Atemschutz bei der Waginger Feuerwehr

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Atemschutz - Ausrüstung eines Atemschutzgeräteträgers mit Schlauchtragekorb, Wärmebildkamera, Rauchvorhang, Brechwerkwerkzeug und Feuerwehrleine Foto: Freiwillige Feuerwehr Waging
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Atemschutz - Adrian Kolb in der Atemschutzkriechstrecke im Waginger Feuerwehrhaus - 1 Foto: Freiwillige Feuerwehr Waging
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Atemschutz - Adrian Kolb beim Prüfen der Atemschutzmasken Foto: Freiwillige Feuerwehr Waging

Waging am See – Insgesamt 37 Frauen und Männer der Waginger Feuerwehr sind derzeit speziell als Atemschutzgeräteträger ausgebildet. Ein Bericht von Thomas Pfeffer von der Freiwilligen Feuerwehr Waging:


Waging am See ist ja bekannterweise ein Luftkurort. Und weil die Luft so „gut“ ist, nimmt die Feuerwehr diese in Form von Atemluftflaschen auch in ihren Einsatzfahrzeugen mit. Dies ist jetzt zwar nicht gelogen, aber der Hauptgrund ist natürlich, dass diese Atemluft bei fast jedem Brand- oder Gefahrguteinsatz benötigt wird und eine wahre Lebensversicherung für die Einsatzkräfte ist.

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Insgesamt 37 Frauen und Männer der Waginger Feuerwehr sind derzeit speziell als Atemschutzgeräteträger ausgebildet. Die Arbeitstätigkeit findet dann auch im Ernstfall dort statt, wo es „heiß hergeht“, also direkt bei der Brandbekämpfung. Voraussetzung für diese verantwortungsvolle Tätigkeit ist das erfolgreiche Bestehen des Lehrganges zum Atemschutzgeräteträger.

Um für diesen Einsatzdienst auch fit zu sein, müssen diese Einsatzkräfte alle drei Jahre eine Atemschutztauglichkeitsuntersuchung leisten. Mindestens einmal pro Jahr ist auch eine Geräteunterweisung vorzunehmen, eine Übung unter Einsatzbedingungen zu leisten und den Belastungstest in den Übungsanlagen des Landkreises Traunstein zu absolvieren.

Seit dem Einzug in das Waginger Feuerwehrhaus im Jahr 1989, befindet sich dort eine sogenannte Atemschutzpflegestelle. Dort werden sämtliche Geräte für Atemschutz- oder Gefahrguteinsätze gewartet. Dies sind derzeit 35 Pressluftatmer, 115 Atemschutzmasken , 74 sogenannte Lungenautomaten, 102 Atemluftflaschen, welche von den gemeindlichen Feuerwehren Gaden, Nirnharting, Otting, Tettenhausen und natürlich Waging benötigt werden. Alleine über Zwölf dieser 35 Atemschutzgeräte verfügt die Waginger Feuerwehr. Speziell für die heimischen Feuerwehrkräfte kommen noch sechs Chemikalienschutzanzüge, vier Gasmessgeräte um verschiedenste Gefahrstoffe feststellen zu können, und zwei Wärmebildkameras hinzu. Auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Lampoding, Petting, Taching am See und Wonneberg werden von der Waginger Atemschutzwerkstatt mit verschiedensten Aufgaben und Wartungsarbeiten betreut. Jedes Jahr finden deshalb etwa 550 bis 650 Geräteprüfungen in de Waginger Atemschutzwerkstatt statt.

Zuständig für diese verantwortlichen Aufgaben als ausgebildete Atemschutzgerätewarte sind der stellvertretende Kommandant Sebastian Kamml, der Vorsitzende Andreas Ostermann, Paul Seehuber und Adrian Kolb der als sogenannter „Leiter Atemschutz“ die oberste Verantwortung trägt. Um diese Arbeiten ausführen zu dürfen, ist ein spezieller Lehrgang „Atemschutzgerätewart“ an den Staatlichen Feuerwehrschulen Geretsried, Regensburg oder Würzburg notwendig. Im Turnus von fünf Jahren ist dann auch regelmäßig eine Fortbildung an den Staatlichen Feuerwehrschulen oder bei den Fachfirmen der Gerätehersteller notwendig. An einem derartigen Fortbildungskurs „Vollmasken- und Pressluftatmer“ haben erst kürzlich Sebastian Kamml und Andreas Ostermann teilgenommen.

Damit die Feuerwehrmitglieder auch ihre Fitness trainieren können, wurde bereits zu Beginn der 1990er Jahre im Waginger Feuerwehrhaus eine sogenannte Atemschutzkriechstrecke errichtet. Finanziert durch den Feuerwehrverein und diverse Spenden bauten die Aktiven in monatelanger Gemeinschaftsarbeit einen wahren Hindernisparcours im Dachgeschoss des Gerätehauses auf. In der teils mehrstöckigen, aus durchgehenden Gitterkäfigen bestehenden Strecke, welche bei Bedarf auch mit einer Nebelmaschine verraucht werden kann, sind verschiedene handwerkliche Aufgaben zu lösen. Dies ist eine wahre körperliche Herausforderung, wenn man bedenkt, dass hierbei auch etwa 20 Kilogramm an Ausrüstung mitzuführen ist, um die dort abgehalten Übungen auch realistisch darstellen zu können.

fb/red

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