Warnung vor "Fake Shops" – Unterwössner erstattet Anzeige

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Unterwössen – Ein 20-jähriger Mann aus Unterwössen erstattete am 20. Januar Strafanzeige bei der Polizei Grassau wegen Warenbetrugs: Er hatte noch vor Weihnachten eine Digitalkamera bei dem angeblichen Online-Händler „markt-angebot.com“ bestellt und den Kaufpreis in Höhe von knapp 400 Euro umgehend per Vorauskasse bezahlt. In der Folgezeit wurde die Ware aber nicht geliefert, mehrere Kontaktversuche liefen ins Leere. Zwischenzeitlich ist die Homepage des Verkäufers auch nicht mehr erreichbar.Es stellte sich schnell heraus, dass der Unterwössener einem Online-Betrüger zum Opfer fiel.


Bayernweit konnten zahlreiche, gleich gelagerte Strafanzeigen zu der Web-Adresse „markt-angebot.com“ recherchiert werden – es handelt sich um einen sogenannten "Fake Shop", also eine frei erfundene, betrügerische Verkaufsplattform im Internet mit dem einzigen Ziel, mögliche Käufer um ihr Geld zu bringen.

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Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang nochmals ausdrücklich vor solchen „Fake Shops“, deren Anzahl im Online-Handel derzeit rasant ansteigt.

Die Täter sind aufgrund technischer Gegebenheiten und der bei Online-Geschäften leider vorhandenen Verschleierungsmöglichkeiten häufig nur schwer zu ermitteln. Einmal überwiesene Geldbeträge können meist nur in einem sehr kurzen Zeitraum vom beauftragten Geldinstitut gestoppt werden – oft nur innerhalb weniger Stunden.

Folgende Punkte können auf einen „Fake Shop“ hindeuten bzw. sollten bei Zweifeln vor dem Kauf überprüft werden:

  • Unsichere Zahlungsweise: Oft werden Kunden bis zum letzten Bestellschritt mehrere Zahlungsweisen angeboten. Doch bei der eigentlichen Bestellung wird dann nur noch Vorkasse in Form einer Überweisung verlangt. Ohne kundenfreundliche Zahlungsweise sollten Sie besser nichts bestellen.
  • Auffallend günstiger Preis: Nicht jeder besonders günstige Shop ist ein Fake-Shop, und nicht jeder Fake-Shop muss zwingend extrem billig sein. Doch wenn sich in einem Shop auffallend niedrige Angebote häufen, sollte man zumindest genauer hinsehen – die meisten Betrüger arbeiten mit dieser Lockmethode.
  • Falsche Gütesiegel: Fake-Shops schmücken sich gerne mit erfundenen Gütesiegeln, die aber keinerlei wirkliche Aussagekraft haben. Oder sie nutzen echte Gütesiegel wie etwa "Trusted Shops", ohne dieses Zertifikat zu besitzen. Durch einen Klick auf das Siegel können Sie prüfen, ob das Siegel mit einem Zertifikat des Siegel-Betreibers verlinkt ist. Denn ohne entsprechenden Link dürfte es sich um eine Fälschung handeln.
  • Online-Recherche: Wer Zweifel hat, sollte umgehend die bekannten Internet-Suchmaschinen hinsichtlich der betreffenden Web-Seite durchforsten. Hier erhält man meist schon eindeutige Hinweise der Verbraucherschutzzentralen etc.
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB): Fake-Shops können frei erfundene oder von anderen Seiten kopierte AGB aufweisen, was aber nicht immer leicht erkennbar ist. Ein deutliches Erkennungszeichen für „Fake-AGB“ ist es, wenn diese in schlechtem Deutsch aus einem Übersetzungsprogramm daher kommen. Ist das der Fall oder fehlen die AGB sogar ganz, sollten Sie lieber nichts bestellen.
  • Kundenbewertungen innerhalb des Onlineshops: Generell macht es beim Online-Shopping Sinn, sich als Kunde nicht nur auf Bewertungen innerhalb eines Shops zu verlassen. Sollten sich aber die Lobeshymnen häufen, kann dies ein zusätzliches Indiz für einen Fake-Shop sein – vor allem, wenn anderweitige Bewertungen stark davon abweichen und vermehrt auf betrügerische Machenschaften hinweisen.
  • Impressum: Ein nicht vorhandenes Impressum ist immer ein No-Go! Doch so leicht machen es einem längst nicht alle Fake-Shops. Wenn ein Impressum zu finden ist, muss es u. a. die Adresse, einen Vertretungsberechtigten und eine E-Mail-Adresse enthalten. Außerdem - soweit vorhanden - einen Verweis auf das Handelsregister mit entsprechender Nummer. Letzteres kann im Zweifel genauer überprüft werden.

fb/red


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