Überfüllte Wanderparkplätze werden immer mehr zum Problem

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Foto: Symbolbild (Pixabay)

Unterwössen – Immer drängender wird in Unterwössen das Problem der überfüllten Wanderparkplätze. Die CSU-Fraktion hat deshalb unter Federführung von Martin Nieß beantragt, das Problem im Gemeinderat zu erörtern und nach Lösungen – auch im Austausch mit anderen Gemeinden – zu suchen. Das Gremium kam zu dem Ergebnis: Momentan gebe es keine wirklich praktikablen Lösungen.


Gerade durch die Corona-Pandemie haben immer mehr Menschen den Wert an der Bewegung in der Natur entdeckt. Das hat Folgen, auch für Unterwössen. Laut Geschäftsleiter Thomas Müllinger besteht die Herausforderung, die Besucherströme zu lenken und notfalls in besonders betroffenen Regionen auf ein erträgliches Maß zu senken.

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Zum anderen soll ein umweltverträgliches Verhalten in der Natur und auch beim Parken vermittelt werden. Weiter sollten Anlieger, Landwirte und Rettungskräfte nicht unter vermeintlichen Falschparkern leiden. Eine gewisse Entspannung verspreche man sich von einer Erweiterung der drei größten Wanderparkplätze, Hochgern von circa 50 auf 75 Stellplätze, Feldlahn von 25 auf 60 und Taubensee von 20 auf 35. »Entsprechende Grundstücksverhandlungen und Planungen laufen bereits«, so der Geschäftsleiter.

Eine Möglichkeit der Parkplatzregulierung sieht er auch in einer digitalen Besucherlenkung, die derzeit vom Ökomodell Achental ins Auge gefasst wird. Mit Zähleinrichtungen soll die Belegung von Parkplätzen online oder über eine App abrufbar sein. Vorgesehen sind eventuell auch Hinweise an Schildern am Ortseingang. Derzeit laufe hier laut Müllinger die Projektentwicklungsphase.

Die Einhaltung von Halteverbotsschildern und das Freihalten von Zufahrts- und Rettungswegen kontrolliere derzeit die Polizei zusammen mit der kommunalen Verkehrsüberwachung. »Die Verstöße werden konsequent geahndet, aber die Erfolge sind eher bescheiden«, erklärt der Geschäftsleiter. »Zumal sich die Probleme dann oft nur auf andere Straßen verlagern.«

Eine Verbesserung der Gesamtsituation allein durch Parkgebühren stellt er ebenfalls in Abrede. Bei kleineren Parkplätzen könnten die Kosten von Parkautomaten, Betreuung, Kontrolle und Pacht sogar höher als die Einnahmen sein. Die Verbindung von Parkplatzgebühren mit Gutscheinlösungen hält Müllinger für bedenklich. Jedoch gehören gemeindliche Zuschüsse an Privatunternehmen nach Auffassung des kommunalen Prüfungsverbands nicht zu den kommunalen Aufgaben. Der Geschäftsleiter kritisiert zudem, dass mit Parkgebühren Einheimische gegenüber den auswärtigen Gästen bevorzugt werden. »Das wäre nach der derzeitigen Rechtsprechung wohl kein legitimer Sachgrund«, so Müllinger. Alles in allem gebe es aus Sicht der Verwaltung momentan keine wirklich praktikablen Lösungen.

Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU) war der Meinung, dass zunächst die Entwicklungen in anderen Gemeinden abgewartet werden sollen, um dann gegebenenfalls gemeinsam – auch mit dem Ökomodell – Langzeitstrategien zu erarbeiten.Thomas Ager (CSU) schlug ein Parkleitsystem vor, das über eine App getestet werden könnte. Auch Antragsteller Nieß, der sich gegen ein Warten auf andere Gemeinden aussprach, sympathisierte mit einer Park-App. Bürgermeister Entfellner versprach, Informationen über alle Vorschläge einzuholen.

bvd


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