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Die Musikkapelle Wössen mit Musikmeister Martin Nieß feierte ihr 111-jähriges Bestehen mit einem Konzert vor begeistertem Publikum. (Foto: Flug)

Volles Haus zur Feier des 111-jährigen Bestehens – Musikkapelle Wössen begeistert ihr Publikum in der Achentalhalle

Unterwössen – Bravourös meisterte die Musikkapelle Wössen ihren Abend zum 111-jährigen Bestehen, einen Abend mit viel Musik und bester Unterhaltung in der Achentalhalle. Gut 300 Besucher, Einheimische, Feriengäste, aber auch viele Musikanten aus der Region sorgten für ein volles Haus und für prächtige Stimmung an den großen Tischen. 13 Musikstücke standen auf dem Programm. Drei kurzweilige Stunden lang fesselten die Musikanten ihr Publikum.


Der Abend begann mit dem »Egerländer Musikantenmarsch«. Nach dem gelungenen Auftakt ging es schön mit der Marschpolka »Frischer Wind« und der »Steeephans Polka« weiter. Hörbar selbstbewusst meisterte die Musikkapelle jetzt mit »Das ist mein Leben« die erste von drei Klippen, drei herausfordernden Melodien der musikalischen Oberstufe.

Das gemeistert, lockerte der Vereinsvorsitzende Edi Ager mit ein paar Worten das Programm auf. An seiner Seite stand Theresa Guggenbichler. Mit ihr ist erstmals in der Vereinsgeschichte eine Marketenderin stellvertretende Vorsitzende. Und Ager nutzte das Podium, sie nach der Coronapause einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft ehrten die beiden Vorsitzenden Ager und Guggenbichler zum einen Anton Döllerer senior und zum anderen Hans Kurfer. Bei den Brüdern Manfred und Hans Höglauer waren es dann schon 55 Jahre, ebenso bei Franz Mix. Fritz Höglauer erhält die Ehrung nachträglich, er musste sich entschuldigen.

Weiter ging es mit dem Walzer »Ein Abend am Meer« und der Polka »So ein schöner Tag«. Mit dem letzten Stück vor der Pause, dem »Kaiserin Sissi Marsch«, meisterten die Musikanten die nächste Herausforderung eines Oberstufenstückes mit großer Spielfreude.

Nach der Pause gab es dann eine Überraschung, als statt der über 50 Musikanten nur zwölf die Bühne stürmten, gekleidet in offensichtlicher Freizeitkleidung wie dem Fußballtrikot oder der Heimwerkerlatzhose. Margit Schlaipfer klärte auf. Das muntere Dutzend stellte den Wirrwarr einer Musikprobe im Probenraum dar. Georg Schlaipfer rissen die Siegtore aus dem Fußballspiel auf dem Kopfhörer aus der Melodie, Franz Aberger überraschte mit dem Sologesang des »Wössner Liedes« und Rupert Fladischer gab sich äußerste Mühe, seine Musikanten in eine gemeinsame Spur zu bringen. Lautes Lachen zeigte den Spaß, mit dem das Publikum die Szene genoss.

Wenig später kam dann der Kontrast, als im gewohnten Bild des Musikkapellenauftritts die Musikanten den »Starparade-Marsch«, die dritte Herausforderung des Konzerts, meisterten. Das Fachwissen hinter dem Programm vermittelte in gekonnter Moderation Anton Aberger junior neben Anekdoten und guter Stimmung.

Im zweiten Teil wurde das Konzert für die Musikanten zur Kür. Beste Stimmung und Spielfreude begleiteten die Besucher durch den Abend, Gesangseinlagen von Martin Nieß und Ute Schlechter, dazu immer wieder besondere Soli brachten viel Abwechslung. Die Zuhörer spendeten jede Menge Beifall für Stücke wie den »Böhmischen Wind«. Der offizielle Teil endete passend mit »Wenn der Tag zu Ende geht« und »Bis bald, auf Wiedersehn«. Zugaben wie die »Böhmische Liebe« und die »Egerländer Perle« hielten die Gäste von nah und fern an ihren Tischen. »Böhmischer Traum« war die vierte und letzte Zugabe, die das Publikum einforderte.

Musikmeister Martin Nieß zeigte sich im Anschluss begeistert. Es sei spürbar gewesen, sagte er gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt, dass die Musikanten – auch der langen Pause geschuldet – etwas angespannt in das Konzert gegangen seien. Doch schnell sei jede Unsicherheit verflogen. »Für die Musikanten war das ein wunderbarer Abend.«

Am 28. August 1911 fing alles an

In ihrer ersten offiziellen Musikprobe am 28. August 1911 gründeten neun musikbegeisterte Oberwössner eine Dorfkapelle und legten damit den Grundstein für die heutige Musikkapelle Wössen. Zur Deckung der Unkosten brachte jeder der jungen Bauern, Holzknechte und Handwerker 25 Reichsmark auf – für die damalige Zeit sehr viel Geld. Das erste Stück, das sie damals probten, war der »Mussinan-Marsch« von Carl Carl, der noch heute im Repertoire der Musikkapelle Wössen ist.

lukk