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Unterwössen: Großes Erlebnis für Züchter und Besucher

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Unterwössen - Schafe
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Rund zweieinhalb Stunden brauchten die Schäfer und ihre Helfer, bis sie die 14 Böcke von der Kleinrechenbergalm in den Kurpark getrieben haben. (Foto: Flug)

Unterwössen – »Für uns Schafzüchter ist es ein großes Erlebnis hier im Kurpark einzuziehen«, beschrieb es Dr. Christian Mendel vom Bayerischen Amt für Landschaftspflege, als zum Abschluss der Almsaison 14 Böcke des Alpinen Steinschafs von der Kleinrechenbergalm im Unterwössner Kurpark ankamen.


Zum neunten Mal feierten Hunderte Gäste und Einheimische bei überraschend gutem Wetter ein Fest rund um die Bewertung und Versteigerung der Tiere. Für die Schäfer und ihre Helfer hatte der Tag früh begonnen. Während die eine Hälfte die Kleinrechenbergalm auf 1465 Metern winterfest machte und den Schafzaun umlegte, begann die andere mit dem Abtrieb der 14 Schafböcke hinunter ins Tal. Gut zweieinhalb Stunden benötigten Tiere und Schäfer bis in den Unterwössner Kurpark.

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Viele Besucher interessierten sich für die Körung der Steinschafe. Die federführende Bayerische Herdbuchgesellschaft für Schafzucht hat sich zur Aufgabe gesetzt, mit dem Alpinen Steinschaf ein anpassungsfähiges, widerstandsfähiges, robustes Schaf zu züchten. Es soll vor allem für die rauen Lagen des Hochgebirges gerüstet sein, ausgezeichnete Trittsicherheit, beste Muttereigenschaften, Langlebigkeit sowie hohe Fruchtbarkeit und Aufzuchtleistung mitbringen.

Die Bewertung der Tiere oblag der Körkommission mit Christian Treffler und Michael Schlamp, beide Stammzüchter bei der Bayerischen Herdbuchgesellschaft. Während die beiden die Tiere eingehend begutachteten, begleitete Dr. Christian Mendel das Geschehen mit einer Fülle von Informationen für die Zuschauer. Von ihm erfuhr das Publikum mehr über das Projekt: Die ungefähr drei Hektar große Kleinrechenbergalm sei früher mit Rindern bestoßen gewesen. Für eine große Schafherde sei sie nicht geeignet, dafür bestens für das Projekt mit jährlich rund 15 Spitzenböcken. Besonders sei dabei heuer gewesen, dass jeder der Böcke von einem anderen Vater stammte, was für die besondere Vielfalt spreche. Jeder Züchter dürfe nur einen Bock für den Almsommer stellen. Das sei immer sein Spitzenbock. Beim Auftrieb würden die Merkmale der Schafböcke erfasst. Wenn die Tiere dann unter gleichen Bedingungen vier Monate auf der Alm blieben, biete sich ein objektiver, vergleichbarer Aufschluss über den Schafbock und seine Zuchtmerkmale.

Paul Höglmüller, Forstbetriebsleiter der Staatsforsten Ruhpolding und selbst Schafzüchter, präsentierte heuer mit Alois den besten Bock. Auf den zweiten Platz kam Maximus C von Züchter Johann Georg Gloßner, Alois wechselte für 600 Euro, Maximus für 750 Euro den Besitzer. Ansonsten erreichten viele der Böcke nur den Mindestpreis von 360 Euro, einige blieben unverkauft.

Im Anschluss an die Körung wurden die Schafböcke im Gatter entsprechend der Bewertung gereiht und konnten von den Besuchern noch einmal angeschaut werden. Diese überzeugten sich aber auch von den vielen Produkten des Steinschafts. So zeigte zum Beispiel die Spinngilde mit ihren Spinnrädern, wie aus Wolle Garn wird. lukk

 


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