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Zwölf Streitschlichterinnen und -schlichter engagieren sich in der Schulgemeinschaft der Grund- und Mittelschule Unterwössen. Acht von ihnen zeigt das Foto mit Elisabeth Pletschacher (von links), Veronika Tatzel, Amena Salihey, Angelina Schwandt, Mariam Aldana, Jamal Aldana, Fatema Salihey und Mustafa Alezaldeen. Die Sozialarbeiterin an der Schule, Katharina Königbauer, unterstreicht bei der Urkundenübergabe ihre Bedeutung für die Schule. (Foto: Flug)

Zwölf neue Streitschlichter an der Grund- und Mittelschule ausgebildet

Unterwössen – Zwölf Streitschlichterinnen und Streitschlichter gibt es nun an der Grund- und Mittelschule Unterwössen. Das sind Schüler, die sich in ihrer Freizeit engagiert auf die Aufgabe vorbereiteten, zukünftig Auseinandersetzungen unter Schülern zu entschärfen und beizulegen.


Die Schüler aus der 7. und 8. Klasse haben sich in zehn Stunden auf diese Aufgabe vorbereitet. Sie lernten, Streitsituationen frühzeitig zu erkennen, sie richtig einzuschätzen. Sie wirkendeeskalierend, kennen aber auch ihre Grenzen: Wenn es wichtig ist, rufen sie die Pausenaufsicht der Lehrer hinzu. Ihr Können stellten sie bereits in der Abschlussprüfung, einem Rollenspiel, unter Beweis.

Zu zweit, festgelegt in einem wöchentlichen Einsatzplan, werden sie in den Pausen auf dem Schulhof deutlich als Ansprechpartner zu erkennen sein. Für die Sozialarbeiterin an der Schule, Katharina Königbauer, und Rektor Otto Manzenberger bringt das Engagement deutliche Vorteile. Die Schüler untereinander kennen sich besser, erkennen verdeckt aufkommende Auseinandersetzungen bereits frühzeitig.

Königbauer sieht eine echte Entlastung. Lehrer sind oft mehrfach gefordert, da sei die Zeit schon einmal knapp. »Doch die Streitenden wollen gehört werden, ihre Argumente vortragen«, so Königbauer. »Da seid ihr gefragt. Und wenn es nicht so läuft, könnt ihr einschätzen, wie ihr mit der Situation umgeht.«

Rektor Otto Manzenberger hält die Aufgabe für durchaus anspruchsvoll. »Es ist nicht immer leicht, neutral und objektiv zu bleiben, wenn sich Klassenkameraden oder gar Freude streiten. Aber das habt ihr gelernt, ihr seid die Profis«, sagt der Rektor bei der Überreichung der Lehrgangsurkunden an die Streitschlichter gerichtet. »Was ihr euch da vorgenommen habt, das finde ich eine tolle Sache. Ihr seid eine Bereicherung für die Schule.« Nach ihrer Motivation gefragt, standen vor allem zwei Dinge im Vordergrund: »Wir möchten uns in der Gemeinschaft engagieren« und »Wir wollen unseren Mitschülern helfen«. Königbauer ergänzte ein weiteres Argument für den Job: »Streitschlichter haben eine Aufgabe, die sie auch in ihrer eigenen Persönlichkeit weiterbringt«, freut sie sich.

lukk