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Weniger Übernachtungen aufgrund des Bettenschwunds

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Nachrichten aus Traunstein und BGL
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Zimmerschlüssel für die Gäste (Foto: dpa/Symbolbild)

Unterwössen – 63 952 Übernachtungen haben Feriengäste und Urlauber im Ortsteil Oberwössen im vergangenen Jahr verbracht. Wie Uschi Grünbacher, Geschäftsführerin des Verkehrsvereins Oberwössen und Leiterin der Tourist-Info, bei der Jahreshauptversammlung berichtete, ist das ein Rückgang um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


Auch bei den Gästezahlen musste Oberwössen einen Rückgang von 3,5 Prozent hinnehmen. Dennoch, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist bei 5,8 Tagen geblieben. Im Ortsteil Unterwössen ist das Minus bei den Übernachtungen mit 0,6 Prozent milder ausgefallen, bei den Gästezahlen konnte Unterwössen sogar ein Plus von 5,3 Prozent verbuchen. In der Gesamtbetrachtung für die Gemeinde unter Einbeziehung der Zweitwohnungen ergibt sich ein Minus von 1,5 Prozent bei den Übernachtungen und ein leichtes Plus von 0,4 Prozent bei den Gästen.

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Die Ursache für den Rückgang in Oberwössen sieht Grünbacher vordringlich in der schwindenden Bettenzahl. Zwischen 2013 und 2017 hat Oberwössen 93 Betten in der Ferienvermietung verloren. Unterwössen verlor 54 Betten, was 10,7 Prozent des Gesamtbettenbestands entspricht.

Vermieten ist saisonbedingtes Geschäft

Das Vermietungsgeschäft in der Gemeinde Unterwössen ist ein sehr saisongeprägtes Geschäft. Große Umsätze, hohe Übernachtungszahlen, viele Gäste werden vor allem in den Ferienzeiten und im Hochsommer verbucht. Weil dann die Wohnungen nahezu 100 Prozent ausgelastet sind, besteht keine Möglichkeit, den Rückgang der Betten durch anderweitige Unterbringung im Ort aufzufangen, erläuterte die Geschäftsführerin.

Im ständigen Bemühen, den Trend umzukehren, sieht Uschi Grünbauer auch Positives. Die Infotafeln für die Wanderer an den Startpunkten für die Touren wurden im vergangenen Jahr fertig und von den Mitarbeitern des Bauhofs aufgestellt. Der Oberwössener Arbeitskreis »Wandern und Klettern« um Sepp und Andreas Schweinöster leiste »hervorragende Unterstützung«, findet Grünbacher. Zwei Informationstafeln für den Winter zum Loipenangebot für die Parkplätze am Kinderspielplatz in Oberwössen und am Balsberg sind in Arbeit. Der Wandererbus fährt nach dem gleichen Fahrplan wie im Vorjahr und ist Mitte Mai gestartet.

Der Vorsitzende des Verkehrsvereins, Lorenz Plenk, erinnert an die gute Langlaufsaison. Ihn freute es, dass Langläufer und Skater aus der ganzen Region nach Oberwössen kommen, wie die Autokennzeichen auf den Parkplätzen zeigen.

Bürgermeister Ludwig Entfellner berichtete den Oberwössner Vermietern vom einstimmigen Beschluss der vier Gemeinderäte der Achentalgemeinden, die Tourismuskräfte in einem gemeinsamen kommunalen Unternehmen »Tourismus Achental« zu bündeln. So gelinge es, Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Dennoch sieht er für das Unternehmen einen längeren Weg: »Eine solche Gesellschaft aufzubauen, ist eine besondere Aufgabe, sieht man die vielen Aufgaben von der Steuer, über die Personalführung bis hin zu den touristischen Netzwerken in der Region.« Für die Oberwössner hatte Entfellner ein besonderes Lob. Das ehrenamtliche Engagement im Dorf sei deutlich spürbar. Auch vor dem Hintergrund der Zahlen sieht Entfellner die Zukunft im Tourismus positiv.

Unterstützung kommt vom Achental-Tourismus

Der Vorstand des Kommunalunternehmens, Peter Linsenmann, stellte sich der Versammlung vor. In Oberwössen sind ihm die touristische Infrastruktur und das Ortsbild mit seinen vielen Blumen, die Winterlandschaft und das weit über das Tal hinaus bekannte Schneefest aufgefallen. Die Gastgeber leisteten ordentliche Arbeit. »Ob und wie vermietet wird, die Entscheidung fällt der Eigentümer. Wir vom Achental-Tourismus können da nur unterstützen.« Den Schwerpunkt seiner Arbeit sieht Linsenmann in der Digitalisierung. Für die Zukunft empfiehlt er den Vermietern, die Teilnahme am IRS 18 Buchungssystem. »Ansonsten kann ich Ihnen nur das Angebot machen, kommen sie mit ihren Anliegen zu uns.«

Auf Nachfrage erläuterte Linsenmann, dass es das umfangreiche Gastgeberverzeichnis in dieser Form zukünftig nicht mehr gebe. Die Touristiker sehen deutlich geringere Nachfrage. Uschi Grünbacher berichtet aus der Praxis, dass sich immer weniger Vermieter im Gastgeberverzeichnis eintragen lassen. Viele setzen inzwischen ausschließlich auf das Internet. Wie Linsenmann weiter erklärte, ist ein Imagefilm in Arbeit. »Wir arbeiten mit namhaften Firmen zusammen und profitieren auch von deren Ideen. Dennoch versuchen wir, eigenständige Wege zu gehen. Die möchten wir zum Beispiel in den sozialen Medien umsetzen. Ich sehe da viel Potenzial für die Zukunft.« lukk

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