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Unterschriften gegen Raser auf der Bundesstraße gesammelt

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Die Anwohner Martin Färbinger (von links) und Andrea Rath-Kerscher übergaben 62 Unterschriften von Bürgern, die sich für Maßnahmen zur Reduzierung der Verkehrsgeschwindigkeiten auf der B 305 am südlichen Ausgang des Ortsteils Unterwössen aussprechen, an Bürgermeister Ludwig Entfellner. (Foto: Flug)

Unterwössen – Anwohner an der Bundesstraße am Ortsausgang von Unterwössen Richtung Oberwössen starten nach 1991 einen zweiten Versuch: Die Organisatoren Andrea Rath-Kerscher vom Anwesen Lohei und Martin Färbinger, Hauseigentümer am Ortsausgang, überreichten erste 62 Unterschriften von Bürgern, die sich gegen hohe Geschwindigkeiten und riskante Verkehrsmanöver am Ortsausgang wenden.


»Für heute Morgen kamen mir die Erlebnisse vom letzten Sonntag gerade recht«, erzählt Rath-Kerscher erkennbar bewegt bei Bürgermeister Ludwig Entfellner. Da war sie mit Hausgästen und deren Kinderwagen auf dem Bürgersteig hinter dem Ortsausgangsschild im Bereich der Begrenzung auf 70 km/h unterwegs. Zwei Pkw hätten extrem beschleunigt, um einen Bus mit unzulässiger Geschwindigkeit zu überholen.

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Das ist kein Einzelfall, waren sich Rath-Kerscher und Färbinger einig. Gerade zurzeit seien die Skifahrer morgens Richtung Winklmoosalm viel zu schnell unterwegs und überholten riskant. Am Nachmittag ergebe sich ein ähnliches Bild mit den Heimfahrern.

»Da geht es mir um das Gefühl der Sicherheit bei den Spaziergängern aus dem Ort zum Wössner See«, sagt Andrea Rath-Kerscher. Auf dem Fußweg ortsauswärts mit rechts seinem Geländer zum Wössner Bach hätten Passanten keine Ausweichmöglichkeit, wenn Fahrzeuge mit rund 100 km/h unmittelbar neben ihnen vorbeirasen. Die schwierigen Ein- und Ausfahrten zum Wössner See, die Grundstückseinfahrten und die Einmündung der Straße aus Kruchenhausen verschärften die Situation, so Färbinger und Rath-Kerscher.

Beide sehen verschiedene Lösungsmöglichkeiten, etwa ein Überholverbot mit Verkehrszeichen und durchgezogener Linie. Die Zufahrten zum See könnten durch eine parallele, gestrichelte Linie für Linksabbieger oder kurze Unterbrechungen gewährt bleiben. Das Ortsschild könnte in Richtung Oberwössen versetzt werden. Bei der Schulbushaltestelle könnte eine Verkehrsinsel die Geschwindigkeiten mindern. Geschwindigkeitsanzeigen könnten Fahrer aufmerksam machen. Rath-Kerscher beschrieb, dass sie mit den Anwohnerinnen Carmen Färbinger, Magdalena Dirnhofer und Tine Henne offene Türen bei den Bewohnern im dortigen Bereich eingelaufen hätten. »In kurzer Zeit hatten wir die 62 Unterschriften beieinander. Und wir machen weiter«, stellte sie in Aussicht.

Bürgermeister Ludwig Entfellner sieht in ihrem Anliegen ein seit 20 Jahren lebendiges Thema. Bisher seien die Ansinnen beim Landratsamt aus fachlichen Gründen abgelehnt worden. »Die Vorschläge finde ich gut, denn die dortige Geschwindigkeitsbegrenzung wird wenig beachtet. Ich freue mich, dass das Anliegen so breite Unterstützung findet. Ich rate zu abgestimmtem Vorgehen und schlage einen Ortstermin mit Fachleuten vor.« Vorzeitige Lösungen wie eine Geschwindigkeitsanzeige wolle er bis dahin zurückstellen.

Der Ortstermin solle dann aber nicht irgendwann stattfinden, so Rath-Kerscher, sondern zu Zeiten typischer Verkehrssituationen. »Wir sollten bedenken, dass Lösungen sich vielleicht kurzfristig im Umgriff um den Hallenbadumbau anbieten«, riet Färbinger zu zeitnahem Handeln. Der Bürgermeister will sich um einen schnellen Ortstermin bemühen. lukk