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»Beide Felder werden immer wieder überflutet«

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Markus Bierl fordert das Staatliche Bauamt Traunstein auf, die Oberflächenentwässerung auf der Staatsstraße 2095 zu verbessern. (Foto: Pültz)
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Immer wieder fließt Wasser von der Staatsstraße 2095 auf die Felder von Landwirt Markus Bierl: Verloren geht dann wertvoller Mutterboden. (Foto: Bierl)

Vachendorf – Immer wieder unliebsame Überraschungen erlebt Markus Bierl. Am Axdorfer Berg unmittelbar neben der Staatsstraße 2095 besitzt der 43-jährige Landwirt zwei Felder. Und erst dieser Tage hat er erneut mitansehen müssen, wie nach anhaltenden Regenfällen Wasser von der Straße auf seinen Grund und Boden geflossen ist und Schaden angerichtet hat. »Guter Mutterboden ist verloren gegangen«, berichtet der 43-Jährige von neuerlichen Ausschwemmungen.


In den vergangenen Jahren hat der Bauer die Verantwortlichen im Staatlichen Bauamt Traunstein nach eigenen Angaben immer wieder aufgefordert, den Missstand zu beseitigen und das Wasser von seinen Feldern fernzuhalten. Bislang jedoch seien seine Bemühungen, wie er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt ausführt, allesamt erfolglos geblieben. »Passiert ist nichts.«

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Der 43-Jährige hofft nun, dass er endlich Gehör findet. Der Freistaat Bayern, vor Ort vertreten durch das Staatliche Bauamt Traunstein, geht in den nächsten zwei Wochen an eine Sanierung der Staatsstraße – und der Landwirt in Vachendorf wünscht sich, dass die Behörde dann auch dem Wasser, das immer wieder auf seine Felder fließt, ein für alle Male einen Riegel vorschiebt.

Das Staatliche Bauamt plant nach Angaben von Abteilungsleiter Martin Bambach in der Zeit von Montag, 24. August, bis Samstag, 5. September, eine »Instandsetzung«. Die Straßenbauarbeiten am Axdorfer Berg seien eine »Sanierung«, aber kein »Ausbau«. Und Bambach weiter: »Bei der von uns vorgesehenen Instandsetzung werden die vorhandenen Asphaltschichten durch eine Neuasphaltierung ersetzt. Außerdem werden – soweit möglich – die vorhandenen Bankette, die Seitenbereiche und die seitlich gelegenen Straßeneinläufe für die Entwässerung saniert.«

Schlechtes Wetter treibt dem 43-jährigen Vollerwerbslandwirt stets die Sorgenfalten auf die Stirn. Und immer wieder bewahrheiten sich dann auch seine Befürchtungen. So schätzt er, dass das Wasser im Durchschnitt »zweimal im Jahr« von der Straße auf seine Felder fließt. »Beide Felder werden immer wieder überflutet.«

Viele Beispiele aus der Vergangenheit kann er nennen, oftmals hat er die Überschwemmungen auch mit Fotos dokumentiert. So erin­nert er etwa auch an die Überflutung im Juni 2017. Damals habe er sich »geärgert«, dass das Wasser die von ihm eingesetzten Maispflanzen weggerissen habe. Und auf diesen Stellen sei dann nichts mehr gewachsen – mit der Folge, dass dann Wochen später die Ernte nicht mehr so gut ausgefallen sei.

Das Wasser, das immer wieder einmal auf die Felder fließt, hinterlasse stets beträchtlichen Schaden. »Das Schlimmste ist, dass wir durch die Auswaschungen guten Mutterboden verlieren.« Der nährstoffreiche Humus, der ganz oben auf dem Boden liegt, sei für den Ackerbau besonders wertvoll.

Trotz wiederholter Aufforderungen habe das Straßenbauamt den Missstand, so der Landwirt, nach wie vor nicht beseitigt. Nach ersten Diskussionen bereits vor vielen Jahren habe die Behörde zwar eine Versickerungsgrube angelegt. Doch der Weisheit letzter Schluss sei diese Maßnahme keineswegs gewesen. So habe die Erfahrung nach dem Bau gezeigt, dass diese Versickerungsgrube nicht ausreicht und das Wasser, das nach starken Regenfällen in großen Mengen von der Straße rinnt, nicht voll und ganz aufnehmen könne. Vielmehr begebe sich ein beträchtlicher Teil dann nach wie vor auf die Felder. »Die Grube ist zu klein«, sagt der Landwirt und hofft auf weitere Maßnahmen, die das Problem nun an der Wurzel packen und ein für alle Male beseitigen.

Die Diskussionen seien in der Vergangenheit hin und her gegangen. Doch eine zufriedenstellende Lösung habe das Straßenbauamt nicht angeboten, sagt der Bauer. Schließlich sei er zum Anwalt gegangen. Über seinen Rechtsbeistand habe er unmissverständlich erklären lassen, dass »wir den Zustand nicht mehr dulden«. Erneute Gespräche seien zustande gekommen, doch auch sie hätten nicht zu dem Erfolg geführt, den er sich wünscht.

Im November 2018 habe er dann über seinen Anwalt eine Klage eingereicht, so der 43-Jährige weiter. Dieses Verfahren sei nun anhängig. Das Verwaltungsgericht München habe ihm im Mai dieses Jahres mitgeteilt, die Angelegenheit noch nicht beraten zu können. Vor einer Behandlung sei die Erstellung eines Gutachtens nötig.

Das Staatliche Bauamt will nicht Stellung nehmen. Abteilungsleiter Bambach teilt mit: »Zu den Vorwürfen des Landwirts geben wir keine Auskunft, da es sich um einen noch laufenden Rechtsstreit handelt.« pü