»Wir wollen nichts an der Jugend vorbeiplanen«

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Unterwössen: »Wir wollen nichts an der Jugend vorbeiplanen«
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Carolina Grander (links) und Kathi Auer sind vom Gemeinderat als Jugendbeauftragte der Gemeinde Unterwössen bestellt. »Derzeit ist es ein eher ruhiger Job«, sagen beide. In Corona-Zeiten sei der Kontakt zu den Jugendlichen im Dorf schwierig. (Foto: Flug)

Unterwössen – Zwei »coole Ladys« stellten sich im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt vor. Carolina Grander und Kathi Auer sind von der Gemeinde als neue Jugendbeauftragte bestellt und dienen als Bindeglied der Jugend im Dorf.


Jede Gemeinde ist anders, die Jugendpolitik in jeder Gemeinde ebenso. Zeiten, als Jugendpolitik in den Kommunen nur aktuell war, wenn es galt Probleme und Krisen zu bewältigen, sind vorbei. Längst setzt sich die Auffassung durch, dass erfolgreiche Jugendpolitik ein Standortfaktor für Städte und Gemeinden ist.

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Gerade in Zeiten des demografischen Wandels mit einer Überalterung der Gesellschaft ist es wichtig, die Jugend als Gegenpol zu fördern. So identifizieren sich Jugendliche mit ihrer Dorfgemeinschaft, mit ihrer Gemeinde. Sie tragen später zum Erfolg der Gemeinde bei, der Wegzug verringert sich. Das setzt eine Jugendpolitik voraus, die vor Ort diskutiert, gestaltet und entwickelt wird.

Als Bindeglied zu den Jugendlichen im Dorf kommt den Jugendbeauftragten besondere Bedeutung zu. Die Gemeinde Unterwössen hat für diese Aufgabe kein Gemeinderatsmitglied, sondern Ende Juli zwei junge Frauen im Ehrenamt bestellt, die sich in der Jugendarbeit einen Namen machten: Carolina Grander und Kathi Auer.

Die beiden sehen derzeit schwierige Zeiten für ihre Arbeit. Die Jugendtreffs sind geschlossen. Die Jugendlichen verbringen ihre Freizeit in Cliquen, die für die Beauftragten schwer zu erreichen sind. »Wir haben uns überlegt, wie wir das angehen sollen, sind aber zu der Überzeugung gekommen, dass wir nichts an der Jugend vorbeiplanen sollten«, so Kathi und Carolina unisono.

»Solange die Jugendtreffs geschlossen sind, sind wir darauf angewiesen, dass die Jugendlichen auf uns zukommen.« Beide erwarten, dass in den nächsten Wochen die Treffs wieder öffnen. »Dort werden wir den Kontakt suchen. Bis dahin möchten wir jedem Jugendlichen ans Herz legen, sich mit seinen Ideen und Sorgen unmittelbar an uns zu wenden.« Die Kontaktdaten gibt die Gemeinde bekannt.

In ihr Amt gekommen sind beide auf Vorschlag von Adelheid Meirer. Die Vorsitzende des Wössner Regenbogens kennt sie als Regenbogenkinder viele Jahre. Kathi Auer ist 19 Jahre, wohnt in Oberwössen und durchläuft gerade ihre Ausbildung zur Erzieherin. Carolina Grander, 20 Jahre und aus Unterwössen, lernt Ergotherapeutin. Im Wössner Regenbogen hat Carolina einen Jugendtreff für Jugendliche ab der siebten Klasse in Oberwössen gegründet. Ihre Hobbys sieht sie im Feld der Jugendarbeit. Kathi Auer betreibt das gleiche Modell für Jugendliche von der vierten bis zur sechsten Klasse. Sie treibt in ihrer Freizeit viel Sport. lukk