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In der Wallfahrtskirche in Maria Eck feierten die Wallfahrer aus Unter- und Oberwössen den Gottesdienst.

Unterwössener Wallfahrt über den Berg nach Maria Eck durchgeführt

Unterwössen – Einmal im Jahr wallfahren die Unterwössner über den Berg zur Wallfahrtskirche Maria Eck. 16 Wanderer empfing Pfarrer Peter Bergmaier diesmal zum Gottesdienst in der Wallfahrtskirche, dazu eine ganze Reihe Unter- und Oberwössner, die mit dem Rad oder dem Pkw angereist waren.


Der Tag begann früh für die Wallfahrer über den Berg. Um 6 Uhr trafen sie sich beim Wieser am Ende des Unterwössner Hochgernweges. Die Wanderer nahmen den Weg hinauf zur Jochberg-Alm. Sie marschierten über Mansurfahrn, Grundbachalm, Beschoffsfellnalm und Hinteralm. Über das Weißachental gelangten sie über die Gleichenbergalm zur Hochfelln-Mittelstation, von dort über Hocherbalm, Hargassalm nach Maria Eck. Über den Tag blieb es trocken und sonnig. Waren im ersten Aufstieg die Temperaturen noch angenehm, wurde es über den Tag sehr warm. Am Ende war einigen der Wanderer die Anstrengung anzusehen. Rund 25 Kilometer Fußmarsch legten sie zurück, erzählte Sepp Auer, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Marquartstein, der die Wallfahrer begleitete. Sie bewältigten 1300 Höhenmeter bis zu ihrer Ankunft gegen 14 Uhr auf Maria Eck.

In der schönen Kirche am dortigen Kloster der Franziskaner-Minoriten las Ministrantin Bernadette Fladischer aus dem Römerbrief 5, Vers 1 bis 5, Pfarrer Bergmaier aus dem Johannes Evangelium 16, Vers 12 bis 15.

Im Gespräch mit unserer Zeitung nach dem Gottesdienst erzählte Pfarrer Bergmaier, dass die Seelsorger die Predigt zum Dreifaltigkeitssonntag als die schwierigste im Kirchenjahr ansehen. Es sei eine Herausforderung, den Menschen das Wesen der Dreifaltigkeit zu vermitteln. Bergmaier benutzte in seiner Predigt das Beispiel eines Leichenmahls, wenn sich die Angehörigen den Erinnerungen an den Verstorbenen aus den unterschiedlichen Blickwinkeln nähern. Für viele von ihnen ist die ein oder andere Facette des Verstorbenen neu, die da zur Sprache kommt und am Ende steht dann ein Bild vom Verstorbenen, das in seiner Gänze vorher so nicht bestand.

So sieht Pfarrer Bergmaier auch, wie die Bibel sich aus den verschiedenen Blickwinkeln der Dreifaltigkeit nähert. Einmal ist da Gott der Vater, dann sieht die Bibel den Bruder in der Gestalt von Jesus. Schließlich beschreibt sie die Kraft, die Inspiration, den Mut, die Kreativität an anderer Stelle. Folgt man dem Blick der Bibel, vervollständige sich das Bild, und der Leser der Bibel komme dem Begriff der Dreifaltigkeit schon sehr nahe. Doch als lückenloses Gesamtbild sei das Geheimnis der Dreifaltigkeit Gottes nicht zu verstehen. Bergmaiers Fazit: »An die Dreifaltigkeit Gottes gilt es zu glauben, verstehen kann einer sie nicht.« Begleitet von der Flöte der Organistin Maria Blank las Bergmaier die Beschreibung der Dreifaltigkeit der Theologin Susanne Opplinger. Wunderbar erklang der Gesang der vier Solisten des Kirchenchores St. Martin, Bernhard Greimel, Johanna Steiner, Claudia Brandstetter und Hans Niedermeier.

lukk