weather-image
18°

Vorstand macht sich für Umbenennung stark

2.3
2.3
Bildtext einblenden
Vor der Jahresversammlung gedachte man am Kriegerdenkmal der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, von Bürgerkriegen und Terror.

Vachendorf – Vorstand Martin Ortner hat sich in der Jahresversammlung der Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Vachendorf für eine Umbenennung des Vereins stark gemacht. Die Bezeichnung sei nicht mehr zeitgemäß.


Vor der Versammlung hatte die KSK der Toten gedacht. Während vor dem Gottesdienst noch Regen fiel, strahlte zur Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal die Sonne. Die Fahnenabordnungen, der Altardienst mit Pater Andrei, die Bürgermeister, Gemeinderäte und die Vereinsmitglieder gedachten der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aus der Gemeinde und jener von Bürgerkriegen und Terror in der Gegenwart. Stabsfeldwebel der Reserve Michael Thielen und Oberstabsgefreiter Herbert Sticht stellten die Mahnwache.

Anzeige

Anschließend zogen die Mitglieder zu den Klängen der Musikkapelle Holzhausen-Vachendorf zum Haus der Dorfgemeinschaft. Vorstand Martin Ortner eröffnete die Jahresversammlung der Krieger- und Soldatenkameradschaft. Im Kassenbericht erläuterte Schatzmeister Siegfried Olbrich Einnahmen und Ausgaben. Die Revisoren Markus Merkle und Michael Gutsjahr bestätigten, dass alle Kontobewegungen belegt seien und dem Vereinszweck dienten.

Schriftführer Michael Schuster schloss sich mit dem Protokoll der Versammlung vom Vorjahr an. Anschließend berichtete Ortner über die Geschehnisse im abgelaufenen Vereinsjahr. Gleich im Anschluss ehrte Ortner sechs langjährige Mitglieder, ehe Simon Daxenberger als Vorstandsmitglied des Gauverbands Anton Rausch die silberne Gauehrennadel für seine zehnte Teilnahme an der Kriegerwallfahrt nach Maria Eck verlieh.

Bürgermeister Rainer Schroll hob den Volkstrauertag als wichtigen Gedenktag hervor und verband damit auch die Bedeutung der Vereinsarbeit. Nach ihm trat Günther Gans ans Rednerpult, der die drei Ausflugstage in die Brenta Revue passieren ließ. Ortsheimatpflegerin Angelika Nistler erinnerte an Christoph Probst, der vor hundert Jahren geboren wurde und seine Jugend in Zell bei Ruhpolding verbrachte. Später arbeitete er im engeren Kreis der Widerstandsgruppe »Weiße Rose« mit, was er mit dem Leben bezahlte.

Schließlich sagte Ortner, dass er immer schon ein Gegner der Bezeichnung »Krieger- und Soldatenkameradschaft« gewesen sei. Nach mittlerweile glücklichen 74 kriegslosen Jahren sei sie nicht mehr zeitgemäß.

Bei einer Suche nach einem Nachfolger für das Amt des Vorstands hätten jüngere Vereinsmitglieder häufig darauf hingewiesen, dass sie sich mit den Begriffen Krieg und Soldat nicht identifizieren könnten. Es seien sogar Assoziationen mit einem »Naziverein« zustandegekommen.

Ortner hatte seine Gedanken auch auf der Gauversammlung in Schleching vorgebracht. Rückendeckung habe er, so erzählte er, auch vom Landrat, von mehreren Bürgermeistern und von Vorständen anderer Vereine bekommen. Im Nachbarland Österreich sei die Diskussion bereits vor Jahren geführt worden, worauf man die ehemaligen Veteranenvereine umbenannte. Auf Ortners Rede antwortete Simon Daxenberger, dass das Thema auf der nächsten Sitzung des Gauausschusses besprochen werden solle. fb