Beim Ziel, jeden Haushalt unter 30 Mbit mit einem Glasfaseranschluss zu versorgen, sei die Verwaltungsgemeinschaft bereits bei der Umsetzung der dritten Ausbauphase, die Vierte sei in die Wege geleitet.

30-km/h-Schild zu versteckt angebracht

Die Tettenhausener nutzten dann die Gelegenheit zur Diskussion. Besonders war ihnen die Verkehrssicherheit ein Anliegen. Raser auf der auf 30 km/h beschränkten Horner Straße prangerte Vroni Heinz an. Es sei brandgefährlich, dort mit Kindern Fahrrad zu fahren, oder Kinder alleine die Straße queren zu lassen. Der Betrieb auf der Zufahrtsstraße zum Campingplatz Gut Horn nehme immer mehr zu. Das Schild zur Geschwindigkeitsbegrenzung sei aber ziemlich versteckt angebracht und werde leicht übersehen.

Sie fragte nach einer alternativen Zufahrt zum Gut Horn. Falls dies nicht möglich sei, solle die Gemeinde doch zumindest mit dem Betreiber des Campingplatzes reden, und eine Regelung mit der Gemeinde Kirchanschöring, in deren Gemeindegebiet der Campingplatz liegt, treffen, um wenigstens eine weitere Vergrößerung der Anlage zu verhindern.

Auch Andre Stapelfeld beschwerte sich über die Raser auf der Horner Straße, es sei ein unzumutbarer Zustand für die Anwohner. Er fragte, ob es nicht möglich wäre zu blitzen. Baderhuber versprach, sich des Problems anzunehmen.

Hans-Peter Knezovic sah an der Ausfahrt des Strandbads beim Boad-Wirt, die den Radweg kreuzt, einen Unfallschwerpunkt. Besonders E-Bike-Fahrer würden rasanter fahren. Beim Verlassen des Parkplatzes können Autofahrer schnell einen Radler übersehen. Die Gemeinde solle sich eine Lösung überlegen, damit Radler langsamer fahren, so Knezovic. Baderhuber verwies darauf, dass Radler hier generell Vorfahrt hätten, doch sei der Hinweis durchaus wichtig. Es liege auch im Interesse der Gemeinde, schwere Unfälle zu verhindern.

Die schlechte »Parkmoral« einiger Tettenhausener macht Emil Kühnhauser zu schaffen. Besonders an der Hauptdurchgangsstraße sei es nicht richtig, wenn geparkte Autos an der Abzweigung nach Bicheln zum Teil einen Meter weit in die eh schon enge Straße ragten. Er regte ein Halteverbot an. Baderhuber meinte, dass in der Straßenverkehrsordnung ohnehin das Parken in einem Sichtdreieck verboten sei, also habe das Aufstellen eines Schildes keinen Sinn.

Um einen Spiegel an der Ausfahrt des Parkplatzes vor dem Raiffeisengebäude bemühte sich Sylvia Heuberg. Parkende Fahrzeuge versperrten die Sicht auf den Verkehr, sie erhoffe sich mehr Übersicht und Sicherheit. Baderhuber versprach, ihr Anliegen ans Ordnungsamt weiterzuleiten.

Die Hinterlassenschaften von Hunden sorgten auch für rege Diskussionen. Michael Rackerseder fragte, ob die Hundesteuer 2021 im Verhältnis zur Zahl der im Gemeindegebiet lebenden Hunde stünde. Er meinte, sie müsste deutlich höher sein, da in Tettenhausen allein schon eine sehr hohe »Hundedichte« herrsche. Dazu sagte Baderhuber, die Hundesteuer sei erst erhöht wor-den. Hundebesitzer seien verpflichtet, ihre Tiere anzumelden. Er habe aber keine Handhabe, dies zu überprüfen. Lisa Obermayer regte an, einen Mülleimer in Bicheln aufzustellen, um das wilde Entsorgen der Hundekotbeutel zu verringern. Diese Problematik gab es auch andernorts im Gemeindebereich. So berichtete Herbert Stief, dass die Beutel bei der Pflege seines Waldsaums zuhauf zum Vorschein kamen. Er finde das unmöglich.

