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Bergader-Chefin geht in den Ruhestand: »Ich freue mich auf ganz banale Dinge«

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75 Jahre wurde die Privatkäserei Bergader von einer Frau geführt, damit ist nun Schluss. Beatrice Kress ist in den Ruhestand gegangen. Ihr Sohn Felix übernimmt. Im Gespräch mit unserer Zeitung spricht die langjährige Geschäftsführerin über die Auswirkungen von Corona und über das, was sie nun – mit mehr Zeit – unbedingt machen möchte. Eine Herzensangelegenheit von ihr: Eine Stiftung zu gründen.

Waging am See – 40 Jahre hat sie die Waginger Privatkäserei Bergader geführt, nun ist Schluss: Geschäftsführerin Beatrice Kress ist in den Ruhestand gegangen. Die 69-Jährige freut sich »auf ganz banale Dinge«, wie sie im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt sagt. Sie möchte mehr Zeit zu Hause verbringen und möglichst viel wandern gehen. Doch gerade spürt Beatrice Kress noch wenig vom Ruhestand.


Was hat den Ausschlag gegeben, dass Sie gesagt haben: Jetzt ist es Zeit, in die zweite Reihe zu treten?

Die Zeit war reif für den Generationswechsel. Ich hatte zwar schon vor längerer Zeit das Ziel vor Augen, mit 70 Jahren nicht mehr an vorderster Stelle stehen zu wollen. Aber die Corona-Pandemie hat mir einmal mehr gezeigt, dass man in der Führung eines Unternehmens wirklich topfit sein muss, um bei der Dynamik der Märkte und den sich ständig verändernden Rahmenbedingungen bestehen zu können.

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Inwiefern?

Als etwas älterer Mensch tut man sich zunehmend schwerer mit Veränderungen. Am liebsten möchte man alles so weitermachen wie bisher, was ja auch sehr erfolgreich war. Für ein Unternehmen wäre diese Haltung aber sehr gefährlich.

Worin besteht die Gefahr?

Wir können es uns nicht leisten, Trends zu verschlafen und auf Anforderungen, die der Gesetzgeber, die Gesellschaft oder vor allem unsere Kunden an uns herantragen, nicht zu reagieren. Es war also genau der richtige Zeitpunkt, die Verantwortung für Bergader in jüngere Hände zu legen, zumal mein Sohn Felix in den letzten fünf Jahren im Betrieb gezeigt hat, dass er wirklich was drauf hat.

Wie fühlt sich der Ruhestand für Sie an?

Vom Ruhestand merke ich noch nicht allzu viel. Noch bin ich als Gesellschafterin und Vorsitzende des Beirats in wesentliche Entscheidungen eingebunden und stehe der Geschäftsleitung mit meiner Erfahrung zur Seite. Der immense Druck des operativen Tagesgeschäfts, vor allem der Termindruck, ist jetzt aber weggefallen. Das empfinde ich als sehr wohltuend.

Die erfolgreiche Privatkäserei Bergader wurde 75 Jahre von einer Frau geführt, zunächst von Ihrer Mutter, dann 40 Jahre von Ihnen. Was war Ihr Erfolgsrezept?

Das Erfolgsrezept ist nicht mein eigenes, es ist das, was unser Familienunternehmen ausmacht. Wir kümmern uns um unsere Leute. Oder, moderner ausgedrückt: nachhaltige Unternehmensführung.

Das vollständige Interview lesen Sie in der heutigen Ausgabe (Donnerstag, 25. Februar) des Traunsteiner Tagblatts.

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