Der von Kindern viel genutzte Fußballplatz werde von Campern gerne als Hundeklo benutzt. Vielleicht könnte das ein Schild unterbinden, fragte Vroni Heinz.

Heinrich Obermayer, Vorstand der Wasserwacht Tettenhausen, machte der Gemeinde ein Kompliment für die gelungene Erneuerung des Uferbereichs im Strandbad. Er müsse aber im Flachwasserbereich zwei tiefe Löcher bemängeln, die dringend mit Kies aufgefüllt werden müssten. Er befürchte sonst die Gefahr des Ertrinkens für Kinder. Baderhuber sagte zu, dies in die Wege zu leiten.

Beim neuen Baugebiet Tettenhausen Ost II fragte Markus Seehuber, ob der Standort des Hühnerwagens angrenzend zu den neuen Häusern beibehalten werden soll und ob der Rahmen der privaten Hühnerhaltung, die Zahl der Tiere betreffend, hier nicht schon längst überschritten sei.

Viele hielten sich privat Hühner, entgegnete der Bürgermeister, so lange es sich im gesetzlichen Rahmen der privaten Geflügelhaltung abspiele, könne das die Gemeinde nicht verbieten.

Fritz Schittenhelm interessierte, ob die Effizienz des Heizkraftwerks durch das neue Baugebiet verbessert werde und ob die Energiepreise im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine gehalten werden könnten. Natürlich werde das Defizit des Heizkraftwerks durch Anschließen der Häuser verringert, da ja mehr Wärme verkauft wird, so Baderhuber. Die Energiepreise zu halten, konnte er jedoch nicht versprechen, da die Preise für die Hackschnitzel marktabhängig seien. Es bestehe zwar ein Liefervertrag, der immer auf vier Jahre festgesetzt sei, doch orientierten sich die Lieferanten auch hier am Marktpreis. Die Preisschwankungen fielen aber durch die Vertragsbindung nicht so groß aus.

Hans-Peter Knezovic fragte, ob es möglich wäre, die Bichelner Straße an die Fernwärme anzuschließen. Es seien schon vor 20 Jahren 13 Anwohner dazu gewillt gewesen. Dies wurde jedoch wegen eines Gutachtens abgelehnt, nach dem die Entfernung zum Heizkraftwerk zu groß sei. Nun sei es an der Zeit, die in die Jahre gekommenen Heizungen der Häuser zu erneuern. Die damaligen Antragsteller seien immer noch gewillt, die Fernwärme zu nutzen.

Patricia Hundt, Leiterin der Gemeindewerke Waging, antwortete, es seien in letzter Zeit vermehrt Anfragen hierzu eingegangen. Sie wolle anhand von Fragebögen den Bedarf ermitteln und bat alle Interessierten, sich den Fragebogen mitzunehmen und auszufüllen.

Lisa Obermayer lobte die Gemeinde für den neuen Spielplatz. Doch behindere der Berg in der Mitte des Platzes die Sicht auf den ganzen Spielbereich. Gerade mit mehreren Kindern sei das schwierig. Für diese Wortmeldung bekam sie spontan Applaus.

Maria Gillitz merkte die schlechte Erreichbarkeit des Spielplatzes an. Ihr sei es schon passiert, dass das Tor auf dem Weg zum Spielplatz zugesperrt war und sie einen anderen Weg, der mit Kinderwagen nicht gut befahrbar ist, wählen musste. Sie fragte auch, wo der Hauptzugang geplant sei.

Weg mit Tor ist nur für den Bauhof gedacht

Baderhuber beschwichtigte, dass die Zugänge von Norden und Süden her geplant seien, jedoch noch im Bau seien. Die Zufahrt, die mit dem Tor gesichert ist, sei nur für den Bauhof gedacht. Die Bebauungsplanänderung für den Standort sei seit November öffentlich bekannt. Die Ausstattung und Anordnung der Spielgeräte wurden in einem Arbeitskreis festgelegt, leider könne man nicht jeden Einzelnen bei der Planung berücksichtigen. Am Ende bedankte sich Mathias Baderhuber bei den Tettenhausenern: »Es wird gesagt, was sein muss, aber meist in freundlichem Ton.«

BL

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